Welche Arbeiten können Bauherren möglicherweise bei sich ungeplant zeigenden Kostenenpässen in Eigenleistung übernehmen, um Kosten zu sparen?

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Bei unvorhergesehenen Kostenengpässen können Bauherren durch Eigenleistung erheblich zur Kostensenkung beitragen. Viele Arbeiten erfordern zwar Fachkenntnisse, aber es gibt zahlreiche Aufgaben, die mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Vorbereitung eigenständig oder mit Unterstützung durch Familie und Freunde durchgeführt werden können. Hier eine Übersicht:


1. Innenausbau

  • Streichen und Tapezieren:
    • Wand- und Deckenflächen können oft problemlos von Bauherren selbst gestrichen oder tapeziert werden. Vorbereitung, wie das Glätten und Grundieren der Flächen, erfordert etwas Zeit, ist aber mit Anleitung machbar.
  • Bodenbeläge verlegen:
    • Arbeiten wie das Verlegen von Laminat, Vinylböden oder Teppichfliesen sind für Laien gut umsetzbar. Fliesenarbeiten erfordern etwas mehr Übung, können aber bei kleineren Räumen ebenfalls übernommen werden.
  • Innenputz und Spachtelarbeiten:
    • Das Auftragen von einfachem Innenputz oder das Glätten von Wänden mit Spachtelmasse lässt sich mit Anleitung selbst ausführen. Perfekte Ergebnisse erfordern jedoch Geduld und Übung.

2. Außenarbeiten

  • Anlegen von Gehwegen und Einfahrten:
    • Das Verlegen von Kies, einfachen Pflastersteinen oder Randbegrenzungen für Gehwege und Einfahrten kann kostengünstig selbst durchgeführt werden.
  • Terrassenbau:
    • Das Verlegen von Holzdielen, Kies oder Betonplatten für eine Terrasse ist ein häufig gewähltes DIY-Projekt.
  • Gartenarbeiten:
    • Das Anlegen von Beeten, Rasenflächen oder kleinen Mauern kann selbst erledigt werden. Auch das Setzen von Zäunen und Sichtschutz ist relativ einfach machbar.

3. Keller und Nebenräume

  • Ausbau von Kellerräumen:
    • Malerarbeiten, Bodenbeläge, Trockenbauwände und einfache Regalsysteme lassen sich gut in Eigenleistung realisieren.
  • Trockenbau:
    • Das Aufstellen von Trennwänden mit Gipskarton ist ein klassisches DIY-Projekt, wenn die Unterkonstruktion (Ständerwerk) gut geplant ist.

4. Elektroarbeiten (eingeschränkt)

  • Vorbereitung für Elektroinstallationen:
    • Das Verlegen von Kabelkanälen oder Rohren für Stromleitungen kann nach Rücksprache mit einem Elektriker selbst erfolgen. Der Anschluss ans Stromnetz muss jedoch immer von einem Fachmann durchgeführt werden.
  • Montage von Lampen und Steckdosen:
    • Sobald die grundlegende Installation abgeschlossen ist, können Bauherren Lampen, Schalter und Steckdosen selbst montieren.

5. Sanitärarbeiten (eingeschränkt)

  • Vorbereitung für Sanitärinstallationen:
    • Bauherren können Wasserleitungen und Abflüsse unter Anleitung vorbereiten, jedoch keine Anschlüsse selbst vornehmen.
  • Badgestaltung:
    • Das Verlegen von Fliesen an Wänden und Böden kann bei sorgfältiger Planung selbst erfolgen. Auch das Anbringen von Spiegeln, Handtuchhaltern und Möbeln ist problemlos machbar.

6. Dämmarbeiten

  • Innenraumdämmung:
    • Das Anbringen von Dämmmaterial an Decken und Wänden ist vergleichsweise einfach, wenn die Flächen gut zugänglich sind.
  • Dachbodendämmung:
    • Das Verlegen von Dämmstoffen im Dachboden kann eigenständig erfolgen, sofern keine komplizierten Arbeiten an der Dachkonstruktion notwendig sind.

7. Transport und Entsorgung

  • Materialtransport:
    • Baustoffe wie Fliesen, Farben oder Holz können eigenständig transportiert werden, um Lieferkosten zu sparen.
  • Entsorgung von Abfällen:
    • Bauherren können Bauschutt, Verpackungsmaterialien oder alte Baustoffe selbst entsorgen, anstatt teure Entsorgungsdienste zu nutzen.

8. Allgemeine Hilfsarbeiten

  • Räumen und Aufräumen:
    • Das Reinigen der Baustelle, das Wegtragen von Materialien oder das Herrichten von Arbeitsbereichen spart Zeit und Kosten für Handwerker.
  • Assistenz bei Facharbeiten:
    • Bauherren können Handwerkern zur Hand gehen, etwa beim Halten von Materialien, dem Anreichen von Werkzeugen oder beim Aufräumen.

Wichtige Hinweise:

  1. Kenntnisse und Fähigkeiten:
    • Eigenleistungen sollten nur übernommen werden, wenn die nötigen Kenntnisse vorhanden sind oder die Aufgaben erlernt werden können. Unsachgemäße Arbeiten können teure Nachbesserungen erfordern.
  2. Rechtliche Vorgaben:
    • Arbeiten an Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen sind teilweise gesetzlich reglementiert und müssen von Fachleuten abgenommen werden.
  3. Zeiteinsatz:
    • Eigenleistungen erfordern Zeit und Engagement. Bauherren sollten realistisch einschätzen, ob sie genügend Kapazitäten haben, um die Arbeiten termingerecht auszuführen.
  4. Rücksprache mit Fachleuten:
    • Bei komplexeren Arbeiten ist es ratsam, sich von Architekten oder Bauleitern beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass die Arbeiten korrekt ausgeführt werden.

Durch diese Eigenleistungen können Bauherren je nach Umfang mehrere Tausend Euro einsparen. Eine gute Planung und die Bereitschaft, Neues zu lernen, sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung.