Kann ich in einem Bereich der Immobilie schon wohnen, während in einem anderen noch renoviert wird, und worauf muss ich achten?

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Ja, es ist grundsätzlich möglich, in einem Teil der Immobilie zu wohnen, während andere Bereiche noch renoviert werden. Allerdings solltest du einige wichtige Punkte beachten, um die Wohnqualität und Sicherheit während der Renovierung zu gewährleisten. Hier sind einige Tipps und Überlegungen, die dir helfen, dies möglichst stressfrei und effizient zu gestalten:

1. Klare Trennung von Wohn- und Renovierungsbereichen

Um den Staub, Lärm und Schmutz zu minimieren, solltest du den Wohnbereich klar vom Renovierungsbereich abtrennen. Hier sind einige Maßnahmen:

  • Barrieren schaffen: Verwende Folienabdeckungen oder Staubschutzwände (z. B. aus Plastikplanen) an den Türen zwischen den Wohn- und Renovierungsbereichen, um Staub und Schmutz in den zu renovierenden Bereich zu begrenzen.
  • Abdeckungen: Decke Böden, Möbel und andere empfindliche Gegenstände im Wohnbereich ab, um sie vor Staub und Beschädigungen zu schützen.
  • Lüftung sicherstellen: Sorge dafür, dass die Wohnbereiche gut belüftet sind, vor allem, wenn in den Renovierungsbereichen mit starken Chemikalien, Farben oder Lacken gearbeitet wird. Halte Fenster geöffnet, oder verwende Luftfilter, um die Luftqualität zu verbessern.

2. Priorisierung der wichtigsten Räume

Stelle sicher, dass die wichtigsten Räume bereits vollständig renoviert und funktional sind, bevor du in den Wohnbereich einziehst:

  • Badezimmer und Küche: Diese Räume sollten voll funktionsfähig sein, bevor du einziehst. Ohne eine nutzbare Küche und ein funktionierendes Badezimmer wird der Alltag sehr schwierig.
  • Schlafzimmer: Dein Schlafbereich sollte ebenfalls renoviert und sauber sein, damit du ausreichend Ruhe hast, auch wenn in anderen Teilen des Hauses noch gearbeitet wird.

3. Lärmbelastung und Arbeitszeiten

Lärm ist ein unvermeidbarer Teil von Renovierungsarbeiten, aber du kannst Maßnahmen ergreifen, um den Stress durch Lärm zu minimieren:

  • Absprachen mit Handwerkern: Falls du Handwerker engagiert hast, stimme die Arbeitszeiten ab, um sicherzustellen, dass sie zu Zeiten arbeiten, die deinen Alltag möglichst wenig stören. Es ist hilfreich, feste Arbeitszeiten festzulegen, damit du die lauteren Arbeiten einplanen kannst.
  • Renovierungen in Etappen planen: Konzentriere dich darauf, zuerst die Räume zu renovieren, die am dringendsten benötigt werden, und lass die weniger wichtigen Räume (z. B. Keller, Dachboden, Gästezimmer) für später. So hast du mehr Kontrolle über den Zeitplan und kannst den Lärm in bestimmten Bereichen begrenzen.

4. Staub- und Schmutzschutz

Renovierungen verursachen viel Staub und Schmutz, besonders wenn Abrissarbeiten, Schleifen oder andere Baumaßnahmen durchgeführt werden. Hier sind einige Tipps, um das zu bewältigen:

  • Regelmäßiges Reinigen: Reinige regelmäßig den Wohnbereich, um Staub zu reduzieren. Auch der Einsatz von Luftreinigern kann die Staubbelastung deutlich minimieren.
  • Baustoffe und Abfall lagern: Vermeide es, Baumaterialien oder Abfälle im Wohnbereich zu lagern. Richte außerhalb des Wohnbereichs einen Raum oder eine Zone ein, in der Materialien gelagert und Abfälle entsorgt werden.
  • Zugang zu Renovierungsbereichen einschränken: Halte den Wohnbereich von den Baustellen so gut wie möglich getrennt, um zu verhindern, dass Schmutz und Baustaub in die Wohnräume gelangen.

5. Sicherheit gewährleisten

Die Sicherheit sollte während der Renovierung oberste Priorität haben. Achte darauf, dass du und andere Personen im Haushalt geschützt sind:

  • Elektrik und offene Kabel: Achte darauf, dass alle elektrischen Installationen ordnungsgemäß gesichert sind und keine offenen Kabel herumliegen. Falls in einem Bereich noch elektrische Arbeiten durchgeführt werden, sollte der Strom in diesem Bereich abgeschaltet sein.
  • Gefahrenbereiche sichern: Bereiche, in denen Bauarbeiten stattfinden (z. B. offene Bodenbeläge, ungesicherte Fenster, Gerüste), sollten abgesperrt werden, damit niemand versehentlich in gefährliche Bereiche gelangt.
  • Baustoffe sicher lagern: Giftige Stoffe (wie Farben, Lacke, Verdünner) sollten immer gut verschlossen und außerhalb der Wohnbereiche gelagert werden, insbesondere wenn Kinder im Haus sind.

6. Laufende Renovierungsarbeiten anpassen

Während du bereits im Haus wohnst, solltest du die Renovierungsarbeiten so anpassen, dass der Wohnkomfort so wenig wie möglich beeinträchtigt wird:

  • Zeitliche Flexibilität: Wenn bestimmte Arbeiten zu viel Lärm oder Schmutz verursachen, kannst du diese vielleicht auf Tage legen, an denen du nicht zu Hause bist, oder sie aufteilen, damit es erträglicher wird.
  • Baustelle sauber halten: Falls du die Renovierung selbst durchführst, versuche, nach jeder Arbeit die Baustelle aufzuräumen und Abfälle zu beseitigen, um das Chaos zu minimieren.

7. Erholungszonen schaffen

Stelle sicher, dass du während der Renovierung Zonen im Haus hast, die immer bewohnbar, sauber und komfortabel sind. Dies hilft, Stress zu vermeiden:

  • Rückzugsort: Richte dir im Wohnbereich eine saubere, ruhige Ecke ein, in der du dich entspannen kannst. Das könnte das Schlafzimmer oder ein kleiner Raum sein, der nicht von den Renovierungen betroffen ist.
  • Minimale Möblierung: Es kann sinnvoll sein, den Wohnbereich zunächst minimalistisch einzurichten. So kannst du bei Bedarf leichter Möbel verschieben, falls bestimmte Arbeiten anstehen, ohne dass es zu großen Unterbrechungen kommt.

8. Lüftung und Raumluftqualität

Renovierungsarbeiten setzen oft schädliche Dämpfe und Partikel frei, besonders beim Streichen, Schleifen oder Verlegen von Bodenbelägen. Um die Luftqualität in den Wohnbereichen zu erhalten, solltest du:

  • Lüften: Sorge für eine gute Durchlüftung der Wohnräume, insbesondere während der Arbeiten. Frische Luft hilft, Gerüche und Schadstoffe zu reduzieren.
  • Luftreiniger verwenden: In stark staubbelasteten Bereichen kannst du Luftreiniger verwenden, um die Luftqualität zu verbessern und gesundheitliche Probleme durch Staub zu minimieren.

9. Flexibilität einplanen

Renovierungen sind oft unvorhersehbar. Es kann immer zu Verzögerungen oder unerwarteten Problemen kommen. Es ist wichtig, flexibel zu bleiben und sich darauf einzustellen, dass sich der Zeitplan verschieben kann.


Fazit: Worauf du achten solltest, wenn du während der Renovierung in einem Teil der Immobilie wohnst:

  • Wohn- und Baustellenbereiche strikt trennen: Schaffe physische Barrieren, um Staub, Lärm und Schmutz von den Wohnbereichen fernzuhalten.
  • Wichtige Räume wie Küche, Bad und Schlafzimmer zuerst renovieren: Diese müssen funktional und sauber sein, bevor du einziehst.
  • Sicherheitsmaßnahmen treffen: Offene Kabel, ungesicherte Baustellen und gefährliche Materialien sollten abgesperrt oder ordnungsgemäß gelagert werden.
  • Lärmbelastung und Staub minimieren: Abstimmung der Arbeitszeiten mit Handwerkern, regelmäßige Reinigung und gute Lüftung.
  • Erholungsbereiche schaffen: Sorge dafür, dass du einen sauberen, ruhigen Bereich hast, in dem du dich vom Renovierungsstress zurückziehen kannst.

Durch eine sorgfältige Planung und Umsetzung kannst du problemlos in einem Teil der Immobilie wohnen, während du in anderen Bereichen noch Renovierungsarbeiten durchführst.