– 2. Schritt / Ausbau in eigener Regie

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Mit der Beauftragung eines Ausbauhauses hat der Bauherr die Möglichkeit, Arbeitspakete in Eigenleistung, durch Helfer oder selbst beauftragte Handwerker ausführen zu lassen. Abhängig von handwerklichem Können, verfügbarem Zeitbudget und der Bereitschaft, selbst Verantwortung für bestimmte Bauabschnitte zu übernehmen, kann der Bauherr zumeist zwischen verschiedenen Varianten wählen. Diese bieten verschiedene Arbeitsumfänge, Einsparpotenziale und Gestaltungsfreiheiten.

1. Minimalvariante: „Begrenzte Eigenleistungen im Innenausbau“

In der Minimalvariante beschränkt sich der Bauherr auf einfache Arbeitsschritte, die ohne fachliche Kenntnisse durchgeführt werden können. Dazu gehören die typischen „letzten Ausbauschritte“ wie das Tapezieren und Streichen der Wände sowie die Verlegung von Bodenbelägen und das Montieren von sanitären Objekten (z.B. Waschbecken und Toiletten). Das Gebäude ist bereits in einem weit fortgeschrittenen Zustand, und der Bauherr übernimmt nur die finalen Arbeiten.

  • Einsparpotenzial: Diese Variante bietet das geringste Einsparpotenzial, da der Großteil der Arbeiten vom Bauunternehmen oder von Fachhandwerkern bereits durchgeführt wurde. Der Bauherr kann hier grob geschätzt etwa 10-20 % der Ausbaukosten sparen.
  • Vorteile: Weniger Aufwand und geringere Verantwortung für den Bauherrn, da alle komplexen Gewerke bereits abgeschlossen sind. Der Bauherr kann trotzdem die finale Ausgestaltung seines Hauses übernehmen und so individuelle Akzente setzen.
  • Nachteile: Die Flexibilität bei den Materialien und einsetzbaren Bauteilen (z.B. Sanitärobjekte) ist begrenzt, und Einsparpotenziale sind im Vergleich zu den anderen Varianten gering.

2. Zwischenvariante: „Übernahme ausgewählter Innenausbau-Gewerke“

In der Zwischenvariante übernimmt der Bauherr zusätzlich zur Minimalvariante einige komplexere Ausbauarbeiten. Hierzu gehören das Stellen von Trockenbauwänden, die Innendämmungen mit Dampfbremse, die Estrich-Verlegung, der Innenputz und der Einbau von Einbautreppen und Innentüren.

  • Einsparpotenzial: Das Einsparpotenzial liegt bei dieser Variante im mittleren Bereich, etwa 20-35 % der Ausbaukosten. Der Bauherr kann durch gezielte Eigenleistungen signifikante Kosten einsparen und dennoch Facharbeiten auslagern.
  • Vorteile: Der Bauherr erhält eine gute Balance aus Eigenleistung und Facharbeiten und kann die Kosten durch ausgewählte Eigenleistungen deutlich senken. Die Flexibilität bei der Materialwahl ist höher, und der Bauherr hat Kontrolle über den zeitlichen Ablauf in der Ausführungsphase.
  • Nachteile: Moderater Aufwand und teilweise organisatorische Komplexität, da der Bauherr die Arbeiten koordinieren und gegebenenfalls Handwerker beauftragen muss. Zudem steigt der Bedarf an handwerklichem Grundwissen, um die Arbeiten fachgerecht durchzuführen.

3. Maximalvariante: „Kompletter Innenausbau in Eigenregie“

Die Maximalvariante umfasst über die Zwischenvariante hinaus die kompletten Installationen der Haustechnik (Heizung, Sanitär, Elektro, Lüftung). In dieser Maximalvariante kann der Bauherr nach Übernahme des Rohbaus und der komplett geschlossenen Gebäudehülle das Ausbauhaus komplett selbst oder durch Einschaltung direkt beauftragter Fachhandwerker fertigstellen. Er hat viele Freiheitsgrade und kann nahezu jedes Detail sebst gestalten.

  • Einsparpotenzial: Hier besteht das höchste Einsparpotenzial, das bei vollständiger Eigenleistung bis zu 50 % der Ausbaukosten betragen kann. Der Bauherr übernimmt nahezu alle Arbeiten und spart dadurch erheblich bei den Handwerkskosten.
  • Vorteile: Maximale Flexibilität und Gestaltungsfreiheit, da der Bauherr jeden Schritt selbst entscheidet und anpasst. Der Bauherr kann durch Eigenleistung in Etappen arbeiten und die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilen.
  • Nachteile: Diese Variante ist sehr zeitintensiv und setzt sehr umfangreiche handwerkliche Fähigkeiten in den verschiedensten Gewerken voraus. Zudem besteht ein höheres Risiko von Fehlern, die später zu Mehrkosten führen können. Die Bauzeit verlängert sich tendenziell, und es ist eine gute vorlaufende Planung und Koordination notwendig, um den Baufortschritt zu gewährleisten.

Die Entscheidung für eine der drei Varianten hängt stark von den persönlichen Voraussetzungen des Bauherrn ab. Die Minimalvariante eignet sich für Bauherren mit knappem Zeitkontingent, die den Bau schnell und ohne großen Aufwand fertigstellen möchten, während die Maximalvariante besonders für vielseitig erfahrene Heimwerker oder fachlich ausgebildete Handwerker geeignet ist, die große Einsparungen erzielen möchten. Die Zwischenvariante bietet einen sinnvollen Kompromiss für Bauherren, die Kosten sparen und einige Arbeiten selbst oder mit Helfern durchführen möchten, aber dennoch von selbst beauftragten professionellen Handwerkern Unterstützung erhalten.

Zu beachten ist, dass insbesondere für die Maximalvariante für die Installationsgewerke (Heizung, Sanitär, Elektro, Lüftung) der Bauherr zugelassene Fachunternehmer oder -handwerker zum Einsatz bringen muss.

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Für die Ausbau-Varianten muss sich der Bauherr mit dem Bauunternehmer vor Abschluss des Bauvertrags darin abstimmen, wie die Planungen der Installationen bereitgestellt werden. Dies kann sowohl der Unternehmer veranlassen, als auch der Bauherr mit einem Fachbetrieb.