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Beim Neubau eines Ausbauhauses bieten Bauunternehmen für den Bauherren unterschiedliche Leistungspakete an, die sich im Umfang der enthaltenen Baugewerke unterscheiden. Dabei kann der Bauherr je nach Budget, seinen Eigenleistungs-Fähigkeiten und die seiner Helfer zumeist zwischen verschiedenen Varianten wählen.
Hier werden zur Veranschaulichung eine typische Minimal-, Zwischen- und Maximalvariante dargestellt und grob bewertet. Jede dieser Optionen bietet unterschiedliche Einsparpotenziale und Flexibilität für den Bauherren.
1. Minimalvariante: „Rohbau mit geschlossener Gebäudehülle“
In der Minimalvariante übernimmt das Bauunternehmen die grundlegenden baulichen Arbeiten. Diese Variante umfasst den Rohbau ab Fundamentplatte mit allen Innenwänden und Massivtreppen, das komplette Dach mit Eindeckung und Abdichtungen, die Fenster und Außentüren, Dämmung und Verputz/Verblendung der Außenfassade sowie die Ver- und Entsorgungsanschlüsse (Wasser, Abwasser und Strom) bis zum Technikraum. Das Gebäude ist somit von außen vollständig und witterungsfest geschlossen und versorgt, sodass es bereit für den Innenausbau ist.
- Einsparpotenzial: Diese Variante bietet das höchste Einsparpotenzial, da sie nur die wesentlichen Bauleistungen umfasst. Die Einsparungen für den Bauherren können hier bis zu 50 % der Ausbaukosten betragen, da der Bauherr alle weiteren Arbeiten selber in Eigenleistung ausführt bzw. selbst organisiert.
- Vorteile: Höchste Flexibilität für den Bauherren, ideal für handwerklich versierte Bauherren mit Zeit und Erfahrung. Die Eigenleistung kann schrittweise erfolgen, und der Bauherr hat volle Kontrolle über die Materialien und den Bauprozess.
- Nachteile: Hoher Eigenaufwand und lange Bauzeit, da alle weiteren Schritte in Eigenregie durchgeführt oder extern vergeben werden müssen. Technisch anspruchsvolle Arbeiten erfordern entsprechende Fachkenntnisse oder Unterstützung durch Handwerker.
2. Zwischenvariante: „Ausbaufertiger Rohbau mit allen Rohinstallationen“
Die Zwischenvariante umfasst zusätzlich zu den Leistungen der Minimalvariante die später verdeckt liegenden Rohinstallationen für Heizung, Sanitär, Elektro und Lüftung sowie die Innendämmungen mit Dampfbremse. Das Gebäude ist in diesem Zustand technisch vorbereitet, sodass der Innenausbau nahtlos fortgeführt werden kann.
- Einsparpotenzial: Das Einsparpotenzial liegt bei dieser Variante bei etwa 30-40 % der Ausbaukosten. Der Bauherr kann selbst entscheiden, welche finalen Ausbauarbeiten er selbst übernimmt oder an Handwerker vergibt.
- Vorteile: Weniger Eigenaufwand im Vergleich zur Minimalvariante, da technische Installationen und Dämmarbeiten bereits professionell ausgeführt sind. Der Bauherr hat dennoch die Möglichkeit, bestimmte Ausbauarbeiten selbst zu übernehmen und so weitere Kosten zu sparen.
- Nachteile: Höhere Kosten als bei der Minimalvariante und weiterhin die Notwendigkeit, den letzten Innenausbau zu organisieren. Zudem ist Flexibilität bei der Gestaltung der technischen Installationen begrenzt, da diese bereits durch die Rohinstallationen (Rohrleitungen und Anschlusspunkte) festgelegt sind.
3. Maximalvariante: „Fertige Hauserstellung bis auf Fertiggestaltung und -ausstattung“
In der Maximalvariante führt das Bauunternehmen zusätzlich Estrich, Innenputz und Trockenbau mit Dämmung sowie die Montage von Bauteilen wie Einbautreppen und Innentüren durch. Der Bauherr übernimmt jetzt nur noch die finalen Gestaltungsarbeiten der Boden-, Wand- und Deckenflächen sowie die Ausstattung der Räume mit Sanitärobjekten, Elektroschaltern, Steckdosen usw..
- Einsparpotenzial: Hier ist das Einsparpotenzial geringer, etwa 10-20 % der Ausbaukosten. Der Bauherr spart zwar durch Eigenleistungen bei der finalen Innenausstattung, profitiert jedoch von einem nahezu fertiggestellten Haus mit überschaubarem Zeitaufwand.
- Vorteile: Geringster Aufwand und die schnellste Möglichkeit, das Gebäude bezugsfertig zu machen. Alle wesentlichen Arbeiten sind abgeschlossen, und der Bauherr kann sich auf die abschließende Gestaltung konzentrieren, was Zeit und Planungsaufwand reduziert.
- Nachteile: Geringere Flexibilität bei der Auswahl der technischen Installationen und den Bauleistungen im Innenbereich, da die meisten Arbeiten bereits ausgeführt sind. Einsparpotenziale sind im Vergleich zu den anderen Varianten begrenzt.
Die Wahl zwischen diesen drei Varianten hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten des Bauherren ab. Während die Minimalvariante maximale Einsparungen und Flexibilität bietet, ist sie auch mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Die Zwischenvariante stellt einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Kostenersparnis und Arbeitsaufwand dar. Die Maximalvariante wiederum eignet sich für Bauherren, die – vielleicht aus Zeitgründen – nur wenig Eigenleistung (ggfs. mit Unterstützung von Fachhandwerkern) einbringen können und möglichst schnell ein nahezu bezugsfertiges Haus erhalten möchten.
Zu beachten ist, dass bis auf die Maximalvariante insbesondere für die Installationsgewerke (Heizung, Sanitär, Elektro, Lüftung) der Bauherr Fachunternehmer oder -handwerker zum Einsatz bringen muss.
Für die Varianten muss sich der Bauherr in Abstimmung mit dem Bauunternehmer vor Abschluss des Bauvertrags darin abstimmen, wie die Planungen der Installationen bereitgestellt werden. Dies kann sowohl der Unternehmer veranlassen, als auch der Bauherr bei einem Fachbetrieb.