Besteht die Möglichkeit eine ausreichende Zisterne auf dem Grundstück zu installieren, evt. sogar mit einem Haus-Wasserwerk ?

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Die Installation einer Zisterne auf einem Grundstück, eventuell in Kombination mit einem Haus-Wasserwerk, ist grundsätzlich möglich und bietet eine nachhaltige Lösung zur Nutzung von Regenwasser. Ob dies auf einem bestimmten Grundstück machbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sorgfältig geprüft werden müssen. Hier sind die wichtigsten Aspekte, die bei der Planung und Installation einer Zisterne und eines Haus-Wasserwerks berücksichtigt werden sollten:

1. Platzverfügbarkeit und Standortwahl

  • Ausreichender Platz: Zisternen gibt es in verschiedenen Größen, von kleinen Behältern bis hin zu großen unterirdischen Tanks. Der verfügbare Platz auf dem Grundstück ist entscheidend für die Größe der Zisterne. Überlegen Sie, ob genug Platz für eine unterirdische oder oberirdische Installation vorhanden ist.
  • Standortwahl: Der Standort sollte so gewählt werden, dass der Regenwasserabfluss vom Dach effizient in die Zisterne geleitet werden kann. Eine Platzierung in der Nähe von Fallrohren oder Dachrinnen ist ideal. Bei unterirdischen Zisternen ist es wichtig, auf ausreichenden Abstand zu Fundamenten und Versorgungsleitungen zu achten.

2. Bodenbeschaffenheit und Grundwasserstand

  • Bodenverhältnisse: Der Boden sollte für die Installation einer Zisterne geeignet sein. Lockere, sandige Böden sind einfacher zu bearbeiten als felsige oder lehmige Böden. Der Aushub für eine unterirdische Zisterne kann in schwierigen Bodenverhältnissen teurer und aufwändiger sein.
  • Grundwasserstand: Der Grundwasserstand darf nicht zu hoch sein, um eine unterirdische Zisterne sicher zu installieren. Bei hohem Grundwasserstand kann die Zisterne aufschwimmen, wenn sie nicht vollständig gefüllt ist. Eine sorgfältige Prüfung des Grundwasserspiegels ist daher notwendig.

3. Nutzungspotenzial und Größe der Zisterne

  • Berechnung des Wasserbedarfs: Der Wasserbedarf des Haushalts sollte ermittelt werden, um die Größe der Zisterne festzulegen. Eine Zisterne kann nicht nur für die Gartenbewässerung, sondern auch für Toilettenspülungen, Waschmaschinen und andere Anwendungen genutzt werden. Typische Größen für Haushaltszisternen liegen zwischen 3.000 und 10.000 Litern.
  • Regenwassernutzung: Die Größe der Zisterne hängt auch von der Dachfläche ab, die zur Regenwassersammlung genutzt wird, sowie von der durchschnittlichen Niederschlagsmenge in der Region. Eine Faustregel besagt, dass pro Quadratmeter Dachfläche etwa 600 bis 700 Liter Wasser pro Jahr gesammelt werden können.

4. Anschluss an das Haus-Wasserwerk

  • Haus-Wasserwerk: Ein Haus-Wasserwerk besteht aus einer Pumpe, einem Druckbehälter und der notwendigen Steuerungstechnik, um das Regenwasser für den Hausgebrauch zu nutzen. Es sollte leistungsfähig genug sein, um den Wasserbedarf im Haushalt zuverlässig zu decken. Die Pumpe muss in der Lage sein, den Wasserdruck für Toilettenspülungen, Waschmaschinen und Gartenbewässerung aufrechtzuerhalten.
  • Trennung von Trinkwasser und Brauchwasser: Es ist wichtig, dass das Regenwassersystem vom Trinkwassersystem getrennt bleibt, um Verunreinigungen des Trinkwassers zu verhindern. Dies kann durch einen sogenannten Systemtrenner oder durch separate Leitungen erreicht werden.

5. Reinigung und Wartung

  • Filterung: Das gesammelte Regenwasser sollte gefiltert werden, bevor es in die Zisterne gelangt. Dies verhindert, dass Blätter, Schmutz und andere Verunreinigungen die Zisterne verunreinigen und die Pumpe des Haus-Wasserwerks beschädigen.
  • Wartung der Zisterne: Eine regelmäßige Wartung der Zisterne ist notwendig, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Dies umfasst die Reinigung der Filter und, falls erforderlich, das Entfernen von Sedimenten aus der Zisterne.

6. Genehmigungen und rechtliche Rahmenbedingungen

  • Baugenehmigung: In einigen Regionen kann eine Baugenehmigung für die Installation einer Zisterne erforderlich sein, insbesondere wenn diese unterirdisch installiert wird. Es ist ratsam, sich bei den örtlichen Baubehörden über die notwendigen Genehmigungen und Auflagen zu informieren.
  • Regulierungen zur Wassernutzung: In einigen Gebieten gibt es Vorschriften, die die Nutzung von Regenwasser regeln, insbesondere wenn es für den häuslichen Gebrauch verwendet wird. Es ist wichtig, sich über die geltenden Vorschriften zu informieren und sicherzustellen, dass das System diesen entspricht.

7. Kostenschätzung und Finanzierung

  • Installationskosten: Die Kosten für die Installation einer Zisterne und eines Haus-Wasserwerks können je nach Größe der Zisterne, den Bodenverhältnissen und den erforderlichen Anpassungen am Gebäude variieren. Eine genaue Kostenschätzung sollte vorab erstellt werden.
  • Fördermöglichkeiten: Es gibt verschiedene Förderprogramme und Zuschüsse für die Installation von Zisternen und Regenwassernutzungsanlagen. Diese sollten vor der Installation geprüft werden, um mögliche finanzielle Unterstützung zu nutzen.

Zusammenfassung

Die Möglichkeit, eine Zisterne in Kombination mit einem Haus-Wasserwerk auf einem Grundstück zu installieren, ist grundsätzlich gegeben, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung. Es müssen Faktoren wie Platzverfügbarkeit, Bodenbeschaffenheit, Regenwassernutzung, technische Anforderungen und rechtliche Vorgaben berücksichtigt werden. Eine professionelle Beratung und Planung sind empfehlenswert, um sicherzustellen, dass das System effizient und gesetzeskonform betrieben werden kann und den Wasserbedarf des Haushalts deckt.