Checkliste zur Überprüfung der fachgerechten Installation des Zählerschranks incl. der Kennzeichnung aller Einzelsicherungen bei Nutzung der Mehrsparten-Hauseinführung

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1. Vorbereitung und Grundlagen

  • Genehmigungen und Abnahmen: Wurden alle notwendigen Genehmigungen von Energieversorgern und Netzbetreibern eingeholt?
  • Erdungs- und Potentialausgleich: Wurde der Potentialausgleich korrekt an den Fundamenterder oder anderen Erdungspunkten angeschlossen?
  • DIN-Normen: Entspricht die Installation den relevanten DIN-VDE-Normen (z.B. DIN 18015, VDE 0100)?

2. Zählerschrank

  • Platzierung des Zählerschranks: Wurde der Zählerschrank an der richtigen Position installiert (z.B. trockener Raum, leicht zugänglich)?
  • Mindestabstände: Sind die Mindestabstände zur Wand, zu anderen elektrischen Komponenten und zu feuergefährlichen Materialien eingehalten?
  • Belüftung: Ist eine ausreichende Belüftung um den Zählerschrank herum gewährleistet, um Überhitzung zu vermeiden?
  • Fixierung und Ausrichtung: Wurde der Zählerschrank stabil und waagerecht an der Wand montiert?
  • Schutz vor Feuchtigkeit: Bei Einbau in einem Keller oder feuchten Räumen – wurde eine entsprechende Schutzklasse gewählt (z.B. IP44)?

3. Mehrsparten-Hauseinführung

  • Anschluss der Mehrsparten-Hauseinführung: Sind die Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Gas, Telekommunikation) ordnungsgemäß in die Mehrsparten-Hauseinführung integriert?
  • Abdichtung: Ist die Mehrsparten-Hauseinführung gegen Wasser und Feuchtigkeit abgedichtet (Druckprüfung eventuell erforderlich)?
  • Trennbarkeit der Sparten: Ist gewährleistet, dass die einzelnen Leitungen der Mehrsparten-Hauseinführung nicht miteinander in Kontakt kommen oder die Anforderungen an den Brandschutz nicht gefährden?

4. Anschluss der Zuleitungen

  • Korrekte Einführung der Kabel: Wurden die Hauptstromleitung und alle weiteren Kabel sauber und sicher in den Zählerschrank eingeführt (keine mechanische Beschädigung der Leitungen)?
  • Kabelverschraubungen: Sind die Verschraubungen für alle eingeführten Kabel vorhanden und festgezogen, um Zugentlastung zu gewährleisten?
  • Aderkennzeichnung: Sind die einzelnen Adern gemäß den Farbcodes für Schutzleiter (PE), Neutralleiter (N) und Außenleiter (L1, L2, L3) eindeutig gekennzeichnet?

5. Zählerplatz und Hauptanschluss

  • Zählervorbereitung: Ist der Zählerplatz frei von Hindernissen, sodass der Stromzähler später problemlos montiert werden kann?
  • Hauptleitungsanschluss: Ist der Hauptleitungsanschluss korrekt und sicher montiert, sodass die Stromzufuhr problemlos gewährleistet ist?
  • Überspannungsschutz: Wurde ein Überspannungsschutzgerät gemäß den Vorschriften eingebaut?

6. Sicherungsautomaten und Fehlerstromschutzschalter (RCD)

  • Installation der Sicherungsautomaten: Sind alle Sicherungsautomaten für die einzelnen Stromkreise ordnungsgemäß installiert?
  • Auswahl der Sicherungen: Wurde die richtige Auslösecharakteristik (z.B. B, C oder D-Typ) je nach Stromkreis und Last richtig gewählt?
  • Fehlerstromschutzschalter (RCD): Sind alle Fehlerstromschutzschalter (mindestens 30 mA für Endstromkreise) installiert und beschriftet?
  • Schutzart des RCD: Wurde für Feuchträume oder Außenbereiche der richtige RCD mit Typ A, B oder F gewählt?

7. Kennzeichnung der Einzelsicherungen

  • Eindeutige Beschriftung: Sind alle Sicherungsautomaten und Schutzschalter eindeutig und gut lesbar beschriftet? Jede Sicherung sollte klar den entsprechenden Raum oder Stromkreis zugeordnet sein (z.B. „Küche“, „Wohnzimmer“, „Außenbereich“).
  • Sicherungsplan: Liegt ein Sicherungsplan in oder nahe am Zählerschrank aus, der die Zuordnung der Sicherungen, RCDs und Stromkreise detailliert beschreibt?
  • Farbliche Markierung (optional): Wurden Farbcodes zur besseren Unterscheidung der Stromkreise (z.B. Licht, Steckdosen, Heizungen) verwendet?
  • Verplombung von Hauptsicherungen: Sind die Hauptsicherungen oder andere relevante Komponenten ordnungsgemäß verplombt?

8. Funktionstest und Inbetriebnahme

  • Durchgangsprüfung und Isolationsmessung: Wurden alle Kabelverbindungen geprüft, um Kurzschlüsse oder Erdungsfehler auszuschließen?
  • RCD-Test: Wurde die Auslösezeit der Fehlerstromschutzschalter getestet (RCD-Test mit Prüftaste)?
  • Spannungsprüfung: Wurde die korrekte Spannung an allen Sicherungen und Stromkreisen gemessen?
  • Dokumentation: Wurde die Installation durch einen zertifizierten Elektriker dokumentiert und vom Netzbetreiber freigegeben?

9. Abschließende Sicherheitsüberprüfung

  • Brandschutz: Sind alle baulichen und elektrischen Brandschutzvorgaben erfüllt (z.B. Verlegung der Leitungen durch Brandwände)?
  • Schutzabdeckungen: Sind alle Abdeckungen der Sicherungen, Klemmen und Leitungen sicher montiert, sodass keine Berührung möglich ist?
  • Zugänglichkeit: Sind alle Komponenten (Zählerschrank, Sicherungen) leicht zugänglich und können bei Bedarf gewartet werden?

Diese Checkliste hilft, die fachgerechte Installation des Zählerschranks sowie die Nutzung der Mehrsparten-Hauseinführung gründlich zu überprüfen und sicherzustellen, dass alle relevanten Normen eingehalten werden.