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Für die Fassadendämmung werden unterschiedliche Materialien verwendet, die jeweils spezifische Eigenschaften in Bezug auf Wärmedämmung, Brandschutz, Schallschutz, Feuchtigkeitsbeständigkeit und Nachhaltigkeit bieten. Die Wahl des richtigen Dämmmaterials hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Bauvorhaben, den klimatischen Bedingungen und den gewünschten Dämmeigenschaften. Hier ist eine Übersicht der gängigsten Materialien, die für die Fassadendämmung verwendet werden:
1. Mineralwolle (Glaswolle und Steinwolle)
- Glaswolle: Hergestellt aus recyceltem Glas und Quarzsand, ist Glaswolle leicht, einfach zu verarbeiten und bietet gute Dämmeigenschaften.
- Steinwolle: Besteht aus geschmolzenem Vulkangestein (meist Basalt) und wird häufig für den Brandschutz eingesetzt, da es nicht brennbar ist.
- Vorteile:
- Sehr gute Wärme- und Schalldämmung.
- Nicht brennbar (hohe Brandschutzklasse A1).
- Diffusionsoffen (feuchtigkeitsregulierend).
- Nachteile: Kann bei der Verarbeitung Hautreizungen verursachen, und Schutzkleidung ist empfohlen.
- Verwendung: Vor allem in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), aber auch als Kerndämmung oder hinterlüftete Fassadendämmung.
2. Expandiertes Polystyrol (EPS)
- Eigenschaften: EPS, bekannt als Styropor, ist ein leichtes, kostengünstiges Dämmmaterial mit guten Dämmeigenschaften. Es wird oft in Form von Platten für Fassaden verwendet.
- Vorteile:
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Geringes Gewicht.
- Einfach zu verarbeiten.
- Nachteile: Brennbar (wird meist mit Flammschutzmitteln behandelt), nicht diffusionsoffen (kann Feuchtigkeitsprobleme verursachen), problematisch bei der Entsorgung.
- Verwendung: Häufig im WDVS eingesetzt, insbesondere bei Neubauten und Sanierungen.
3. Extrudiertes Polystyrol (XPS)
- Eigenschaften: XPS ist ähnlich wie EPS, aber dichter und widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit. Es hat eine glattere Struktur und höhere Druckfestigkeit.
- Vorteile:
- Sehr hohe Feuchtigkeitsresistenz (geeignet für feuchte Bereiche).
- Gute Druckfestigkeit.
- Nachteile: Brennbar, nicht diffusionsoffen, hoher Energieaufwand bei der Herstellung.
- Verwendung: XPS wird oft bei Sockelbereichen, Kellerwänden oder Perimeterdämmungen verwendet, wo Feuchtigkeit ein Problem sein kann.
4. Polyurethan (PUR/PIR)
- Eigenschaften: Polyurethan-Hartschaum hat eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, was bedeutet, dass er eine hohe Dämmleistung auf geringer Dicke erreicht.
- Vorteile:
- Sehr gute Dämmleistung (sehr niedriger λ-Wert).
- Hohe Druckfestigkeit.
- Feuchtigkeitsunempfindlich.
- Nachteile: Teurer als EPS oder XPS, nicht diffusionsoffen, ökologisch weniger nachhaltig (hergestellt aus Erdöl).
- Verwendung: Häufig bei Fassaden-Dämmplatten für Außenwände, vor allem dort, wo Platz begrenzt ist.
5. Holzfaserplatten
- Eigenschaften: Holzfaserplatten bestehen aus natürlichen Holzfasern, die zusammengepresst und mit natürlichen Bindemitteln verbunden werden. Sie sind besonders ökologisch und haben gute Dämmeigenschaften.
- Vorteile:
- Hohe Wärmespeicherkapazität (guter sommerlicher Hitzeschutz).
- Diffusionsoffen (gute Feuchtigkeitsregulierung).
- Nachhaltig und umweltfreundlich.
- Nachteile: Geringere Druckfestigkeit, höhere Kosten als synthetische Dämmstoffe.
- Verwendung: Vor allem bei hinterlüfteten Fassadensystemen oder in Holzrahmenbau. Sie eignen sich gut für ökologisches Bauen und Passivhäuser.
6. Zellulosedämmung
- Eigenschaften: Zellulose wird aus recyceltem Papier hergestellt und in Form von Dämmplatten oder als Einblasdämmung verwendet.
- Vorteile:
- Sehr nachhaltig (aus recyceltem Material).
- Gute Dämmwerte und hervorragender sommerlicher Hitzeschutz.
- Diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend.
- Nachteile: Brennbar (muss mit Flammschutzmitteln behandelt werden), bei Einblasdämmung nicht für alle Fassadensysteme geeignet.
- Verwendung: Häufig in Einblasdämmungen für zweischalige Wände oder als Dämmplatten in Holzrahmenkonstruktionen.
7. Hanf
- Eigenschaften: Hanfdämmung besteht aus den Fasern der Hanfpflanze und ist ein nachwachsender, natürlicher Dämmstoff mit guten thermischen Eigenschaften.
- Vorteile:
- Nachhaltig und umweltfreundlich.
- Gute Wärmedämmung und Feuchtigkeitsregulierung.
- Angenehme Verarbeitung (keine Hautreizungen).
- Nachteile: Etwas teurer als synthetische Dämmstoffe, niedrigere Druckfestigkeit.
- Verwendung: Häufig in Holzrahmenkonstruktionen, aber auch bei hinterlüfteten Fassaden.
8. Flachs
- Eigenschaften: Flachs ist ein weiterer natürlicher Dämmstoff, der aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen wird. Er hat ähnliche Eigenschaften wie Hanf und wird in Matten oder Plattenform verwendet.
- Vorteile:
- Nachhaltig und umweltfreundlich.
- Gute Wärmedämmung und Feuchtigkeitsregulierung.
- Angenehme Verarbeitung.
- Nachteile: Teurer als synthetische Dämmstoffe, begrenzte Verfügbarkeit.
- Verwendung: Vor allem in ökologischen Bauprojekten und bei hinterlüfteten Fassadensystemen.
9. Kork
- Eigenschaften: Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen und ist ein natürlicher Dämmstoff mit guten Dämmeigenschaften.
- Vorteile:
- Nachhaltig, da nachwachsender Rohstoff.
- Gute Wärmedämmung und Schallschutz.
- Diffusionsoffen und feuchtigkeitsbeständig.
- Nachteile: Relativ teuer, begrenzte Verfügbarkeit.
- Verwendung: Kork wird vor allem bei hinterlüfteten Fassadensystemen oder als Dämmung in Holzrahmenkonstruktionen verwendet.
10. Schaumglas
- Eigenschaften: Schaumglas besteht aus recyceltem Glas, das zu leichten, luftgefüllten Zellen verarbeitet wird. Es ist extrem widerstandsfähig und nicht brennbar.
- Vorteile:
- Nicht brennbar und sehr beständig gegen Feuchtigkeit.
- Hohe Druckfestigkeit.
- Langlebig und recycelbar.
- Nachteile: Hoher Preis, schwerer als andere Dämmstoffe.
- Verwendung: Vor allem in Bereichen, wo hohe Anforderungen an den Brandschutz und die Feuchtigkeitsresistenz gestellt werden, z. B. im Sockelbereich und bei Perimeterdämmungen.
11. Vakuumdämmplatten (VIPs)
- Eigenschaften: Vakuumdämmplatten bestehen aus einem porösen Kern, der von einer luftdichten Hülle umgeben ist. Sie bieten eine extrem hohe Dämmleistung bei geringer Dicke.
- Vorteile:
- Sehr hohe Dämmleistung (geringer λ-Wert).
- Platzsparend.
- Nachteile: Sehr teuer, empfindlich gegenüber Beschädigungen.
- Verwendung: Wird eingesetzt, wenn wenig Platz für die Dämmung vorhanden ist, z. B. bei denkmalgeschützten Fassaden.
12. Kalziumsilikatplatten
- Eigenschaften: Kalziumsilikat ist ein mineralischer Dämmstoff, der besonders für die Sanierung von feuchten und schimmelanfälligen Gebäuden verwendet wird.
- Vorteile:
- Schimmelresistent und feuchtigkeitsregulierend.
- Diffusionsoffen.
- Nicht brennbar.
- Nachteile: Weniger gute Wärmedämmung im Vergleich zu synthetischen Dämmstoffen, hoher Preis.
- Verwendung: Häufig in der Innendämmung von Fassaden eingesetzt, besonders in Bereichen, die anfällig für Feuchtigkeit sind