Checkliste zur Überprüfung der fachgerechten Verlegung der Abwasser führenden Rohrleitungen von den Wasserverbrauchsstellen bis zur Übergabe in das öffentliche Abwassersystem.

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1. Planung und Dokumentation

  • Verlegeplan vorhanden: Liegt ein vollständiger Verlegeplan vor, der die Position aller Abwasserleitungen, Übergabestellen und Entlüftungen enthält?
  • Dimensionierung: Sind die Abwasserrohrleitungen ausreichend dimensioniert, um den Abwasseranfall gemäß den Normen abzuleiten?
  • Materialauswahl: Wurden geeignete Materialien (z. B. Kunststoffrohre, Gussrohre) für die Abwasserleitungen verwendet und dokumentiert?

2. Gefälle und Rohrverlegung

  • Gefälle: Wurde das erforderliche Mindestgefälle der Abwasserleitungen eingehalten (mindestens 1-2 % je nach Norm), um einen ungehinderten Abfluss des Abwassers zu gewährleisten?
  • Trassenführung: Wurden die Abwasserleitungen gemäß dem Verlegeplan ohne unnötige Umwege oder Biegungen verlegt, um Verstopfungen zu vermeiden?
  • Vermeidung von Stagnation: Wurden Fließwege so gestaltet, dass das Abwasser durchgehend abfließen kann (keine Stellen, an denen sich Wasser sammeln könnte)?

3. Verbindungen und Muffen

  • Dichtheit der Verbindungen: Sind alle Rohrverbindungen (Steckmuffen, Klebeverbindungen) luft- und wasserdicht?
  • Richtige Verarbeitung der Muffen: Wurden die Steckverbindungen und Muffen gemäß den Herstellerangaben montiert (z. B. richtige Einstecktiefe, Schmierung der Dichtungen)?
  • Schwingungsentkopplung: Wurde darauf geachtet, dass Rohrleitungen in Wohnbereichen schwingungsfrei und schallgedämmt installiert sind?

4. Befestigung der Rohrleitungen

  • Rohrhalterungen: Wurden die Abwasserrohre ordnungsgemäß befestigt (mit Rohrschellen oder anderen Halterungen in geeigneten Abständen, um Durchbiegung zu verhindern)?
  • Befestigungsabstände: Wurden die Halterungen in ausreichenden Abständen angebracht, um ein Durchhängen der Rohre zu verhindern (bei Kunststoffrohren i.d.R. alle 1–2 Meter)?
  • Schwingungs- und Geräuschdämmung: Wurden schalldämmende Maßnahmen (z. B. Gummieinlagen in den Halterungen) ergriffen, um die Geräuschübertragung in die Gebäudestruktur zu minimieren?

5. Lüftung und Entlüftung

  • Entlüftung der Abwasserleitungen: Ist eine ausreichende Entlüftung der Abwasserleitungen sichergestellt (z. B. durch Fallrohrentlüftungen über Dach oder Lüftungsventile), um ein Siphon-Auslaufen und unangenehme Gerüche zu verhindern?
  • Lüftungsleitungen korrekt angeschlossen: Wurde die Lüftung korrekt an den Abwasserfallleitungen angeschlossen, um den Druckausgleich zu gewährleisten?

6. Siphons und Rückstausicherung

  • Siphons an Verbrauchsstellen: Wurden an allen relevanten Wasserverbrauchsstellen (Waschbecken, WC, Dusche, Badewanne etc.) ordnungsgemäß dimensionierte Siphons installiert, um Geruchsverschlüsse zu gewährleisten?
  • Rückstausicherung: Ist in Rückstaugefährdeten Bereichen eine Rückstauklappe oder ein Rückstausicherungssystem installiert, um das Eindringen von Abwasser aus dem öffentlichen Kanalnetz zu verhindern?
  • Rückstauklappen korrekt eingebaut: Wurden die Rückstauklappen gemäß den Einbauvorschriften des Herstellers eingebaut und getestet?

7. Verlegung durch Wände, Decken und Böden

  • Kernbohrungen und Durchführungen: Sind die Durchführungen der Abwasserleitungen durch Wände, Decken und Böden sauber und fachgerecht ausgeführt (z. B. ohne Beschädigung der Bausubstanz)?
  • Brandschutzmaßnahmen: Wurden Brandschutzmaßnahmen bei Rohrdurchführungen gemäß geltenden Vorschriften berücksichtigt (z. B. durch Brandschutzmanschetten)?
  • Schallschutzmaßnahmen: Sind schalltechnische Maßnahmen an Rohrdurchführungen durch Wände und Decken vorhanden, um eine Geräuschübertragung zu minimieren?

8. Fallleitungen und Abzweigungen

  • Korrekte Fallleitung: Wurde das Fallrohr senkrecht und ohne enge Bögen installiert, um einen optimalen Abfluss des Abwassers zu gewährleisten?
  • Abzweigungen richtig ausgeführt: Wurden die Abzweigungen von den Fallleitungen korrekt angeschlossen (z. B. mit 45°- oder 87°-Bögen statt scharfer 90°-Bögen, um Fließhindernisse zu vermeiden)?
  • Dimensionierung der Fallleitung: Ist die Fallleitung ausreichend dimensioniert, um das anfallende Abwasser sicher abzuleiten?

9. Übergabe an das öffentliche Abwassersystem

  • Anschluss an das öffentliche Netz: Wurde der Übergabepunkt an das öffentliche Abwassersystem korrekt ausgeführt (z. B. an einem Revisionsschacht oder einer Anschlussleitung zum öffentlichen Kanal)?
  • Gefälle zum öffentlichen Kanal: Ist das Gefälle der Leitungen zum öffentlichen Kanal hin ausreichend, um einen Rückstau oder Stagnation zu vermeiden?
  • Einbau eines Revisionsschachtes: Wurde ein leicht zugänglicher Revisionsschacht oder eine Reinigungsöffnung an geeigneten Stellen installiert, um Wartungsarbeiten oder Verstopfungen beheben zu können?

10. Dichtheitsprüfung

  • Dichtheitsprüfung der Abwasserleitung: Wurde die Dichtheit des gesamten Rohrsystems durch eine Wasserdruckprüfung oder Luftdruckprüfung gemäß den geltenden Vorschriften durchgeführt?
  • Dokumentation der Dichtheitsprüfung: Wurde das Ergebnis der Dichtheitsprüfung protokolliert und dem Betreiber oder der zuständigen Behörde vorgelegt?

11. Sicherung gegen Frost (bei Außenleitungen)

  • Verlegung frostgefährdeter Leitungen: Wurde sichergestellt, dass keine Abwasserleitungen in frostgefährdeten Bereichen ohne ausreichende Isolierung verlegt wurden?
  • Frostsichere Einbindung: Wurden alle frostgefährdeten Außenleitungen oder erdverlegte Leitungen unterhalb der Frostgrenze verlegt oder entsprechend isoliert?

12. Inbetriebnahme und Funktionsprüfung

  • Test der Abflussfähigkeit: Wurde nach der Installation an allen Wasserverbrauchsstellen die Abflussfähigkeit der Abwasserleitungen getestet (z. B. durch Ausspülen der Leitungen)?
  • Geruchsprüfung: Wurde die Anlage auf eventuelle Geruchsbelästigungen geprüft, um sicherzustellen, dass alle Siphons und Entlüftungen korrekt funktionieren?
  • Rückstauschutz getestet: Wurde die Rückstausicherung (falls vorhanden) auf Funktion geprüft, um sicherzustellen, dass kein Abwasser in das Gebäude zurückfließen kann?

13. Wartungszugänglichkeit und Dokumentation

  • Zugänglichkeit von Revisionsstellen: Sind Revisionsstellen und Reinigungsöffnungen leicht zugänglich, um eine spätere Wartung und Reinigung der Abwasserleitungen zu ermöglichen?
  • Dokumentation der Installation: Wurden alle relevanten Daten (Verlegepläne, Dichtheitsprüfung, verwendete Materialien) dokumentiert und dem Betreiber übergeben?
  • Einweisung des Betreibers: Wurde der Betreiber in die Funktionsweise und Wartungsanforderungen des Abwassersystems eingewiesen?

Diese Checkliste gewährleistet, dass die Verlegung der Abwasserleitungen fachgerecht durchgeführt wird, von den Wasserverbrauchsstellen bis zur Übergabe an das öffentliche Abwassersystem. Die ordnungsgemäße Installation trägt zur Langlebigkeit des Systems bei, reduziert das Risiko von Verstopfungen oder Rückstau und stellt sicher, dass die geltenden Vorschriften eingehalten werden.