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Checkliste für die Erstbesichtigung einer Eigentumswohnung aus den 80er oder 90er Jahren. Diese hilft Ihnen, den Zustand der Wohnung ohne Eingriff in die Bausubstanz zu beurteilen und gibt erste Hinweise auf potenzielle Mängel und Sanierungsbedarf.
1. Allgemeine äußere Erscheinung
- Fassade und Balkon: Gibt es Risse, Abplatzungen oder Anzeichen von Feuchtigkeit? Die Fassade der 80er/90er Jahre könnte in den kommenden Jahren eine Sanierung benötigen, besonders wenn keine Wärmedämmung vorhanden ist.
- Treppenhaus und Eingang: Sind Treppenhaus und gemeinschaftliche Bereiche gepflegt? Achten Sie auf abblätternde Farbe, Risse oder Flecken, die auf Feuchtigkeitsprobleme hindeuten.
2. Fenster und Türen
- Fensterverglasung und Rahmen: Sind die Fenster doppelt oder sogar dreifach verglast? In den 80er und 90er Jahren wurden oft doppelt verglaste Fenster eingebaut, die inzwischen veraltet sein könnten. Prüfen Sie auf Zugluft oder Schwitzwasser.
- Dichtungen: Sind die Dichtungen elastisch und intakt? Veraltete Dichtungen können auf eine schlechtere Dämmung hinweisen.
- Balkontür und Eingangstür: Öffnen und schließen die Türen reibungslos? Prüfen Sie, ob die Türen gut isolieren und sich sicher verriegeln lassen.
3. Wände und Decken
- Risse und Abplatzungen: Achten Sie auf Risse, besonders in Ecken und an den Übergängen zur Decke. Kleine Risse sind meist unbedenklich, große oder diagonal verlaufende Risse könnten jedoch problematisch sein.
- Feuchtigkeit: Überprüfen Sie Wände und Decken auf Feuchtigkeitsflecken, insbesondere in Ecken, an Außenwänden und um Fensterbereiche.
- Oberflächenbeschaffenheit: Sind Tapeten und Wandfarben in gutem Zustand oder abgenutzt? Abblätternde Farbe oder Verfärbungen können auf Feuchtigkeitsprobleme hinweisen.
4. Bodenbeläge
- Zustand und Art des Bodenbelags: Ist der Boden in gutem Zustand? In den 80ern und 90ern wurden oft Teppichboden oder Fliesen verlegt, die heute eventuell veraltet oder abgenutzt wirken.
- Schalldämmung: Wirkt der Boden schalldämmend, oder hört man Schritte übermäßig laut? Dies kann auf unzureichende Dämmung hinweisen.
- Unebenheiten und Abnutzung: Sind Dellen, Kratzer oder lose Fliesen sichtbar?
5. Sanitäre Anlagen (Bad und Küche)
- Sanitärkeramik und Armaturen: Sind die Armaturen und Sanitäranlagen funktionstüchtig und frei von Kalkablagerungen? Alte Sanitärkeramik kann eine Sanierung notwendig machen.
- Fugen und Fliesen: Sind Fugen in Dusche und Badewanne intakt und frei von Schimmel? Lose oder rissige Fliesen können Anzeichen für Feuchtigkeitsprobleme sein.
- Abläufe und Abflüsse: Prüfen Sie, ob Wasser in Bad und Küche gut abläuft oder ob sich schnell Wasser staut.
- Warmwasserversorgung: Gibt es einen Boiler oder eine zentrale Warmwasserversorgung? Funktioniert das Warmwasser reibungslos?
6. Heizungsanlage und Heizkörper
- Typ und Zustand der Heizung: Ist die Heizung individuell steuerbar, und handelt es sich um eine Zentralheizung oder eine Etagenheizung? Heizungen aus den 80er oder 90er Jahren sind eventuell nicht mehr effizient.
- Heizkörper: Sind die Heizkörper rostfrei und gleichmäßig warm? Luft in den Heizkörpern oder ungleichmäßiges Heizen kann auf Wartungsbedarf hinweisen.
- Thermostate: Sind Thermostatventile an den Heizkörpern vorhanden und funktionsfähig?
7. Elektrik und Elektroinstallation
- Sicherungskasten: Überprüfen Sie den Sicherungskasten und achten Sie darauf, ob die Elektroinstallationen dem heutigen Standard entsprechen. In den 80er und 90er Jahren wurden oft noch alte Standards verwendet.
- Steckdosen und Lichtschalter: Sind die Steckdosen sicher und ausreichend vorhanden? Sind alle Lichtschalter funktionstüchtig?
- Beleuchtung und Verkabelung: Prüfen Sie, ob die Beleuchtung einwandfrei funktioniert und ob es sichtbare Schäden an Kabeln gibt.
8. Lüftung und Schimmelrisiko
- Fensterlüftung: Gibt es Fenster in allen relevanten Räumen, besonders im Bad und in der Küche, zur natürlichen Belüftung?
- Schimmelanzeichen: Achten Sie auf muffige Gerüche oder sichtbaren Schimmel in Ecken und um die Fensterrahmen.
- Lüftungsanlagen: Wenn eine Lüftungsanlage vorhanden ist, prüfen Sie, ob sie funktioniert und ob Luftzug erkennbar ist.
9. Lage und Orientierung der Wohnung
- Himmelsrichtung und Lichteinfall: Achten Sie darauf, wie viel Tageslicht die Wohnung bekommt und ob es sich um eine ruhige Lage handelt oder ob Straßenlärm zu hören ist.
- Schallschutz: Prüfen Sie die Schallisolierung, indem Sie auf Geräusche aus Nachbarwohnungen achten.
10. Gemeinschaftliche Bereiche und Dokumentation
- Zustand des Treppenhauses und anderer gemeinschaftlicher Bereiche: Ist das Treppenhaus sauber und gepflegt? Gibt es Anzeichen von Abnutzung oder Schäden?
- Keller- und Abstellräume: Überprüfen Sie Keller und Abstellräume auf Feuchtigkeit, Schimmel oder unzureichende Belüftung.
- Unterlagen: Fragen Sie nach einem Energieausweis und nach Unterlagen zu vergangenen Renovierungen oder Modernisierungen in der Wohnung oder im Gebäude.
Hinweise zur Besichtigung
- Dokumentieren Sie alle Beobachtungen: Notieren Sie Auffälligkeiten und machen Sie Fotos, falls gestattet. Diese Dokumentation hilft Ihnen später, Vergleiche anzustellen.
- Fragen Sie nach Plänen und Unterlagen: Pläne, frühere Sanierungsberichte oder Modernisierungsnachweise geben Hinweise auf die Wartungsgeschichte.
- Konsultieren Sie gegebenenfalls einen Fachmann: Bei konkreten Kaufabsichten ist eine Begutachtung durch Sachverständige oder Architekten ratsam, um versteckte Mängel aufzudecken.
Diese Checkliste gibt Ihnen einen guten Überblick über den Zustand der Wohnung und hilft Ihnen, den ersten Eindruck zu dokumentieren und mögliche Schwachstellen zu erkennen.