Warum sollte man auf die Anlage von Schottergärten verzichten ?

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Schottergärten, auch als Kiesgärten bekannt, wurden in den letzten Jahren aufgrund ihrer pflegeleichten Eigenschaften und ihres modernen Aussehens populär. Trotz ihrer Vorteile in Bezug auf geringen Wartungsaufwand gibt es jedoch mehrere wichtige ökologische und praktische Gründe, warum man auf die Anlage von Schottergärten verzichten sollte:

1. Geringe ökologische Vielfalt

  • Schottergärten bieten wenig bis gar keinen Lebensraum oder Nahrung für die lokale Fauna wie Insekten, Vögel und andere kleine Tiere. Sie tragen nicht zur Biodiversität bei, da sie fast keine Vegetation enthalten, die ökologische Funktionen wie Bestäubung oder Nahrungslieferung unterstützen könnte.

2. Bodenversiegelung

  • Die Flächen unter Schottergärten sind oft verdichtet oder mit Folien abgedeckt, um Unkrautwachstum zu unterbinden. Dies führt zur Versiegelung des Bodens, was bedeutet, dass Wasser nicht richtig abfließen kann und die Bodenqualität sich verschlechtert, da keine Luft- und Wasserdurchlässigkeit gegeben ist.

3. Wasserhaushalt

  • Im Vergleich zu bepflanzten Flächen erhöhen Schottergärten den Oberflächenabfluss von Regenwasser. Dies kann zu Problemen mit der Entwässerung führen und das Risiko von Überschwemmungen erhöhen, da das Wasser nicht natürlich im Boden versickern kann.

4. Temperaturregulierung

  • Schotterflächen heizen sich unter Sonneneinstrahlung stark auf und können zur Erhöhung der lokalen Temperatur beitragen, was besonders in städtischen Gebieten problematisch ist, wo ohnehin schon ein städtischer Wärmeinseleffekt besteht.

5. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

  • Die Anlage und Unterhaltung von Schottergärten steht oft im Widerspruch zu nachhaltigen Gartenbau-Praktiken, die die Umwelt unterstützen und schützen sollen. Der Transport und die Gewinnung der Materialien für Schottergärten können auch umweltschädlich sein.

6. Langfristige Pflege und Kosten

  • Obwohl Schottergärten als wartungsarm gelten, können sie langfristig aufwendig sein. Laub und andere organische Materialien, die auf den Schotter fallen, zersetzen sich und bilden eine Humusschicht, in der Unkräuter gedeihen können. Das Entfernen dieser Unkräuter kann mühsam sein.

7. Ästhetische und soziale Aspekte

  • In manchen Gemeinden gibt es Vorschriften oder sozialen Druck gegen Schottergärten, da sie als unattraktiv oder unfreundlich gegenüber der lokalen Tierwelt angesehen werden können. Sie können auch als Zeichen geringer ökologischer Verantwortung gesehen werden.

Alternativen zu Schottergärten

  • Naturgarten: Nutzung einheimischer Pflanzen, die wenig Pflege benötigen und die lokale Fauna unterstützen.
  • Mulchgärten: Verwendung von organischen Mulchmaterialien, die den Boden schützen und fördern, ohne ihn zu versiegeln.
  • Dach- und Vertikalgärten: Bei begrenztem Platz können diese innovativen Gartenformen eine umweltfreundliche und ästhetische Alternative bieten.

In Anbetracht dieser Aspekte sollten Schottergärten kritisch betrachtet und möglichst vermieden werden, insbesondere in Gebieten, die von ökologischen Richtlinien oder von einem hohen Bedarf an urbaner Grünfläche gekennzeichnet sind. Alternativen, die die Biodiversität fördern und die natürliche Umwelt unterstützen, sind oft vorzuziehen.