Der Planungsprozess beim Bau eines Fertighauses ist in mehrere Phasen unterteilt, die von der ersten Ideensammlung bis zur fertigen Bauplanung reichen. Bereits zu Beginn der Planung steht der Bauherr im Zentrum, denn seine individuellen Wünsche und Vorstellungen geben die Richtung vor. Gemeinsam mit dem Fertighausanbieter werden die Grundlagen erarbeitet, die auf seine spezifischen Bedürfnisse und die Gegebenheiten des Baugrundstücks abgestimmt sind. Diese erste Phase ist entscheidend, da hier bereits die Weichen für alle weiteren Planungen gestellt werden. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Fachplanern, wie Architekten und Ingenieuren, können die gestalterischen und technischen Anforderungen optimal aufeinander abgestimmt werden.
Ein essenzieller Bestandteil des Planungsprozesses ist die sogenannte Bemusterung. Hierbei kann der Bauherr aus einer Vielzahl an Materialien, Ausstattungsdetails und Gestaltungsmöglichkeiten wählen, die ihm durch den Fertighausanbieter zur Verfügung gestellt werden. Die Bemusterung ist der Moment, in dem die Vision des Bauherrn erstmals konkret und greifbar wird: Ob Wandfarben, Bodenbeläge, Fensterrahmen oder Dachmaterial – alle Entscheidungen, die das spätere Erscheinungsbild und die Funktionalität des Hauses beeinflussen, werden nun festgelegt. Diese Auswahlprozesse sind umfassend und erfordern oft detaillierte Beratungen durch die Fachplaner, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional und nachhaltig sinnvoll sind.
Sollte bereits ein Grundstück mit einer bestehenden Baugenehmigung vorliegen, vereinfacht dies einige Schritte im Planungsprozess. Die grundlegenden baurechtlichen Fragen sind dann bereits geklärt, sodass der Fokus stärker auf die Detailplanung und die Optimierung des Bauvorhabens gelegt werden kann. In diesem Fall beginnt die Bauplanung mit einer detaillierten Prüfung der bestehenden Genehmigung und der darauf abgestimmten Anpassung der Hausplanung. Der Bauherr und die Fachplaner arbeiten dann daran, das Hausdesign und die technischen Details an die spezifischen Anforderungen und die Gegebenheiten des Grundstücks anzupassen.
Durch die klare Struktur des Planungsprozesses wird ein hohes Maß an Transparenz und Planbarkeit geschaffen, das dem Bauherrn jederzeit Einblick in den Fortschritt und die nächsten Schritte gibt. So entsteht Schritt für Schritt eine detaillierte Planung, die sowohl den Wünschen des Bauherrn als auch den technischen und rechtlichen Anforderungen gerecht wird. Der Planungsprozess endet, sobald alle Details abgestimmt sind und die finale Bauplanung vorliegt – der Grundstein für den erfolgreichen Bau des eigenen Fertighauses.
Im Planungsprozess eines Fertighauses ist die Frage wie die benötigte Gründung als Kellerbau oder Bodenplatte vertraglich und organisatorisch abgewickelt werden soll, ein frühzeitig zu klärendes Thema. Diese Phase bringt besondere Herausforderungen mit sich, da sie maßgeblich beeinflusst, wie stabil und langlebig das Haus steht. Hier müssen die Planungen für das Fertighaus und den Keller bzw. die Bodenplatte exakt aufeinander abgestimmt werden.
Viele – aber nicht alle – Fertighausanbieter bieten eine Komplettlösung inklusive Keller an, was eine enge Abstimmung und einen reibungslosen Ablauf sicherstellt. Die meisten dieser Fertighausanbieter geben den Bau der Bodenplatte oder des Kellers allerdings an einen von ihnen beauftragten Subunternehmer weiter.
Dies ist aus Sicht des Bauherren oft nicht die kostengünstigste Lösung.
Externe Spezialisten für den Bau von Keller oder Bodenplatte, die von ihm selbst beauftragt werden, können für den Bauherren je nach vorhandenen regionalen Anbietern eine kosteneffiziente Alternative darstellen. Die Entscheidung, ob der Kellerbau in die Hände des Fertighausanbieters gelegt oder an einen separaten Anbieter vergeben wird, hängt oft von Budget, Bauzeit und den Eigenschaften des Baugrunds ab.
Ein eindeutiger Vorteil der Komplettlösung durch den Fertighaus-Unternehmer ist die durchgehende Verantwortung und Haftung aus einer Hand. Dabei sorgt der Anbieter auch für die Abstimmung mit den Bodengutachtern und übernimmt die Koordination der Gründungsarbeiten, was den Bauherrn organisatorisch entlastet. Gerade bei herausfordernden Bodenverhältnissen, wie beispielsweise hoher Grundwasserspiegel oder lehmiger Boden, ist eine enge Zusammenarbeit von Fertighausanbieter, Kellerbau-Experten und Bodengutachtern sehr hilfreich, um spätere Setzungsprobleme oder Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
Entscheidet sich der Bauherr, den Keller oder die Bodenplatte von einem selbst beauftragten Unternehmen erstellen zu lassen, ist eine detaillierte Absprache über Schnittstellen und technische Spezifikationen erforderlich. Es muss genau festgelegt werden, in welcher Höhe und mit welchen exakten Maßen die Bodenplatte oder der Keller erstellt werden, um sicherzustellen, dass das Fertighaus später passgenau aufgesetzt werden kann. Zudem sollten die jeweiligen Bauzeiten optimal aufeinander abgestimmt sein, um Verzögerungen zu vermeiden und Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben.
Die Wahl, ob man auf die Komplettlösung des Fertighausanbieters zurückgreift oder externe Kellerbauer beauftragt, ist daher eine Frage der Abwägung zwischen Komfort und Kosten. Durch die sorgfältige Koordination der Schnittstelle zwischen Fertighaus und Fundament können jedoch beide Varianten erfolgreich umgesetzt werden.
Im Folgenden eine Reihe von Fragen, die das Thema Planungsprozess im Fertighausbau vertiefen soll :
Welche Vorteile und Nachteile ergeben sich, wenn Fertighaus und Kellerbau aus einer Hand erfolgen?