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Die optimale Vorbereitung von Wänden, die durch eine Sanierung Schäden wie Risse oder Bohrlöcher aufweisen, ist wichtig, um eine glatte und stabile Oberfläche zu schaffen, auf der du später Malerarbeiten oder andere Wandverkleidungen vornehmen kannst. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du diese Wände reparierst und vorbereitest:
1. Schäden begutachten und klassifizieren
Zunächst ist es wichtig, die Art und das Ausmaß der Schäden zu beurteilen. Schäden können in Form von Rissen, Bohrlöchern, Abplatzungen oder größeren Unebenheiten auftreten:
- Risse: Feine Risse sind oft oberflächlich und können relativ einfach gefüllt werden. Tiefe oder breite Risse erfordern jedoch spezielle Maßnahmen.
- Bohrlöcher: Häufig nach Entfernen von Regalen, Lampen oder anderen Befestigungen. Bohrlöcher sind meist einfach zu füllen, solange sie nicht zu groß oder zu tief sind.
- Abplatzungen und Löcher: Diese entstehen durch lose Putz- oder Farbschichten, die abgebrochen sind.
- Größere Unebenheiten: Solche Schäden erfordern eventuell Spachtelmasse und zusätzliche Behandlungen, um eine ebene Wand zu schaffen.
2. Vorbereitung der Wand
Bevor du mit der Reparatur beginnst, ist es wichtig, die Wände gründlich vorzubereiten:
- Alte Anstriche oder Tapeten entfernen: Wenn sich noch alte Tapeten oder Farbschichten lösen, sollten sie komplett entfernt werden. Bei Tapeten kannst du Wasser und Tapetenlöser verwenden, um die Tapeten einzuweichen und abzulösen.
- Untergrund reinigen: Die Wand muss staubfrei und sauber sein. Verwende einen Besen oder Staubsauger, um Staub und Schmutz zu entfernen. Fettige oder verschmutzte Stellen kannst du mit einem milden Reinigungsmittel säubern.
- Lose Teile entfernen: Bröckelnde oder lose Stellen an der Wand, besonders in der Nähe von Rissen oder Abplatzungen, sollten vorsichtig abgekratzt oder entfernt werden, damit der Untergrund fest und stabil ist.
3. Risse ausbessern
Die Reparatur von Rissen hängt von der Art und Tiefe der Risse ab:
- Kleine, feine Risse: Für feine Risse (oft Haarrisse genannt) reicht in der Regel das Auffüllen mit Acryl oder feiner Spachtelmasse. Drücke die Masse mit einem Spachtel in den Riss und glätte die Oberfläche.
- Größere oder tiefere Risse: Bei größeren Rissen (mehr als 1 mm breit) solltest du die Ränder des Risses mit einem scharfen Werkzeug (z.B. einem Spachtel) leicht aufweiten, um eine stabilere Fläche zum Verfüllen zu schaffen. Anschließend füllst du den Riss mit Füllspachtel oder Reparaturmörtel. Für zusätzliche Stabilität kann ein Rissband oder Armierungsgewebe in den frischen Spachtel eingebettet werden, um erneutes Aufreißen zu verhindern.
- Strukturelle Risse: Wenn es sich um strukturelle Risse handelt, die möglicherweise auf Bewegungen im Mauerwerk zurückzuführen sind, solltest du einen Fachmann zu Rate ziehen, bevor du Reparaturen durchführst. Diese Risse müssen oft mit speziellen Maßnahmen stabilisiert werden.
4. Bohrlöcher füllen
Das Füllen von Bohrlöchern ist eine relativ einfache Aufgabe:
- Kleine Bohrlöcher (bis 5 mm): Diese kannst du mit Acryl oder einem gebrauchsfertigen Füllstoff füllen. Drücke die Spachtelmasse mit einem Spachtel in das Loch und glätte die Oberfläche.
- Größere Bohrlöcher (ab 5 mm): Größere Bohrlöcher erfordern mehr Füllmasse oder Reparaturgips. Es ist wichtig, dass du das Loch tief genug auffüllst und ggf. in mehreren Schichten arbeitest, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.
- Tiefere Löcher durch Dübel: Falls sich noch Dübel in den Bohrlöchern befinden, müssen diese entfernt werden. Ziehe sie mit einer Zange heraus und fülle das Loch anschließend mit Spachtelmasse oder Reparaturgips.
5. Löcher und Abplatzungen reparieren
Für größere Löcher oder Abplatzungen benötigst du eine etwas dickere Schicht Spachtelmasse oder Reparaturmörtel:
- Vorbereitung: Größere Löcher oder Abplatzungen solltest du leicht anfeuchten, damit die Spachtelmasse besser haftet. Wenn der Bereich zu trocken ist, könnte die Masse später reißen oder sich ablösen.
- Spachtelmasse auftragen: Verwende eine grobe Spachtelmasse, um das Loch zu füllen, und arbeite in mehreren Schichten, wenn das Loch sehr tief ist. Zwischen den Schichten solltest du die Masse antrocknen lassen. Zum Schluss kannst du mit einer feinen Schicht die Oberfläche glätten.
6. Oberfläche glätten
Nach dem Auffüllen der Risse, Löcher oder Abplatzungen solltest du die reparierten Stellen glätten, damit die Wand eben ist und der neue Anstrich oder die Tapete gleichmäßig aussieht:
- Abschleifen: Sobald die Spachtelmasse getrocknet ist (beachte die Trocknungszeit des Herstellers), schleife die Oberfläche vorsichtig mit feinem Schleifpapier (Körnung 120–240) ab. Achte darauf, die umliegende Wand nicht zu stark zu schleifen.
- Unregelmäßigkeiten beseitigen: Falls nach dem Schleifen noch Unregelmäßigkeiten oder kleine Vertiefungen sichtbar sind, kannst du diese mit einer dünnen Schicht Feinspachtel ausbessern und erneut glätten.
7. Grundierung auftragen
Nach der Reparatur der Wände ist es sinnvoll, eine Grundierung aufzutragen, bevor du die Wand weiter bearbeitest. Die Grundierung verbessert die Haftung von Farbe oder Tapete und sorgt dafür, dass die Wand gleichmäßig saugt.
- Saugende Untergründe: Bei stark saugenden Untergründen wie Gipsputz solltest du eine Tiefengrundierung verwenden, um die Saugfähigkeit zu reduzieren und eine gleichmäßige Oberfläche zu schaffen.
- Nicht saugende Untergründe: Auf glatten oder glänzenden Untergründen kann eine Haftgrundierung erforderlich sein, damit Farbe oder Tapetenkleister besser halten.
8. Oberflächengestaltung (Anstrich oder Tapete)
Nach den vorbereitenden Arbeiten ist die Wand bereit für den Endanstrich oder das Tapezieren:
- Malerarbeiten: Wähle eine qualitativ hochwertige Farbe, die den Anforderungen des Raumes entspricht (z.B. feuchtigkeitsresistente Farbe für das Bad oder abriebfeste Farbe für den Flur).
- Tapezieren: Wenn du die Wände tapezieren möchtest, achte darauf, dass der Untergrund völlig glatt und sauber ist, da Unebenheiten unter der Tapete später sichtbar werden könnten.
Fazit:
Um Wände nach einer Sanierung optimal vorzubereiten, ist es unbedingt erforderlich, Schäden wie Risse, Bohrlöcher und Abplatzungen fachgerecht zu reparieren. Dies beginnt mit einer gründlichen Reinigung und Vorbereitung der Wand, gefolgt von einer sachgerechten Ausbesserung der Schäden und dem Glätten der Oberfläche. Mit einer Grundierung sorgst du dafür, dass der neue Anstrich oder die Tapete gleichmäßig aufgetragen werden kann. So erhältst du ein dauerhaft sauberes und ansprechendes Ergebnis.