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Die Kontrollintervalle während der Sanierungsarbeiten sollten so gewählt werden, dass mögliche Mängel und Abweichungen frühzeitig erkannt und behoben werden können. Dabei sind regelmäßige Kontrollen an kritischen Bauphasen besonders wichtig. Eine Kombination aus laufender Eigenkontrolle, fachkundiger Bauüberwachung und Zwischenabnahmen stellt die Qualität sicher.
Empfohlene Kontrollintervalle während der Sanierungsarbeiten
1. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten (Planungs- und Vorbereitungsphase)
- Prüfung des Leistungsverzeichnisses und Vertrags: Kontrolle, ob alle Sanierungsmaßnahmen vollständig beschrieben und rechtskonform sind.
- Begutachtung des Bestandszustands: Vor Beginn der Arbeiten sollte ein Sachverständiger oder Bauleiter den Zustand dokumentieren (z. B. Feuchtemessungen, Risskartierung, Tragfähigkeitsprüfung).
- Freigabe der Baustelleneinrichtung: Kontrolle, ob Schutzmaßnahmen (Staubschutz, Witterungsschutz, Gerüste) eingehalten werden.
2. Während der Bauausführung – regelmäßige Kontrollen
Empfohlen wird eine wöchentliche Kontrolle durch den Bauherrn oder einen Fachmann, ergänzt durch spezifische Prüfungen in entscheidenden Bauphasen.
Tägliche / Wöchentliche Baukontrollen (je nach Baufortschritt)
Sichtkontrolle der Baustelle
Sauberkeit und Ordnung der Baustelle
Übereinstimmung der ausgeführten Arbeiten mit den Plänen und Vorgaben
Wetterbedingungen und Witterungsschutz (besonders bei Feuchte- oder Betonsanierung)
Dokumentation des Baufortschritts (Fotos, Bautagebuch, Abgleich mit Zeitplan)
3. Kontrolle in kritischen Bauphasen (Meilensteine)
Besondere Aufmerksamkeit bei folgenden Sanierungsschritten:
| Sanierungsschritt | Kontrollzeitpunkt | Prüfschwerpunkte |
|---|---|---|
| Betoninstandsetzung / Rissinjektion | Vor und nach der Rissverfüllung | Rissreinigung, Injektionsmaterial, Trocknungszeit, Haftzugprüfung |
| Bewehrungsarbeiten (Betontragwerke) | Vor dem Betonieren | Anzahl, Durchmesser, Position der Bewehrung gemäß Plan |
| Holzsanierung (tragende Bauteile) | Vor der Montage neuer Holzbauteile | Holzschutzmaßnahmen, Tragfähigkeit, Verbindungsmittel |
| Mauerwerkssanierung (Feuchteprobleme, Abdichtung) | Vor Putz- oder Abdichtungsarbeiten | Feuchtigkeitsmessungen, korrekte Verarbeitung der Abdichtung |
| Dachsanierung | Vor dem Eindecken | Unterspannbahn, Lattung, Anschlüsse an Dachfenster |
| Fenster- und Türerneuerung | Nach der Montage, vor Innenausbau | Dichtigkeit, korrekte Befestigung, Funktionstest |
| Estrich- oder Bodenbelagsarbeiten | Vor dem Einbau des Bodenbelags | Restfeuchte messen, Ebenheit prüfen |
| Endbeschichtungen (Putz, Farbe, Versiegelung) | Vor dem Auftrag | Materialkompatibilität, Untergrundvorbereitung |
| Technische Installationen (Elektrik, Heizung, Lüftung, Sanitär) | Vor dem Verschließen von Installationsschächten | Leitungsverlegung, Dichtigkeit, Funktionstest |
4. Kontrolle vor der Endabnahme (Schlusskontrolle)
- Endkontrolle durch Bauherrn oder Sachverständigen: Abschlussprüfung aller ausgeführten Arbeiten.
- Vergleich mit dem Leistungsverzeichnis: Wurden alle Arbeiten vollständig und nach Vertrag ausgeführt?
- Prüfung auf Mängel: Sichtkontrolle, Funktionsprüfung, Messprotokolle.
- Dokumentation und Beweissicherung: Fotos, Protokolle, Prüfberichte beifügen.
- Erstellung eines Abnahmeprotokolls: Eventuelle Mängel schriftlich festhalten.
Zusätzliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung
✔ Zwischenabnahmen mit Bauleiter oder Sachverständigem nach jeder abgeschlossenen Bauphase.
✔ Regelmäßige Messungen (Feuchte, Tragfähigkeit, Ebenheit, Dichtigkeit).
✔ Baudokumentation durch Fotos und Bautagebuch, um spätere Reklamationen zu erleichtern.
✔ Rechnungsprüfung nach jeder Bauphase, bevor Teilzahlungen freigegeben werden.
Fazit
Durch eine Kombination aus täglichen Sichtkontrollen, wöchentlichen Baukontrollen und gezielten Prüfungen in kritischen Bauphasen können Bauherren Probleme frühzeitig erkennen und Nachbesserungen direkt anfordern. Die Einbindung eines Sachverständigen oder Bauleiters für Zwischenabnahmen und die Endkontrolle ist besonders bei komplexen Sanierungen eine sinnvolle Investition, um spätere Mängel und hohe Nachbesserungskosten zu vermeiden.