Was ist der Unterschied zwischen Kostensteuerung und Kostenkontrolle beim Bau eines Architektenhauses?

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Beim Bau eines Architektenhauses sind Kostensteuerung und Kostenkontrolle zwei eng verwandte, aber unterschiedliche Konzepte im Bereich des Projektmanagements. Beide sind wichtig, um sicherzustellen, dass das Projekt innerhalb des geplanten Budgets bleibt und effizient durchgeführt wird.

1. Kostensteuerung

Die Kostensteuerung ist ein proaktiver und dynamischer Prozess, bei dem versucht wird, das Projekt so zu lenken, dass die geplanten Kosten eingehalten werden. Sie umfasst die ständige Analyse und Anpassung der Projektressourcen, Zeitpläne und Leistungen, um sicherzustellen, dass das Budget nicht überschritten wird. Dabei werden potenzielle Abweichungen von den geplanten Kosten frühzeitig erkannt, und es werden gezielte Maßnahmen ergriffen, um das Projekt wieder auf Kurs zu bringen.

  • Hauptziel: Die Kosten von vornherein zu steuern, indem man im Vorfeld Kostenkalkulationen aufstellt und regelmäßig den Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand vergleicht.
  • Maßnahmen: Aktive Steuerung durch Anpassung der Planung, Verhandlungen mit Auftragnehmern, Priorisierung bestimmter Bauabschnitte oder die Optimierung von Bauverfahren.
  • Beispiel: Wenn sich während der Bauphase abzeichnet, dass Materialkosten aufgrund von Preisschwankungen steigen, könnten Maßnahmen wie der Wechsel zu alternativen Materialien oder Lieferanten ergriffen werden.

2. Kostenkontrolle

Die Kostenkontrolle ist reaktiv und bezieht sich hauptsächlich auf die Überwachung und Prüfung der tatsächlich angefallenen Kosten im Vergleich zu den geplanten Kosten. Hierbei wird die Einhaltung des Budgets überprüft und Abweichungen werden dokumentiert. Die Kontrolle dient zur Analyse, ob sich die tatsächlichen Kosten im vorgegebenen Rahmen bewegen oder ob es Abweichungen gibt, die ggf. nachträglich korrigiert oder berichtet werden müssen.

  • Hauptziel: Das Monitoring der tatsächlich anfallenden Kosten im Vergleich zum geplanten Budget, um sicherzustellen, dass die Kosten im Rahmen bleiben.
  • Maßnahmen: Regelmäßige Kostenberichte und Überprüfung von Rechnungen und Ausgaben, um festzustellen, ob es Abweichungen gibt. Bei Abweichungen werden Maßnahmen zur Nachsteuerung eingeleitet.
  • Beispiel: Nach Abschluss eines Bauabschnitts wird geprüft, ob die Ausgaben für Materialien und Arbeit den ursprünglichen Kostenschätzungen entsprechen. Werden Abweichungen festgestellt, wird untersucht, was die Ursache war und ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Unterschiede zusammengefasst:

  • Kostensteuerung ist vorausschauend und aktiv. Sie greift frühzeitig ein, um das Projekt auf Kurs zu halten.
  • Kostenkontrolle ist eher rückblickend und überprüft die tatsächlichen Kosten, um sicherzustellen, dass sie mit den Plänen übereinstimmen.

Beide Ansätze sind im Bauprozess von entscheidender Bedeutung, um finanzielle Risiken zu minimieren und das Projekt im Rahmen des Budgets zu halten. Die Kostensteuerung ist dabei strategischer, während die Kostenkontrolle operativer Natur ist.