Was ist ein Ausbauhaus und für wen eignet sich diese Bauweise?

www.baukosten.com > Neubau-Projekt > Ausbauhaus z.T. selber ausbauen > Vorbereitungen Ausbauhaus > Vorgehen und Beteiligte Ausbauhaus

Ein Ausbauhaus ist ein Haus, das vom Bauunternehmen in einem teilweise fertigen Zustand übergeben wird, sodass der Bauherr bestimmte Ausbauarbeiten selbst übernimmt. Diese Bauweise ist eine Mischung aus schlüsselfertigem Bauen und Eigenleistung. Das Haus wird z.B. oft als Rohbau übergeben, in dem die äußere Hülle des Gebäudes fertiggestellt ist (Hauswände, Dach, Fenster, Außentüren, Fassade). Manche handwerklich versierte Bauherren übernehmen dann den kompletten Innenausbau (Estrich, Putz, Installationen, Innentüren, Ausstattungen sowie die Tapezier- und Anstricharbeiten) – andere hingegen, z.B. wegen weniger verfügbarer Zeit – nur die Tapezier- und Anstricharbeiten. Hier ist vieles mit dem beauftragten Bauunternehmer individuell vereinbar.

Merkmale eines Ausbauhauses:

  • Fertigstellung durch den Bauherrn: Das Haus wird in einem unfertigen Zustand übergeben, in dem der Bauherr (oder von ihm beauftragte Handwerker) den Innenausbau übernimmt. Dazu gehören typischerweise Arbeiten wie die Installation von Elektrik, Sanitär, Heizung, das Verlegen von Böden, der Einbau von Innentüren sowie das Streichen oder Tapezieren von Wänden.
  • Flexibilität: Der Umfang der Eigenleistungen kann variieren. Zumeist bietet der Bauunternehmer verschiedene Ausbaustufen an, sodass der Bauherr wählen kann, welche Arbeiten er gemäß Absprache selbst übernehmen möchte.

Für wen eignet sich ein Ausbauhaus?

  1. Selbstständige oder erfahrene Handwerker: Ein Ausbauhaus eignet sich besonders gut für Bauherren, die über handwerkliches Geschick und Erfahrung verfügen. Wer selbst die Innenausbauarbeiten übernehmen kann, spart Geld und hat zudem die Kontrolle über die Qualität der Arbeit.
  2. Bauherren mit kleinem Budget: Ausbauhäuser sind in der Regel kostengünstiger als schlüsselfertige Häuser, da ein Teil der Baukosten durch Eigenleistung eingespart wird. Für Bauherren mit begrenztem Budget kann dies eine gute Möglichkeit sein, die Gesamtkosten des Hausbaus zu reduzieren.
  3. Individuelle Gestaltung: Wer großen Wert auf individuelle Gestaltung legt, kann bei einem Ausbauhaus viele Entscheidungen selbst treffen, etwa welche Materialien verwendet werden oder wie die Innenräume gestaltet sind. Das gibt dem Bauherrn mehr Kontrolle über das Endergebnis.
  4. Bauherren mit Zeit und Engagement: Der Innenausbau erfordert viel Zeit und Engagement. Daher eignet sich diese Bauweise für Bauherren, die bereit sind, den Großteil der Arbeit selbst zu übernehmen und die Zeit haben, sich intensiv mit den Details des Hausbaus zu beschäftigen.

Vorteile eines Ausbauhauses:

  • Kostenersparnis: Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, durch Eigenleistung Baukosten zu senken. Die Einsparungen können je nach Umfang der Eigenarbeit erheblich sein.
  • Individuelle Gestaltung: Bauherren haben mehr Freiheit, den Innenausbau nach ihren eigenen Wünschen zu gestalten, da sie den Großteil der Arbeiten selbst planen und ausführen können.
  • Flexibilität: Der Bauherr kann den Innenausbau in seinem eigenen Tempo vorantreiben, sofern es zeitlich und finanziell passt. Ein manchmal sinnvolles Modell ist es, die berufliche Arbeitszeit in Absprache mit dem Arbeitgeber auf Teilzeit zu reduzieren und quasi im Nebenjob das neue Haus zu bauen.

Nachteile eines Ausbauhauses:

  • Hoher Zeitaufwand: Der Innenausbau kann sehr zeitintensiv sein, insbesondere wenn der Bauherr die Arbeiten neben einem Vollzeitjob selbst durchführen möchte. Es kann Monate oder sogar Jahre dauern, bis das Haus vollständig fertig ist.
  • Anforderungen an Fachkenntnisse: Für bestimmte Arbeiten (wie Elektroinstallationen oder Sanitär) sind Fachkenntnisse und Zertifizierungen notwendig. Auch wenn der Bauherr handwerklich geschickt ist, müssen bestimmte Arbeiten von Fachleuten durchgeführt werden, was zu zusätzlichen Kosten führen kann.
  • Stress und Verantwortung: Der Bauherr trägt die Verantwortung für die Qualität und die zeitgerechte Fertigstellung des Innenausbaus. Ungeplante Verzögerungen oder Probleme können den Bauprozess verlängern oder verteuern.

Randbedingungen und rechtliche Aspekte:

  • Versicherungen: Während der Bauzeit müssen Bauherren darauf achten, dass sie ausreichend gegen Risiken wie Unfälle oder Schäden auf der Baustelle versichert sind, insbesondere wenn sie selbst Hand anlegen.
  • Bauzeit: Da der Innenausbau oft vom Bauherrn selbst durchgeführt wird, kann sich die Bauzeit erheblich verlängern. Für Bauherren, die schnell einziehen möchten, ist dies möglicherweise nicht die optimale Lösung.

Fazit:

Ein Ausbauhaus eignet sich besonders für handwerklich begabte Bauherren, die bereit sind, Zeit und Eigenleistung in den Innenausbau zu investieren. Es bietet eine kostengünstige Alternative zum schlüsselfertigen Bauen und ermöglicht gleichzeitig eine individuelle Gestaltung des Hauses. Allerdings erfordert es viel Zeit, Engagement und eine sorgfältige Planung, um alle Arbeiten erfolgreich abzuschließen.