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Beim Kauf eines Grundstücks fallen neben dem reinen Kaufpreis verschiedene zusätzliche Kosten an, die du einplanen solltest. Diese Kaufnebenkosten können je nach Region und individuellem Fall variieren, aber im Allgemeinen solltest du mit folgenden Posten rechnen:
1. Grunderwerbsteuer
- Höhe: Die Grunderwerbsteuer wird auf den Kaufpreis des Grundstücks erhoben und variiert je nach Bundesland in Deutschland zwischen 3,5 % und 6,5 %. Hier sind die aktuellen Steuersätze (Stand 2023):
- Bayern und Sachsen: 3,5 %
- Berlin: 6,0 %
- Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen: 6,5 %
- Berechnung: Beispiel – Kaufpreis: 200.000 €, Grunderwerbsteuer bei 5 % = 10.000 €
- Fälligkeit: Die Grunderwerbsteuer wird in der Regel einige Wochen nach Unterzeichnung des Kaufvertrags durch das Finanzamt eingefordert.
2. Notarkosten
- Notarkosten entstehen für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Durchführung der Grundbucheintragungen. Der Notar sorgt dafür, dass der Kauf rechtskräftig ist und sichert die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch.
- Höhe: Die Notarkosten betragen in der Regel etwa 1,0 % bis 1,5 % des Kaufpreises.
- Leistungen des Notars:
- Beurkundung des Kaufvertrags
- Grundbucheintrag
- Auflassungsvormerkung (Vorbereitung der Umschreibung des Eigentums)
- Fälligkeit: Die Notarkosten sind in der Regel fällig, sobald der Vertrag unterschrieben wurde und der Notar seine Tätigkeit beginnt.
3. Grundbuchkosten
- Die Grundbuchkosten fallen für die Eintragung des neuen Eigentümers und eventuelle Eintragungen von Hypotheken oder Grundschulden an.
- Höhe: Grundbuchkosten betragen etwa 0,5 % des Kaufpreises.
- Aufwand im Grundbuch:
- Eintragung des neuen Eigentümers
- Eintragung von Grundschulden, falls du das Grundstück finanziert hast.
4. Maklerprovision (falls zutreffend)
- Wenn ein Immobilienmakler beim Kauf involviert ist, fällt in der Regel eine Maklerprovision an. Diese ist in Deutschland frei verhandelbar, liegt jedoch häufig bei 3 % bis 7 % des Kaufpreises, zzgl. Mehrwertsteuer (19 %).
- Aufteilung: Seit Ende 2020 ist gesetzlich geregelt, dass sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision in der Regel teilen müssen. In der Praxis bedeutet dies, dass der Käufer häufig etwa 50 % der Maklerprovision trägt.
- Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 200.000 € und einer Maklerprovision von 3,57 % (inkl. MwSt.) wären das etwa 7.140 €.
5. Kosten für die Finanzierung
Wenn du den Grundstückskauf über einen Kredit oder eine Hypothek finanzierst, fallen weitere Kosten an:
- Bereitstellungszinsen: Banken verlangen häufig Zinsen für den Zeitraum, in dem die Darlehenssumme bereitgestellt, aber noch nicht abgerufen wurde.
- Grundschuldbestellung: Wenn du zur Sicherung eines Kredits eine Grundschuld eintragen lässt, entstehen weitere Notarkosten und Grundbuchkosten. Diese Kosten fallen zusätzlich zu den normalen Grundbuch- und Notarkosten an.
- Kosten für die Grundschuldbestellung: In der Regel betragen sie etwa 0,5 % bis 1 % der eingetragenen Grundschuld.
6. Erschließungskosten
- Wenn das Grundstück noch nicht vollständig erschlossen ist, fallen Erschließungskosten für die Anbindung an öffentliche Versorgungsnetze (z. B. Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekommunikation) an.
- Höhe: Diese Kosten können stark variieren, abhängig vom Stand der Erschließung und den lokalen Gegebenheiten. Es können mehrere Tausend Euro hinzukommen, insbesondere wenn Straßen, Gehwege oder Leitungen neu verlegt werden müssen.
7. Vermessungskosten
- Wenn das Grundstück neu vermessen werden muss (z. B. bei einer Grundstücksteilung), fallen zusätzliche Vermessungskosten an.
- Höhe: Diese Kosten hängen von der Größe des Grundstücks und den regionalen Gebührenordnungen ab. In der Regel bewegen sie sich zwischen 1.500 € und 3.000 €.
8. Bodengutachten
- Um die Bodenbeschaffenheit und Tragfähigkeit des Grundstücks zu prüfen (z. B. in Bezug auf Baugrund, Altlasten, Grundwasser), kann es notwendig sein, ein Bodengutachten erstellen zu lassen. Dies ist besonders wichtig, um unvorhergesehene Bauprobleme zu vermeiden.
- Höhe: Die Kosten für ein Bodengutachten liegen in der Regel zwischen 1.000 € und 2.000 €, abhängig von der Größe des Grundstücks und der Komplexität der Bodenuntersuchung.
9. Anschaffungsnebenkosten für Gebäudeplanung
- Architekt oder Bauingenieur: Wenn du auf dem Grundstück bauen möchtest, fallen Planungs- und Entwurfsgebühren an. Architekten oder Bauingenieure berechnen ihre Leistungen nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die genauen Kosten hängen von der Größe und Komplexität des Bauprojekts ab.
- Kosten für Baugenehmigung: Für die Baugenehmigung fallen ebenfalls Gebühren an, die je nach Region und Bauprojekt unterschiedlich hoch ausfallen können.
10. Kosten für die Versicherung
- Gebäudeversicherung: Sobald das Grundstück bebaut wird, solltest du eine Gebäudeversicherung abschließen, die dich gegen Schäden (Feuer, Sturm, etc.) absichert.
- Bauherrenhaftpflichtversicherung: Diese Versicherung schützt dich als Bauherr vor Schadensersatzforderungen, die während des Baus entstehen könnten. Dies ist besonders wichtig, um sich gegen mögliche Unfälle oder Schäden auf der Baustelle abzusichern.
- Bauleistungsversicherung: Diese Versicherung schützt das Bauvorhaben vor unvorhergesehenen Schäden während der Bauphase (z. B. durch Vandalismus, extreme Witterung oder Diebstahl von Baumaterialien).
11. Laufende Kosten nach dem Kauf
- Grundsteuer: Nach dem Kauf des Grundstücks bist du verpflichtet, jährlich Grundsteuer zu zahlen. Die Höhe der Grundsteuer hängt vom sogenannten Einheitswert des Grundstücks und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ab.
- Unterhaltungskosten: Auch für unbebaute Grundstücke fallen möglicherweise regelmäßige Pflegekosten an, z. B. für die Instandhaltung von Zufahrtswegen, Zäunen oder Grünflächen.
Zusammenfassung der zusätzlichen Kosten:
- Grunderwerbsteuer: 3,5 % bis 6,5 % des Kaufpreises
- Notarkosten: 1,0 % bis 1,5 % des Kaufpreises
- Grundbuchkosten: ca. 0,5 % des Kaufpreises
- Maklerprovision (falls zutreffend): 3 % bis 7 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.)
- Kosten für die Finanzierung (z. B. Grundschuld): ca. 0,5 % bis 1 % der Darlehenssumme
- Erschließungskosten: Je nach Standort und Erschließungsgrad variabel
- Vermessungskosten: 1.500 € bis 3.000 €
- Bodengutachten: 1.000 € bis 2.000 €
- Gebühren für Baugenehmigung, Architekten, Versicherungen: variabel
Insgesamt solltest du mit Nebenkosten von etwa 10 % bis 15 % des Kaufpreises rechnen, abhängig von der Situation des Grundstücks und deinen individuellen Anforderungen. Es ist wichtig, diese Kosten im Vorfeld in dein Budget einzubeziehen, um böse Überraschungen zu vermeiden.