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Nach der Sanierung von Mauerwerk – sei es durch Abdichtung, Trockenlegung oder die Reparatur von Schäden – ist es entscheidend sicherzustellen, dass das Mauerwerk dauerhaft trocken bleibt. Eine fachgerechte Prüfung hilft, eventuelle Feuchtigkeitsprobleme frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Hier sind die wichtigsten Tests und Maßnahmen, die Bauherren durchführen (lassen) können:
1. Feuchtigkeitsmessungen
Feuchtigkeitsmessungen geben direkt Auskunft über den Feuchtigkeitsgehalt des sanierten Mauerwerks.
a) Oberflächliche Feuchtigkeitsmessung
- Methodik:
- Ein elektronisches Feuchtemessgerät wird auf die Oberfläche des Mauerwerks aufgesetzt, um die Leitfähigkeit zu messen, die durch Feuchtigkeit beeinflusst wird.
- Vorteile:
- Schnell und einfach an verschiedenen Stellen anwendbar.
- Ideal für regelmäßige Kontrollmessungen.
- Limitationen:
- Misst nur oberflächliche Feuchtigkeit und gibt keinen Aufschluss über den Zustand im Inneren.
b) Tiefenmessung
- Methodik:
- Spezielle Geräte messen die Feuchtigkeit tiefer im Mauerwerk, indem Elektroden in das Mauerwerk eingeführt werden.
- Anwendungsbereich:
- Geeignet, um den Erfolg von Horizontalsperren oder vertikalen Abdichtungen zu überprüfen.
- Tipp:
- Diese Methode erfordert Fachkenntnisse und sollte von Experten durchgeführt werden.
2. Thermografie (Infrarotmessung)
- Methodik:
- Mit einer Wärmebildkamera wird das Mauerwerk auf Temperaturunterschiede untersucht, die auf Feuchtigkeit hindeuten können (z. B. kühlere Bereiche durch Verdunstung von Wasser).
- Einsatzmöglichkeiten:
- Zur großflächigen Kontrolle des Mauerwerks.
- Besonders geeignet, um Wärmebrücken oder feuchte Stellen aufzuspüren, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
- Vorteile:
- Schnelle, zerstörungsfreie Methode.
- Kann auch andere Schwachstellen wie mangelhafte Dämmung aufzeigen.
3. Kapazitive Feuchtigkeitsmessung
- Methodik:
- Ein Messgerät sendet elektrische Felder in das Mauerwerk und misst die Kapazität, die durch Feuchtigkeit beeinflusst wird.
- Einsatzbereich:
- Nicht-invasive Methode, die ohne Beschädigung des Mauerwerks durchgeführt werden kann.
- Vorteile:
- Besonders nützlich bei empfindlichen oder historischen Bauwerken.
4. Salz- und Schadstoffanalysen
Salze im Mauerwerk sind oft ein Hinweis auf frühere Feuchtigkeitsprobleme und können durch aufsteigende Feuchtigkeit oder kapillare Wasseraufnahme eingebracht worden sein.
- Methodik:
- Proben des Mauerwerks oder Putzes werden entnommen und auf Salze wie Sulfate, Nitrate oder Chloride untersucht.
- Einsatzmöglichkeiten:
- Um herauszufinden, ob die Feuchtigkeitssanierung erfolgreich war.
- Zur Bewertung der Gefahr von Salzbildung (z. B. Salzausblühungen) und damit verbundenen Schäden.
5. Langzeitüberwachung (Datenlogger)
- Methodik:
- Sensoren zur Messung von Feuchtigkeit und Temperatur werden dauerhaft im Mauerwerk installiert.
- Die Daten werden über Wochen oder Monate aufgezeichnet, um Veränderungen zu überwachen.
- Einsatzmöglichkeiten:
- Besonders sinnvoll nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen.
- Hilft, die Langzeitwirkung von Abdichtungen oder Drainagesystemen zu überprüfen.
- Vorteile:
- Liefert eine detaillierte Dokumentation über den Feuchtigkeitsverlauf.
6. Wasserbelastungstests
a) Schlagregentest
- Methodik:
- Die Außenwand wird mit simuliertem Schlagregen belastet, um die Dichtheit der vertikalen Abdichtungen zu überprüfen.
- Einsatzmöglichkeiten:
- Um zu testen, ob die Außenabdichtung oder der Fassadenschutz (z. B. Putz oder Verkleidung) intakt ist.
- Ablauf:
- Wasser wird unter kontrollierten Bedingungen (Druck und Menge) auf das Mauerwerk gesprüht, und es wird beobachtet, ob Feuchtigkeit ins Innere dringt.
b) Aufstauversuch
- Methodik:
- Bei Kellermauerwerk oder Fundamentsanierungen wird ein kontrollierter Wasserstau gegen die Abdichtung geführt, um die Dichtheit gegen drückendes Wasser zu testen.
- Einsatzbereich:
- Prüfung der horizontalen und vertikalen Abdichtungen.
7. Prüfung der Abdichtung
- Materialprüfung:
- Kontrollieren Sie, ob die eingesetzten Abdichtungsmaterialien (z. B. Bitumenbahnen, mineralische Dichtungsschlämmen oder Horizontalsperren) gemäß den Herstellervorgaben verarbeitet wurden.
- Übergänge prüfen:
- Die Übergänge zwischen Bodenplatte und Wand sowie die Anschlüsse an Fenster, Türen oder Rohrdurchführungen müssen dicht sein.
- Fotodokumentation:
- Lassen Sie sich Fotos der Abdichtungsarbeiten vor der Verkleidung oder Verfüllung zeigen.
8. Beobachtung der Raumklimadaten
- Feuchtigkeit und Temperatur:
- Überprüfen Sie die Luftfeuchtigkeit in den Räumen mit einem Hygrometer. Werte zwischen 40–60 % sind ideal.
- Schimmelwachstum:
- Regelmäßige visuelle Kontrollen auf Schimmelbildung, insbesondere in Ecken und an Übergängen.
9. Einbindung von Fachleuten
- Bausachverständige:
- Ein unabhängiger Sachverständiger kann die Sanierungsarbeiten und die Wirksamkeit der Abdichtung professionell bewerten.
- Geotechniker:
- Bei drückendem Wasser oder schwierigen Bodenverhältnissen kann ein Geotechniker die Funktionsfähigkeit der Drainage- oder Abdichtungsmaßnahmen überprüfen.
10. Häufige Fehler und wie sie vermieden werden können
- Unzureichende Abdichtung:
- Kontrollieren Sie, ob alle Abdichtungsmaßnahmen (z. B. Horizontalsperren, vertikale Abdichtungen) flächendeckend und ohne Unterbrechungen ausgeführt wurden.
- Nicht entfernte Feuchtigkeit:
- Vor der Abdichtung muss das Mauerwerk vollständig trocken sein. Andernfalls bleibt Restfeuchte eingeschlossen und verursacht später Schäden.
- Falsches Material:
- Verwenden Sie nur Materialien, die für die spezifische Belastung geeignet sind (z. B. drückendes oder nicht drückendes Wasser).
Fazit
Bauherren können die Qualität der Sanierung eines Mauerwerks durch eine Kombination aus Feuchtigkeitsmessungen, Abdichtungsprüfungen und Langzeitüberwachung sicherstellen. Insbesondere thermografische Analysen und Dichtheitsprüfungen sind hilfreiche Werkzeuge, um potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren. Die Einbindung von Fachleuten und die Dokumentation der Arbeiten sorgen für langfristige Sicherheit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen.