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Checkliste, die Ihnen hilft, den Zustand einer Eigentumswohnung aus den Jahren 2000–2020 bei einer Erstbesichtigung zu beurteilen. Sie ist darauf ausgelegt, sichtbare Mängel und potenzielle Sanierungsbedarfe ohne Eingriff in die Bausubstanz zu erkennen.
1. Außenbereiche und allgemeine Gebäudestruktur
- Fassade und Balkone: Prüfen Sie die Fassade auf Risse, Verfärbungen und Abplatzungen. Besonders bei Balkonen sollten Sie auf Feuchtigkeit, Roststellen und Schäden an der Abdichtung achten.
- Treppenhaus und gemeinschaftliche Bereiche: Achten Sie auf den Zustand der Wände, Treppen und Bodenbeläge. Sauberkeit und Wartungszustand geben Hinweise auf die allgemeine Instandhaltung des Gebäudes.
2. Fenster und Türen
- Fensterrahmen und -verglasung: In den 2000er Jahren sind meist doppelt oder dreifach verglaste Fenster verbaut worden. Achten Sie darauf, dass sie dicht schließen und nicht zugig sind. Prüfen Sie auf Kondenswasser oder Feuchtigkeitsspuren.
- Balkontür: Die Balkontür sollte gut schließen und eine ordentliche Isolierung bieten. Testen Sie, ob sie sich leicht öffnen und schließen lässt.
- Wohnungseingangstür: Die Tür sollte sicher schließen und gut isoliert sein. Sie sollte über eine solide Schließmechanik und eventuell einen Spion oder ein Sicherheitsriegel verfügen.
3. Innenwände und Decken
- Risse und Abplatzungen: Kleine Setzrisse sind oft unproblematisch, aber größere oder diagonal verlaufende Risse können auf mögliche strukturelle Probleme hinweisen.
- Feuchtigkeit und Schimmel: Überprüfen Sie insbesondere Wände und Decken an Außenwänden auf Anzeichen von Feuchtigkeit oder Schimmel. Die Luftqualität und eventuelle muffige Gerüche können ebenfalls Hinweise liefern.
- Oberflächenzustand: Sind Putz, Farbe und Tapeten in einem guten Zustand? Verfärbungen oder abblätternde Farben können auf Feuchtigkeitsprobleme hinweisen.
4. Bodenbeläge
- Zustand und Abnutzung: Achten Sie auf Kratzer, Dellen oder Flecken in den Bodenbelägen (wie Parkett, Laminat oder Fliesen). Starke Abnutzungserscheinungen können auf eine anstehende Erneuerung hinweisen.
- Schalldämmung: Überprüfen Sie, wie gut der Boden Trittschall dämmt. Ein lauter Trittschall kann auf eine mangelhafte Schalldämmung hinweisen, die in Wohnungen aus dieser Zeit gelegentlich noch ein Problem ist.
- Bodenebene und Stabilität: Sind Unebenheiten oder lose Fliesen sichtbar?
5. Sanitäre Anlagen (Bad und Küche)
- Armaturen und Sanitärkeramik: Testen Sie die Wasserhähne und Armaturen. Diese sollten frei von Kalkablagerungen und Rost sein. Auch ältere Armaturen aus den 2000er Jahren könnten bei übermäßigem Verschleiß Sanierungsbedarf haben.
- Fliesen und Fugen: Prüfen Sie die Fugen und Fliesen auf Schimmel und Risse, besonders in Feuchträumen wie Bad und Küche.
- Abläufe und Abflussgeschwindigkeit: Testen Sie das Abflussverhalten in Bad und Küche. Stauendes Wasser kann auf Verstopfungen hinweisen.
- Warmwasserversorgung: Testen Sie, wie schnell warmes Wasser verfügbar ist. Bei modernen Wohnungen aus den 2000ern ist meist eine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden, die effizient sein sollte.
6. Heizung und Energieeffizienz
- Typ der Heizung: Ist eine Fußbodenheizung, eine zentrale oder eine individuelle Heizanlage verbaut? Prüfen Sie das Alter und den Zustand der Heizungsanlage, um potenzielle Wartungsanforderungen zu erkennen.
- Heizkörper: Falls Heizkörper vorhanden sind, sollten diese frei von Rost und gleichmäßig warm sein. Prüfen Sie, ob Thermostatventile vorhanden und funktionsfähig sind.
- Energieverbrauch und Dämmung: Ein Energieausweis sollte bei Wohnungen aus den 2000er Jahren vorliegen. Dieser gibt Hinweise zur Dämmung und zum Energieverbrauch. Fragen Sie nach diesem Ausweis, falls er nicht zugänglich ist.
7. Elektrische Installationen
- Sicherungskasten und Absicherung: Der Sicherungskasten sollte auf einem modernen Stand sein, mit ausreichend abgesicherten Stromkreisen und einem FI-Schutzschalter.
- Steckdosen und Schalter: Überprüfen Sie die Anzahl und Lage der Steckdosen in jedem Raum. Die Schalter sollten funktionstüchtig und sicher sein.
- Beleuchtung und Verkabelung: Testen Sie, ob alle Lichtschalter und Anschlüsse ordnungsgemäß funktionieren. Achten Sie auf sichtbare Kabelschäden.
8. Lüftung und Belüftungsmöglichkeiten
- Fensterlüftung: Die Wohnung sollte in allen relevanten Räumen Fenster für eine ausreichende Belüftung bieten, insbesondere im Bad und in der Küche.
- Lüftungsanlagen: Falls eine mechanische Belüftung vorhanden ist, sollte sie funktionstüchtig sein und gut gewartet wirken.
- Schimmelanzeichen: Achten Sie auf Gerüche und sichtbare Schimmelspuren an Wänden oder in Ecken.
9. Lage und Umgebung
- Himmelsrichtung und Tageslicht: Wie viel Tageslicht erreicht die Wohnung, und wie ist ihre Ausrichtung? Helle Wohnungen sind oft angenehmer und energiesparender.
- Schallschutz: Prüfen Sie die Schallisolierung, insbesondere wenn die Wohnung nahe an Straßen oder in einem lebendigen Viertel liegt. Achten Sie auf Geräusche aus Nachbarwohnungen.
10. Gemeinschaftliche Bereiche und Unterlagen
- Zustand des Treppenhauses und gemeinschaftlicher Einrichtungen: Der Zustand des Treppenhauses und anderer gemeinschaftlich genutzter Bereiche wie Fahrradkeller oder Waschküche gibt Hinweise auf die allgemeine Instandhaltung.
- Keller und Abstellräume: Prüfen Sie Keller und Abstellräume auf Feuchtigkeit, Belüftungsmöglichkeiten und eventuelle Schäden.
- Verfügbarkeit von Dokumenten: Bitten Sie um Einblick in den Energieausweis, die Protokolle der Eigentümerversammlungen und Informationen über die Rücklagen des Hauses. Diese Dokumente geben Hinweise auf geplante oder vergangene Renovierungsmaßnahmen und die finanzielle Situation der Eigentümergemeinschaft.
Tipps für die Erstbesichtigung
- Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen: Notieren Sie sich Auffälligkeiten, und machen Sie bei Erlaubnis Fotos, um später die besichtigten Wohnungen besser vergleichen zu können.
- Nachfrage bei Verkäufer oder Makler: Fragen Sie gezielt nach Sanierungsmaßnahmen, die bereits durchgeführt wurden, sowie nach möglichen Mängeln oder Schwachstellen, die der Verkäufer kennt.
- Beratung durch Fachleute: Wenn die Wohnung in die engere Wahl kommt, lassen Sie eine Begutachtung durch einen Sachverständigen vornehmen, um eventuelle versteckte Mängel zu erkennen.
Diese Checkliste bietet Ihnen eine fundierte Grundlage, um den Zustand einer Wohnung aus den Jahren 2000–2010 zu bewerten. Eine genaue Untersuchung durch Fachleute kann Ihnen bei weiterem Kaufinteresse helfen, alle möglichen Risiken zu minimieren.