Welche Dämmmaßnahmen sind bei einem Neubau im Bereich der Gründung (Fundamente, Bodenplatte, Pfahlgründung) angesagt ?

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Bei einem Neubau gibt es mehrere zeitgemäße und effiziente Dämmmaßnahmen, die im Bereich der Gründung (Fundamente, Bodenplatte, Pfahlgründung) eingesetzt werden können, um den Wärmeschutz zu optimieren und den Energieverbrauch zu senken. Hier sind die wichtigsten Optionen:


1. Dämmung der Bodenplatte

  • Perimeterdämmung unter der Bodenplatte:
    • Hochdruckfeste Dämmplatten (z. B. aus extrudiertem Polystyrol, XPS) oder Schaumglas werden direkt unter der Bodenplatte verlegt.
    • Vorteil: Verhindert Wärmeverlust nach unten und schützt die Bodenplatte vor Frostschäden.
    • Beliebt im Passivhausbau und bei Niedrigenergiehäusern.
  • Dämmung oberhalb der Bodenplatte:
    • Wird oft in Kombination mit einer Fußbodenheizung eingesetzt.
    • Materialien: Polyurethan-Hartschaum (PU), Mineralwolle, EPS (expandiertes Polystyrol).

2. Frostschürzen mit Wärmedämmung

  • Frostschürzen werden bei Streifenfundamenten angebracht, um den Frostschutz zu gewährleisten.
  • Die Dämmung reduziert Wärmeverluste in den Randbereichen und wird mit XPS oder Schaumglas realisiert.

3. Fundamentseitige Perimeterdämmung

  • Bei Streifenfundamenten werden die Außenflächen der Fundamente (die Erdberührungsflächen) mit druckfestem und feuchteunempfindlichem Dämmmaterial (z. B. XPS) isoliert.
  • Effektiv zur Verhinderung von Wärmebrücken und geeignet für Gründungen in Frostbereichen.

4. Dämmung bei Pfahlgründungen

  • Bei Pfahlgründungen ist der Fokus auf der Reduktion von Wärmebrücken:
    • Verwendung thermisch trennender Materialien an den Übergängen zwischen der Bodenplatte und den Pfählen (z. B. Glasfaserverstärkte Kunststoffe oder spezielle Wärmedämm-Elemente).
    • Bodenplatten können mit einer Perimeterdämmung kombiniert werden.

5. Verwendung von Thermisch Trennenden Bauteilen

  • Thermisch trennende Bauelemente an Übergängen zwischen beheizten und unbeheizten Bereichen (z. B. Balkonanschlüssen oder anderen herausragenden Bauteilen) sind essenziell, um Wärmebrücken zu vermeiden.

6. Kapillarbrechende Schichten

  • Neben der klassischen Wärmedämmung wird eine kapillarbrechende Schicht eingebaut (z. B. aus Glasschaum-Schotter oder gebrochenem Kies), die Wärmeverluste minimiert und Feuchtigkeit unter der Bodenplatte reduziert.

7. Innovative Dämmstoffe

  • Vakuumdämmplatten (VIP): Extrem hohe Dämmleistung, allerdings teurer und empfindlicher.
  • Schaumglas: Robust, druckfest, recyclingfähig, und wirkt als Dämmung sowie Kapillarbremse.

Planungshinweise:

  • Wärmebrücken vermeiden: Besonders bei Übergängen zwischen Dämmmaterialien und Konstruktionselementen (z. B. Fundament zu Wand).
  • Wasserdichtigkeit berücksichtigen: Die Dämmung muss druckfest, feuchtigkeitsresistent und frostbeständig sein.
  • Normen einhalten: Dämmmaßnahmen sollten gemäß geltender Vorschriften wie der EnEV (in Deutschland mittlerweile GEG) oder den Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses erfolgen.