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1. Vorbereitung des Untergrundes
- Untergrundprüfung:
- Der Untergrund ist sauber, trocken, eben, tragfähig und frei von Rissen, Staub, Fett oder anderen Verunreinigungen.
- Prüfung der Ebenheit des Untergrundes mit einem Richtscheit oder einer Wasserwaage auf Unebenheiten (bei Großformatfliesen sollten Abweichungen nicht mehr als 2 mm auf 2 Meter betragen, gemäß DIN 18202).
- Der Untergrund ist ausreichend tragfähig, und es gibt keine Hohlstellen oder lockeren Bereiche (Klopfprobe oder spezielle Messgeräte verwendet).
- Grundierung:
- Saugende Untergründe wurden mit einem geeigneten Tiefengrund vorbehandelt, um das Saugverhalten zu regulieren.
- Bei nicht saugenden oder glatten Untergründen wurde ein Haftvermittler verwendet, um eine optimale Haftung des Fliesenklebers zu gewährleisten.
- Bewegungsfugen:
- Bewegungsfugen im Bodenbelag wurden entsprechend den baulichen Anforderungen angelegt (insbesondere bei großen Flächen).
2. Materialprüfung
- Fliesen:
- Alle Fliesen wurden auf Maßhaltigkeit, Beschädigungen und Oberflächenfehler geprüft.
- Großformatige Fliesen wurden auf eventuelle Krümmungen kontrolliert (durch leichtes Anheben der Fliesen oder mit einer Wasserwaage).
- Fliesenkleber:
- Für die Verlegung wurde ein flexibler, schnellabbindender und großformatgeeigneter Fliesenkleber verwendet, der für Großformate (120 x 60 cm oder größer) ausgelegt ist.
- Verlegematerialien:
- Geeignete Werkzeuge wie Säge, Fliesenschneider, Nivelliersysteme und spezielle Verlegehilfen (z.B. Saugheber) sind vorhanden und funktionsfähig.
3. Planung und Verlegebild
- Verlegeplan:
- Ein detaillierter Verlegeplan wurde erstellt, der das Verlegemuster, das Fugenbild und die Schnittpositionen beschreibt (gerade, diagonal oder versetzt verlegt).
- Vorab wurde eine „Trockenverlegung“ vorgenommen, um die Ausrichtung und eventuelle Zuschnitte festzulegen, insbesondere in den Randbereichen.
- Ausrichtung:
- Die Verlegerichtung der Fliesen wurde in Übereinstimmung mit den optischen Anforderungen und dem Raumkonzept festgelegt.
- Eventuelle Verzüge der Fliesen wurden berücksichtigt (insbesondere bei versetztem Verlegemuster).
4. Verlegung der Fliesen
- Fliesenkleber:
- Der Fliesenkleber wurde gemäß den Herstellerangaben angemischt (korrekte Konsistenz und Verarbeitungszeit eingehalten).
- Auftragsverfahren: Buttering-Floating-Methode wurde angewandt (Fliesenkleber wird sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen), um eine vollständige Haftung zu gewährleisten.
- Verlegung:
- Fliesen wurden mit einem Nivelliersystem oder Fliesenkreuzen verlegt, um ein gleichmäßiges Fugenbild und eine exakte Ausrichtung der Fliesen zu gewährleisten.
- Beim Auflegen der Fliesen wurde der Saugheber verwendet, um die schweren Fliesen sicher zu positionieren.
- Nach dem Auflegen wurden die Fliesen leicht angedrückt und mit einem Gummihammer nachjustiert, um einen vollflächigen Kontakt zwischen Fliesen und Kleber zu erzielen.
- Die Fugenbreite wurde entsprechend der Anforderungen (meist mindestens 3 mm) gleichmäßig eingehalten.
- Ebenheit:
- Die Ebenheit der verlegten Fliesen wurde kontinuierlich mit einem Richtscheit oder einer langen Wasserwaage überprüft, um sicherzustellen, dass die Fliesen keine Höhenunterschiede (Überzähne) aufweisen.
5. Zuschnitt und Randbereiche
- Schnittfliesen:
- Randfliesen und Fliesen an Übergängen wurden passgenau und sauber zugeschnitten. Bei großformatigen Fliesen sollte auf den Einsatz von geeigneten Fliesenschneidern oder Nassschneidern geachtet werden.
- Schnittkanten wurden entgratet, um saubere Übergänge und ein ästhetisches Erscheinungsbild zu gewährleisten.
- Verlegung an Türschwellen und Übergängen:
- Fliesen an Übergängen wurden sauber ausgeführt, und Dehnungsfugen wurden berücksichtigt, um Spannungen im Belag zu vermeiden.
6. Vermeidung von Belastungen während der Trocknungszeit
- Trocknungszeit des Fliesenklebers:
- Die frisch verlegte Fliesenfläche wurde nicht vorzeitig betreten oder belastet, bis der Fliesenkleber vollständig ausgehärtet war (in der Regel 24–48 Stunden, je nach Kleber und Bedingungen).
- Schutz der Fliesenfläche:
- Während der Trocknungszeit wurde die Fläche durch geeignete Abdeckungen (z.B. Bauvlies) vor Beschädigungen geschützt.
7. Verfugung der Fliesen
- Vorbereitung der Fugen:
- Fugen wurden vor dem Verfugen gründlich gereinigt und von Kleberresten befreit, um eine gleichmäßige Verfugung zu ermöglichen.
- Verfugung:
- Eine für großformatige Fliesen geeignete Fugenmasse wurde verwendet und gleichmäßig in die Fugen eingebracht (Verarbeitung mit Gummiwischer oder Fugengummi).
- Die Fugenmasse wurde tief in die Fugen eingearbeitet, um Lücken und Fehlstellen zu vermeiden.
- Glätten der Fugen:
- Nach dem ersten Trocknen der Fugenmasse wurde die Oberfläche mit einem feuchten Schwamm oder Fugenschwamm gereinigt, ohne die Fugen auszuwaschen.
8. Rand- und Bewegungsfugen
- Randfugen:
- Randbereiche (z.B. an Wänden, Türübergängen) wurden mit elastischen Dichtstoffen (z.B. Silikon oder Acryl) ausgeführt, um Bewegungen des Bodenbelags auszugleichen und Rissbildungen zu vermeiden.
- Dehnungsfugen:
- Dehnungs- und Bewegungsfugen wurden gemäß den Anforderungen der Bodenfläche und der Raumgröße eingehalten, insbesondere bei großen Flächen.
- Die Bewegungsfugen wurden ordnungsgemäß mit geeigneten Materialien ausgefüllt.
9. Endkontrolle und Reinigung
- Oberflächenprüfung:
- Die gesamte Fläche wurde auf gleichmäßiges Fugenbild, Ebenheit, saubere Übergänge und eventuelle Beschädigungen überprüft.
- Überprüfung der Fliesen auf Risse, Kratzer oder andere sichtbare Mängel.
- Reinigung:
- Nach der Verfugung wurde die Fliesenoberfläche gründlich gereinigt, um überschüssige Fugenmasse und Flecken zu entfernen (ohne die Fliesenoberfläche zu beschädigen).
- Imprägnierung/Versiegelung:
- Falls notwendig, wurde die Fliesenoberfläche (insbesondere bei Naturstein oder porösen Fliesen) abschließend imprägniert oder versiegelt, um sie vor Feuchtigkeit und Flecken zu schützen.
10. Dokumentation und Abnahme
- Dokumentation:
- Alle verwendeten Materialien (Fliesen, Fliesenkleber, Fugenmasse) und die ausgeführten Arbeitsschritte wurden dokumentiert.
- Endabnahme:
- Eine Endabnahme wurde gemeinsam mit dem Bauherrn durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Verlegung den Anforderungen und Erwartungen entspricht.
11. Wartung und Pflegehinweise
- Pflegehinweise:
- Es wurden geeignete Pflegehinweise für die Großformatfliesen übergeben (empfohlene Reinigungsmittel und Pflegemethoden, um die Langlebigkeit und das Erscheinungsbild zu gewährleisten).
Diese Checkliste stellt sicher, dass die Verlegung von Bodenfliesen im Großformat (ab 120 x 60 cm) fachgerecht durchgeführt wurde, um eine dauerhaft stabile, belastbare und optisch ansprechende Fliesenfläche zu gewährleisten.