Checkliste für die Überprüfung des optisch erkennbaren Zustands einer Eigentumswohnung aus den Jahren 1960-1980

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Checkliste, die bei einer Erstbesichtigung helfen kann, den Zustand einer Eigentumswohnung aus den 60er oder 70er Jahren zu bewerten. Die Checkliste ist so gestaltet, dass sie ohne Eingriff in die Bausubstanz bereits einen Überblick über sichtbare Mängel und den Sanierungsbedarf gibt.


1. Äußere Erscheinung und allgemeine Bausubstanz

  • Fassade: Gibt es sichtbare Risse, Verfärbungen oder Abplatzungen? Ist eine Wärmedämmung vorhanden?
  • Dach (falls sichtbar): Gibt es Anzeichen für Schäden wie Moos, Algen, lose Ziegel? Flachdächer in älteren Bauten sind besonders anfällig.
  • Balkone: Gibt es Rost an Metallteilen, bröckelnden Beton oder Feuchtigkeitsschäden?

2. Eingangsbereich und Treppenhaus

  • Treppen und Geländer: Sind diese stabil und intakt oder gibt es Abnutzungsspuren?
  • Wände und Decken: Gibt es Risse, Flecken oder Abblätterungen?
  • Beleuchtung und Belüftung: Funktionieren die Lichter? Gibt es Anzeichen von Schimmel oder schlechter Belüftung?

3. Fenster und Türen

  • Fenster: Sind die Fenster doppelt oder einfach verglast? Prüfen auf Zugluft, Schwitzwasser oder Feuchtigkeitsspuren.
  • Dichtungen: Sind die Dichtungen intakt? Verformungen oder spröde Dichtungen deuten auf Alterung hin.
  • Türen: Funktionieren die Türen reibungslos? Gibt es Risse oder Verformungen?

4. Wände und Decken in der Wohnung

  • Risse: Kleine Setzrisse sind in älteren Gebäuden oft normal, breite oder diagonal verlaufende Risse können auf strukturelle Probleme hindeuten.
  • Feuchtigkeit: Sind an Außenwänden oder an der Decke Feuchtigkeitsflecken sichtbar?
  • Beläge und Beschichtungen: Sind die Tapeten, Farben und Putzschichten intakt oder stark verschlissen?

5. Bodenbeläge

  • Material und Zustand: Sind die Bodenbeläge (z. B. Parkett, Teppich, Fliesen) in gutem Zustand? Achten Sie auf Kratzer, Verfärbungen oder lose Teile.
  • Schalldämmung: Wirkt der Boden schalldämmend oder hört man Schritte übermäßig laut? Dies könnte auf eine schlechte Dämmung hindeuten.

6. Sanitäre Anlagen (Küche und Bad)

  • Leitungen und Armaturen: Prüfen Sie auf Kalkablagerungen, Rost oder Lecks an Armaturen.
  • Wände und Fugen: Sind die Fugen im Bad intakt oder weisen sie Risse und Schimmel auf?
  • Ablaufverhalten: Fließen Wasser und Abwasser problemlos ab, oder gibt es Stauungen?
  • Warmwasserversorgung: Funktioniert die Warmwasserversorgung? Wie alt sind Boiler oder Durchlauferhitzer?

7. Heizung und Heizkörper

  • Typ und Alter der Heizungsanlage: Zentralheizung, Nachtspeicheröfen oder andere Systeme? Ältere Heizungen sind oft ineffizient.
  • Heizkörper: Sind Heizkörper rostig oder haben sie Luft? Funktionieren sie gleichmäßig?
  • Temperaturregelung: Sind Thermostate an den Heizkörpern vorhanden und funktionsfähig?

8. Elektroinstallation

  • Sicherungskasten: In welchem Zustand ist der Sicherungskasten? Veraltete Anlagen (z. B. Schraubsicherungen) sind oft ein Sanierungsfall.
  • Steckdosen und Schalter: Sind die Steckdosen intakt? Verfügt jeder Raum über genügend Anschlüsse?
  • Beleuchtung: Funktionieren alle vorhandenen Lichtschalter und Lampenanschlüsse?

9. Lüftung und Belüftungsmöglichkeiten

  • Fenster und Lüftungsanlagen: Gibt es ausreichend Fenster für eine natürliche Belüftung? Fehlen Lüftungsmöglichkeiten in Bad und Küche, kann dies langfristig zu Feuchtigkeitsschäden führen.
  • Schimmel: Achten Sie auf muffige Gerüche und sichtbaren Schimmel, besonders in Ecken und an Außenwänden.

10. Sonstige Punkte

  • Lage der Wohnung: Liegt die Wohnung zur Straße, zum Innenhof oder auf einer ruhigen Seite?
  • Schallschutz: Wie gut ist der Schallschutz? Sind Geräusche aus Nachbarwohnungen hörbar?
  • Energieverbrauch: Fragen Sie nach einem Energieausweis, um die Effizienz und Sanierungsbedarfe der Wohnung abschätzen zu können.
  • Verfügbarkeit von Dokumenten: Sind Grundriss, Baupläne oder Dokumentationen zu vergangenen Sanierungen einsehbar?

Tipps für die Besichtigung

  • Notizen machen: Dokumentieren Sie auffällige Punkte und notieren Sie auch positive Aspekte, um später Vergleiche anstellen zu können.
  • Fotos: Erlauben Sie sich Fotos zu machen, falls gestattet. Das hilft, Details nachträglich zu überprüfen.
  • Mit Fachleuten sprechen: Für tiefergehende Untersuchungen sind unabhängige Sachverständige oder Architekten hilfreich, um versteckte Mängel zu erkennen und den Sanierungsaufwand realistischer einzuschätzen.

Diese Checkliste dient als erster Überblick. Bei weiterem Interesse oder konkreten Fragen zur Bausubstanz oder Sanierungsbedarf sollten Sie vor dem Kauf eine genaue Untersuchung durch Fachleute durchführen lassen, um die Investition abzusichern.