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Bei Fertighausanbietern können versteckte Kosten anfallen, die nicht immer direkt im Angebot ersichtlich sind. Diese zusätzlichen Ausgaben können das Budget erheblich beeinflussen, wenn sie nicht frühzeitig eingeplant werden. Hier sind die häufigsten „versteckten“ Kosten, auf die man achten sollte:
1. Erdarbeiten und Bodenbeschaffenheit
- Bodengutachten: Ein Bodengutachten ist oft erforderlich, um die Beschaffenheit des Baugrundes zu prüfen. Ist der Boden schwierig (z. B. feucht oder felsig), können zusätzliche Kosten für Erdarbeiten entstehen.
- Erdarbeiten und Bodenaushub: Je nach Bodenbeschaffenheit können umfangreiche Erdarbeiten notwendig werden, die über den normalen Aushub hinausgehen. Beispielsweise sind zusätzliche Kosten für das Abtragen von Felsen oder für Grundwasserabsenkungen möglich.
2. Fundament und Kellerbau
- Fundamentkosten: Viele Fertighausangebote enthalten lediglich das Haus selbst ohne Fundament. Falls der Anbieter kein Fundament im Preis inkludiert hat, kann dies zu einer erheblichen zusätzlichen Ausgabe führen.
- Kellerbau: Oft ist der Keller nicht im Standardpreis enthalten. Soll ein Keller gebaut werden, kommen zusätzliche Kosten hinzu, die stark variieren können, je nach Größe und Bauweise.
3. Baustelleneinrichtung und Baustellenzufahrt
- Baustelleneinrichtung: Dazu gehören Dinge wie Bauzäune, Baucontainer, Toiletten für die Bauarbeiter und Sicherungen. Diese sind oft nicht in den Standardkosten enthalten.
- Baustellenzufahrt und Straßenabsperrungen: Wenn für die Zufahrt zum Grundstück oder für das Aufstellen von Kränen spezielle Absperrungen oder Genehmigungen erforderlich sind, fallen hierfür zusätzliche Gebühren an.
4. Hausanschlüsse
- Wasser-, Strom- und Abwasseranschlüsse: Die Kosten für den Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz sind oft nicht im Angebot enthalten. Dazu gehören Wasser, Abwasser, Strom und eventuell auch Gas.
- Anschlussarbeiten und Abnahmen: Zusätzlich zur Installation der Hausanschlüsse können auch Abnahmegebühren anfallen, die in manchen Regionen vorgeschrieben sind.
5. Erschließungskosten und Gebühren
- Erschließung des Grundstücks: Falls das Grundstück nicht erschlossen ist, können Kosten für die Erschließung anfallen, z. B. für die Anbindung an öffentliche Straßen, Beleuchtung oder Entwässerungssysteme.
- Baurechtliche Gebühren: Für die Genehmigung des Bauprojekts fallen oft Gebühren an, die nicht immer im Angebot enthalten sind. Diese können je nach Region und Bauamt unterschiedlich hoch sein.
6. Baugrundversicherung und andere Versicherungen
- Baugrundversicherung: Bei schwierigem Baugrund kann eine spezielle Baugrundversicherung erforderlich sein, die gegen unvorhergesehene Schwierigkeiten beim Aushub absichert.
- Bauleistungs- und Bauherrenhaftpflichtversicherung: Diese Versicherungen sind zwar in Deutschland für Bauprojekte meist vorgeschrieben, aber selten im Angebot inkludiert. Sie decken Schäden am Bau und Haftpflichtfälle ab, die während der Bauzeit entstehen.
7. Innenausbau und Ausstattung
- Bodenbeläge, Fliesen und Malerarbeiten: Einige Fertighausanbieter bieten standardmäßig nur den Rohbau an, ohne Bodenbeläge, Fliesen oder gestrichene Wände. Wenn der Innenausbau nicht im Angebot enthalten ist, müssen diese Kosten gesondert eingeplant werden.
- Sanitäre Anlagen und Kücheneinrichtung: Sanitäreinrichtungen wie Waschbecken, WC und Badewanne sowie die Kücheneinrichtung sind bei manchen Anbietern nicht im Standard enthalten und müssen separat erworben werden.
8. Außenanlagen und Garten
- Terrassen, Wege und Einfahrten: Außenanlagen wie Einfahrten, Terrassen und Gehwege sind häufig nicht im Angebot enthalten. Diese Kosten können sich schnell summieren, besonders bei größeren Flächen oder speziellen Materialien.
- Garten- und Landschaftsbau: Das Anlegen eines Gartens, das Pflanzen von Rasen, Bäumen und Hecken sowie eventuelle Einfriedungen sind in der Regel nicht im Angebot enthalten.
9. Blower-Door-Test und Energieausweis
- Blower-Door-Test: Dieser Test ist oft erforderlich, um die Luftdichtheit des Hauses zu überprüfen und die Energieeffizienz nachzuweisen. Manche Anbieter verlangen hierfür zusätzliche Gebühren, wenn der Test nicht Teil des Standardpakets ist.
- Energieausweis: Ein Energieausweis ist gesetzlich vorgeschrieben und gibt Auskunft über die Energieeffizienz des Hauses. Wenn er nicht im Angebot enthalten ist, können zusätzliche Kosten entstehen.
10. Sonderwünsche und individuelle Anpassungen
- Individuelle Wünsche: Sonderwünsche wie eine spezielle Fassadengestaltung, zusätzliche Fenster, hochwertige Bodenbeläge oder eine andere Raumaufteilung werden oft extra berechnet. Dies sollte vorab mit dem Anbieter geklärt werden.
- Spezielle Haustechnik: Falls spezielle Technik wie eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage oder Smart-Home-Systeme gewünscht sind, fallen hierfür oft zusätzliche Kosten an.
11. Finanzierungsnebenkosten
- Notarkosten und Grundbuchgebühren: Die Kosten für den Notar und das Eintragen ins Grundbuch sind nicht im Bauangebot enthalten, aber für den Grundstückskauf notwendig.
- Grunderwerbsteuer: Diese Steuer fällt beim Kauf des Grundstücks an und kann je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises betragen.
Zusammengefasst:
Ein gutes Fertighausangebot sollte möglichst viele dieser Positionen transparent darstellen. Es ist jedoch ratsam, auch nachzufragen, wenn bestimmte Posten unklar sind, da nicht alle Anbieter dieselbe Detailtiefe bieten. Wer diese versteckten Kosten frühzeitig kennt, kann realistisch kalkulieren und böse Überraschungen vermeiden.