– Phase 2 : Aufnahme Zustand, Sanierungsplan

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Die gründliche Untersuchung eines Bestandsbaus ist immens wichtig, um den tatsächlichen Zustand des Hauses zu erfassen und Sanierungsmaßnahmen realistisch planen und die Kosten abschätzen zu können – je älter das Haus ist, umso wichtiger ! Unerkannte Mängel oder fehlende Planung können teuer werden und den Einzug verzögern. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt:


1. Welche Anzeichen deuten auf Sanierungsbedarf hin?


Sanierungsbedarf liegt vor, wenn Teile des Hauses nicht mehr den heutigen Standards entsprechen oder Schäden aufweisen. Diese können offensichtlich sein, wie Risse in Wänden, oder versteckt, wie bei veralteten Elektro- oder Wasser-Installationen.

Fragen, die Sie sich stellen sollten:

  • Gibt es sichtbare Schäden wie Schimmel, feuchte Stellen oder bröckelnden Putz?
  • Wirkt die Haustechnik (Heizung, Elektrik, Wasserleitungen) veraltet oder unsicher?
  • Gibt es energetische Schwächen wie schlecht isolierte Fenster, ungedämmte Außenwände oder undichte Dächer?

Ein Tipp:
Gehen Sie bei der Besichtigung mit offenen Augen und einer Checkliste durch das Haus. Notieren Sie alle Auffälligkeiten, auch wenn sie zunächst klein erscheinen.


2. Welcher Sanierungsbedarf besteht für das Haus?


Nach der ersten Einschätzung sollten Sie den Sanierungsbedarf systematisch erfassen. Dabei geht es um die Dringlichkeit und den Umfang der Maßnahmen: Was muss sofort gemacht werden, was hat Zeit?

Mögliche Bereiche:

  • Sicherheit: Stabilität der Bausubstanz, Zustand der Elektrik oder der Heizung.
  • Komfort: Modernisierung von Küche und Bad, neue Fenster, Bodenbeläge.
  • Energieeffizienz: Dämmung von Dach, Wänden oder Keller.

Ein Tipp:
Ziehen Sie Fachleute wie einen Baugutachter oder Energieberater hinzu. Diese können den Zustand professionell bewerten und Prioritäten setzen.


3. Wie kann ich den Sanierungsbedarf verlässlich ermitteln?


Die verlässliche Ermittlung des Sanierungsbedarfs mindert die Gefahr von Überraschungen und kann für eine präzise Kosten- und Zeitplanung sorgen. Insbesondere bei ziemlich alten oder verkommen wirkenden Bestandsbauten sollten Sie nichts dem Zufall überlassen.

Was Sie tun sollten:

  • Lassen Sie ein Baugutachten erstellen. Dieses deckt versteckte Mängel auf, die Sie selbst nicht erkennen würden.
  • Beauftragen Sie einen Energieberater, der Schwachstellen in der Dämmung oder Heizanlage analysiert.
  • Prüfen Sie vorhandene Unterlagen wie Baupläne, Sanierungsnachweise und Energieausweise.

Ein Tipp:
Planen Sie die Kosten für Gutachter und Berater ein – sie sind eine sinnvolle Investition, die später teure Fehler vermeidet.


4. Wie stellt man einen Sanierungsplan auf ?


Ein Sanierungsplan hilft Ihnen, die Arbeiten klar zu strukturieren. Er legt fest, was wann gemacht werden soll und welche Maßnahmen Priorität haben.

Wie Sie vorgehen können:

  • Bestandsaufnahme: Notieren Sie alle Sanierungsarbeiten und teilen Sie sie in dringende und langfristige Aufgaben ein.
  • Zeitplan: Legen Sie fest, wann welche Maßnahmen umgesetzt werden. Denken Sie an Abhängigkeiten, z. B. sollte eine neue Heizung erst nach der Dämmung installiert werden.
  • Budgetplanung: Ermitteln Sie die Kosten für jede Maßnahme und setzen Sie Prioritäten.

Ein Tipp:
Arbeiten Sie mit einem Architekten oder Bauleiter zusammen. Sie koordinieren die Gewerke und sorgen dafür, dass die Maßnahmen reibungslos ineinandergreifen.


5. Wie könnte die Komplettsanierung in möglichst kurzer Zeit ablaufen ?


Eine zügige Komplettsanierung erfordert eine gute Planung und enge Abstimmung der Handwerksbetriebe. Arbeiten, die sich überschneiden, sollten gleichzeitig ausgeführt werden.

Was wichtig ist:

  • Setzen Sie auf einen fähigen Bauleiter oder ein Bauunternehmen, das alle Gewerke abdeckt und koordiniert.
  • Stellen Sie sicher, dass die Materialien rechtzeitig geliefert werden, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • Kommunizieren Sie klare Zeitvorgaben mit den ausführenden Firmen.

Ein Tipp:
Ein Bauzeitplan hilft, den Fortschritt zu überwachen. Besprechen Sie diesen regelmäßig mit den beteiligten Handwerkern.


6. Wie könnte eine Sanierung ablaufen, wenn ich möglichst schnell einziehen möchte?


Wenn der Einzug eilt, sollten Sie zunächst die dringendsten Arbeiten angehen, damit das Haus bewohnbar wird. Die restlichen Maßnahmen können Sie nach und nach umsetzen.

Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass ein Fachmann überprüft hat, dass von der vorhandenen Gebäudekonstruktion keine Gefahr ausgeht und die vorhandenen Installationen weitgehend beibehalten und gefahrlos betrieben werden können !

Wie Sie vorgehen können:

  • Priorisieren Sie Arbeiten an Küche, Bad und Schlafzimmer, um diese nutzbar zu machen.
  • Verzichten Sie zunächst auf nicht unbedingt erforderliche Maßnahmen.
  • Überlegen Sie, ob einzelne Räume während der Sanierung bewohnbar sind.
  • Achten sie darauf, dass die später zu sanierenden Räume sicher, z.B. gegen Staubaustritt, abzuschotten sind.

Ein Tipp:
Planen Sie den Einzug in Etappen. So können Sie schon früher ins Haus, während andere Bereiche noch renoviert werden.


7. Wie kann ich den Kostenaufwand abschätzen?


Die Kosten einer Sanierung hängen vom Umfang der Arbeiten, den verwendeten Materialien und den Handwerkerpreisen ab. Eine sorgfältige Planung schützt vor finanziellen Überraschungen.

Was Sie beachten sollten:

  • Holen Sie Kostenvoranschläge von verschiedenen Handwerkern ein, um Preise zu vergleichen.
  • Planen Sie einen Puffer von 10–20 % ein, um unvorhergesehene Ausgaben abzufangen.
  • Denken Sie an mögliche Förderungen, z. B. für energieeffizientes Sanieren.

Ein Tipp:
Nutzen Sie digitale Tools oder Tabellen, um eine detaillierte Kostenübersicht zu erstellen und diese regelmäßig zu aktualisieren. Als Bauherr ohne Vorerfahrungen macht es Sinn, auch an dieser Stelle fachliche Hilfe einzubinden.


Zusammenfassung

Die Aufnahme des Zustands und die Erstellung eines Sanierungsplans sind wesentliche Schritte, um den Kauf eines Bestandsbaus erfolgreich abzuschließen. Mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme, klaren Prioritäten und einer realistischen Zeit- und Budgetplanung können Sie sicherstellen, dass Ihr Haus in absehbarer Zeit bezugsfertig ist. Fachliche Unterstützung und eine gute Organisation machen den Unterschied zwischen einer stressigen, sich hinziehenden und einer reibungslosen, zügigen Sanierung.