Die Vorwärmung kalter Außenluft führt ja zu einer Absenkung des Feuchtegehalts der Zuluft. Gerade in der Winterperiode kann trockene Raumluft zu einem gesundheitlichen Problem werden. Was kann man dagegen unternehmen ?

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Besonders in der kalten Jahreszeit kann trockene Raumluft zu gesundheitlichen Problemen führen, wie trockenen Schleimhäuten, Hautreizungen und Atemwegsproblemen. Dies tritt häufig auf, wenn eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kalte Außenluft vorwärmt, da diese Luft bei niedrigen Temperaturen von Natur aus sehr wenig Feuchtigkeit enthält. Die relative Luftfeuchtigkeit im Innenraum kann dadurch stark absinken. Es gibt jedoch verschiedene Maßnahmen, um dieses Problem zu lindern:

1. Integration eines Feuchterückgewinnungssystems (Enthalpie-Wärmetauscher)

  • Enthalpie-Wärmetauscher: Ein Enthalpie-Wärmetauscher ist eine spezielle Art von Wärmetauscher, die nicht nur die Wärme, sondern auch einen großen Teil der Feuchtigkeit aus der Abluft zurückgewinnt und in die Zuluft überträgt. Dadurch bleibt ein Teil der Feuchtigkeit im Raum erhalten, ohne dass die Effizienz der Wärmerückgewinnung beeinträchtigt wird.
  • Vorteil: Ein Enthalpie-Wärmetauscher kann den Feuchtigkeitsverlust erheblich reduzieren und für eine angenehmere Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen. Die relative Luftfeuchtigkeit bleibt in einem komfortableren Bereich, typischerweise um 30–50 %.

Lösung: Falls die Lüftungsanlage diese Option nicht standardmäßig unterstützt, kann sie in vielen Fällen nachgerüstet werden.

2. Nutzung eines Luftbefeuchters

  • Elektrische Luftbefeuchter: Die Installation eines Luftbefeuchters kann die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen erhöhen. Es gibt verschiedene Arten von Luftbefeuchtern:
    • Verdampfer: Wasser wird erhitzt und als Dampf in die Luft abgegeben, was die Luftfeuchtigkeit effektiv erhöht.
    • Verdunster: Wasser verdunstet natürlich oder mit einem Ventilator und erhöht die Luftfeuchtigkeit ohne Erwärmung.
    • Ultraschallbefeuchter: Erzeugt einen feinen Wassernebel, der in die Raumluft abgegeben wird.
  • Zentrale Luftbefeuchter: In größeren Häusern oder Gebäuden kann ein zentraler Luftbefeuchter direkt in die Lüftungsanlage integriert werden. Diese Systeme sind leistungsstark und können gleichmäßig Feuchtigkeit in das gesamte Gebäude abgeben.

Lösung: Ein Luftbefeuchter kann besonders in der Winterperiode eingesetzt werden, um die Raumluft auf einem angenehmen Feuchtigkeitsniveau zu halten.

3. Pflanzen zur natürlichen Luftbefeuchtung

  • Feuchtigkeitsabgabe durch Pflanzen: Bestimmte Pflanzen können die Raumluft natürlich befeuchten, indem sie über die Blätter Wasser verdunsten. Beispiele für solche Pflanzen sind:
    • Grünlilie
    • Einblatt (Spathiphyllum)
    • Zimmerlinde
    • Bogenhanf
  • Pflanzen in mehreren Räumen: In mehreren Räumen verteilt, können diese Pflanzen einen kleinen, aber nützlichen Beitrag zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit leisten, ohne dass elektrische Geräte benötigt werden.

Lösung: Pflanzen sind eine einfache und natürliche Methode, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Luftqualität durch Sauerstoffproduktion zu verbessern.

4. Steuerung der Luftwechselrate

  • Anpassung der Lüftungsanlage: Die Lüftungsanlage kann so eingestellt werden, dass die Luftwechselrate reduziert wird, insbesondere in der Winterperiode. Dies bedeutet, dass weniger trockene Außenluft ins Gebäude gelangt und somit weniger Feuchtigkeit abgeführt wird. Moderne Lüftungsanlagen können häufig bedarfsgerecht gesteuert werden, basierend auf CO₂-Sensoren oder Feuchtigkeitssensoren.
  • Nachtabsenkung: Eine Nachtabsenkung der Lüftung, bei der die Lüftungsrate während der Nachtstunden verringert wird, kann helfen, die Luftfeuchtigkeit im Gebäude zu stabilisieren.

Lösung: Durch eine bedarfsgerechte Steuerung der Lüftungsanlage kann die Luftfeuchtigkeit besser erhalten werden, ohne die Luftqualität oder den Energieverbrauch negativ zu beeinflussen.

5. Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch passive Maßnahmen

  • Offene Wasserquellen: Eine einfache Möglichkeit, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, besteht darin, offene Wasserbehälter oder Wasserschalen auf Heizkörpern oder in den Räumen aufzustellen. Durch die Verdunstung des Wassers wird Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben.
  • Wäsche im Raum trocknen: Das Trocknen von Wäsche im Innenraum kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Allerdings sollte dies nur in Maßen erfolgen, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Lösung: Passiv lässt sich die Luftfeuchtigkeit durch Verdunstung von Wasser in Räumen etwas erhöhen.

6. Befeuchtung über Wärmepumpen-Klimaanlagen

  • Kombinierte Heiz- und Befeuchtungssysteme: Einige moderne Wärmepumpen-Klimaanlagen verfügen über eine Befeuchtungsfunktion. Diese Anlagen können nicht nur den Raum heizen und kühlen, sondern auch gezielt Feuchtigkeit in die Luft abgeben, um ein gesundes Raumklima zu schaffen.

Lösung: Wenn eine Wärmepumpe installiert ist, könnte die Anschaffung eines kombinierten Systems mit Luftbefeuchterfunktion sinnvoll sein.

7. Messung der Luftfeuchtigkeit

  • Hygrometer zur Kontrolle: Um die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten, ist die Verwendung eines Hygrometers empfehlenswert. Diese Geräte messen die relative Luftfeuchtigkeit und zeigen, ob sie im optimalen Bereich (zwischen 40 % und 60 %) liegt. Einige moderne Smart-Home-Systeme bieten auch eine automatische Feuchtigkeitsüberwachung an, die mit der Lüftungsanlage verknüpft ist.

Lösung: Durch die regelmäßige Überprüfung der Luftfeuchtigkeit können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen, falls die Luft zu trocken wird.


Fazit:

Die Vorwärmung der Außenluft durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann zu trockener Raumluft führen, besonders im Winter. Um dies zu vermeiden und die Luftfeuchtigkeit in einem gesunden Bereich zu halten, gibt es mehrere wirksame Maßnahmen:

  1. Enthalpie-Wärmetauscher oder integrierte Luftbefeuchter in der Lüftungsanlage.
  2. Verwendung von elektrischen Luftbefeuchtern oder zentralen Befeuchtungssystemen.
  3. Einsetzen von Pflanzen, die auf natürliche Weise Feuchtigkeit abgeben.
  4. Anpassung der Luftwechselrate der Lüftungsanlage.
  5. Passive Maßnahmen wie offene Wasserquellen oder das Trocknen von Wäsche im Raum.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen können Sie die Luftfeuchtigkeit im Winter stabilisieren und ein angenehmes, gesundes Raumklima schaffen.