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Wenn ein Blower-Door-Test negativ ausfällt, bedeutet dies, dass die Gebäudehülle undicht ist und unkontrollierte Luftströmungen auftreten. Diese Leckagen führen zu Energieverlusten, Feuchtigkeitsproblemen und schlechter Luftqualität. Typische Fehlstellen, die bei einem solchen Test identifiziert werden können, sind:
1. Anschlussbereiche von Fenstern und Türen
- Undichte Fensterrahmen: Fehlerhafte oder unvollständige Abdichtungen zwischen Fensterrahmen und Wandanschluss lassen Luft durch.
- Türdichtungen und Bodenschwellen: Die Abdichtungen an Außentüren, vor allem bei der Schwelle, sind oft unzureichend und lassen kalte Luft einströmen.
- Fensteranschlussleisten: Die Leisten um die Fenster können undicht sein, insbesondere wenn die Bauschaum- oder Fugenabdichtung nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde.
2. Anschlussfugen und Durchdringungen an der Gebäudehülle
- Durchführungen für Rohre und Kabel: Anschlüsse für Heizungs-, Wasser- und Elektroinstallationen, die durch die Außenwände führen, sind häufig nicht ausreichend abgedichtet.
- Kabeldurchlässe und Leerrohre: Leerrohre für elektrische Leitungen oder für Kommunikationskabel werden oft vergessen oder ungenügend abgedichtet, was zu Undichtigkeiten führt.
- Lüftungskanäle und Dunstabzugshauben: Die Anschlussstellen von Lüftungsanlagen und Abluftsystemen wie Dunstabzugshauben müssen sorgfältig abgedichtet sein, da sonst unkontrollierte Luftströmungen auftreten.
3. Anschlüsse zwischen unterschiedlichen Bauteilen
- Übergang zwischen Dach und Wand: Die Schnittstelle zwischen Außenwand und Dachkonstruktion ist besonders anfällig, wenn keine durchgehende Luftdichtheitsebene vorhanden ist.
- Deckenanschlüsse an die Außenwände: Undichte Stellen an Übergängen von Geschossdecken zu Außenwänden, insbesondere in obersten Geschossen, sind häufige Schwachstellen.
- Anschluss von Giebel- oder Traufwänden: Hier treten häufig Undichtigkeiten auf, besonders bei komplexen Dachformen oder bei Gauben.
4. Dachflächen und Dachdurchdringungen
- Durchführungen für Dachfenster und Dachgauben: Fehlende oder schlecht ausgeführte Abdichtungen an Dachfenstern und Gauben sind oft problematisch.
- Schornstein- und Entlüftungsrohre: Die Durchführungen für Schornsteine und Entlüftungen im Dachbereich müssen sorgfältig abgedichtet werden.
- Unzureichende Abdichtung der Dampfsperre: Wenn die Dampfsperre im Dachbereich nicht korrekt verklebt oder befestigt ist, kommt es zu Leckagen, die eine dichte Gebäudehülle beeinträchtigen.
5. Rollladenkästen und Fensterbänke
- Undichte Rollladenkästen: Diese sind oft eine Schwachstelle, insbesondere wenn sie nicht luftdicht eingebaut sind. Durch schlecht gedämmte oder nicht abgedichtete Rollladenkästen können große Mengen Luft einströmen.
- Fensterbankanschlüsse: Die Verbindung zwischen Fensterbank und Außenwand kann undicht sein, wenn keine luftdichte Abdichtung vorgesehen ist.
6. Anschlüsse von Fußböden und Bodenplatten
- Übergang Bodenplatte zu Außenwand: Vor allem im Bereich der Bodenplatte sind undichte Stellen durch fehlerhafte Anschlussdetails häufig, etwa wenn die Abdichtung am Übergang nicht durchgehend ausgeführt ist.
- Sockelbereich und Perimeterdämmung: Eine fehlerhafte Abdichtung im Sockelbereich kann zu unerwünschtem Luftaustausch führen, insbesondere an den unteren Anschlussfugen.
7. Installationsschächte und Abwasserleitungen
- Schächte für technische Installationen: Installationsschächte und Versorgungsschächte, die durch die Geschossdecken und Außenwände geführt sind, müssen luftdicht verschlossen sein.
- Durchführungen für Abwasserleitungen: Die Anschlüsse für Abwasserrohre an den Außenwänden müssen vollständig abgedichtet sein, da hier häufig undichte Stellen auftreten.
8. Fugen und Dehnungsfugen in der Gebäudehülle
- Baubewegungsfugen: Dehnungsfugen in der Außenwand, die nicht ordnungsgemäß abgedichtet sind, lassen oft Luft durch.
- Silikonfugen und Dichtstoffe: Nicht fachgerecht ausgeführte Dichtstoffe in Fugen, die durch Dehnungen oder Materialveränderungen reißen, verursachen Undichtigkeiten.
9. Kellerdecken und Deckenanschlüsse
- Deckenanschluss in unbeheizten Kellern: Oft treten Leckagen zwischen der Kellerdecke und den Außenwänden auf, da diese Übergänge oft nicht sorgfältig genug abgedichtet sind.
- Durchführungen in Kellerdecken: Leitungen, die durch die Kellerdecke in die oberen Stockwerke geführt werden, verursachen häufig undichte Stellen, wenn sie nicht abgedichtet sind.
Zusammengefasst:
Typische Fehlstellen, die beim Blower-Door-Test auftreten, sind Fenster- und Türanschlüsse, Durchführungen für Rohre und Kabel, Übergänge zwischen Bauteilen (wie Dach und Wände), Dachdurchdringungen, Rollladenkästen, Bodenplattenanschlüsse, Installationsschächte, Dehnungsfugen und Kellerdeckenanschlüsse. Eine sorgfältige Abdichtung und die genaue Beachtung der luftdichten Ausführung an diesen Stellen ist entscheidend, um die Energieeffizienz und Behaglichkeit des Gebäudes sicherzustellen.