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In der Entwurfsphase sollte die Kostenplanung bereits ein hohes Maß an Detaillierung aufweisen, um eine fundierte Grundlage für die weitere Projektentwicklung zu schaffen. Die Kostenplanung in dieser Phase dient dazu, sicherzustellen, dass das Projekt innerhalb des geplanten Budgets realisierbar ist und spätere Überraschungen oder Nachträge minimiert werden. Die Entwurfsphase baut auf den in der Vorplanung erarbeiteten Grundlagen auf und präzisiert sowohl die technischen als auch die gestalterischen Aspekte des Bauvorhabens. Hier ist eine Übersicht, wie detailliert die Kostenplanung in dieser Phase sein sollte:
1. Genauigkeit der Kostenplanung
- Kostenschätzung: In der Entwurfsphase wird die erste grobe Kostenschätzung aus der Vorplanung durch detaillierte Kostenschätzungen und Berechnungen ersetzt. Hierbei sollte eine Genauigkeit von etwa ±10-20 % angestrebt werden. Diese Genauigkeit reicht aus, um das Projekt auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, ohne bereits zu tief ins Detail zu gehen.
- Orientierung an Kennwerten: Die Kostenplanung erfolgt häufig auf Basis von Kennwerten pro Quadratmeter Bruttogrundfläche oder Bruttorauminhalt, basierend auf Erfahrungswerten aus vergleichbaren Projekten. Diese Kennwerte sollten jedoch durch detailliertere Schätzungen der einzelnen Kostenpositionen ergänzt werden.
2. Detaillierungsgrad nach Gewerken
- Aufschlüsselung nach Gewerken: In der Entwurfsphase sollten die Kosten bereits nach den wichtigsten Gewerken (z.B. Rohbau, Ausbau, Haustechnik, Außenanlagen) aufgeschlüsselt werden. Jedes Gewerk sollte anhand der geplanten Materialien, Bauweise und Umfang der Arbeiten genau kalkuliert werden.
- Rohbau: Material- und Arbeitskosten für Wände, Decken, Böden, Dach, Fundamente, Fenster und Türen.
- Ausbau: Kosten für den Innenausbau (z.B. Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Decken).
- Technische Gebäudeausrüstung (TGA): Kosten für Heizung, Lüftung, Sanitärinstallationen, Elektroinstallationen.
- Außenanlagen: Kosten für Gartengestaltung, Terrassen, Einfahrten, Zäune.
- Detaillierte Mengenberechnung: Die Kosten für jedes Gewerk sollten auf Grundlage von Mengenermittlungen (z.B. Quadratmeter Wandfläche, Kubikmeter Beton) basieren. Diese Mengen werden aus den Entwurfsplänen abgeleitet und ermöglichen eine präzisere Kostenberechnung.
3. Berücksichtigung der Materialwahl
- Materialkosten: In der Entwurfsphase wird die Materialwahl konkreter, was eine detailliertere Kostenkalkulation ermöglicht. Dabei werden die Preise für verschiedene Materialien (z.B. Ziegel, Beton, Naturstein, Holz) berücksichtigt. Je genauer die Materialauswahl ist, desto präziser lässt sich die Kostenplanung gestalten.
- Kostenunterschiede bei Alternativen: Alternativen zu teuren Materialien sollten bereits in dieser Phase mit in die Planung einfließen. Die Kostenplanung sollte die Auswirkungen unterschiedlicher Materialwahl auf die Gesamtkosten aufzeigen, um dem Bauherrn fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
4. Integration der technischen Gebäudeausrüstung (TGA)
- Haustechnik-Planung: In der Entwurfsphase sollten auch die Kosten für die technische Gebäudeausrüstung (TGA) detaillierter geplant werden. Dazu zählen die Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen. Die Kosten für komplexere Systeme wie Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Smart-Home-Systeme sollten bereits in dieser Phase konkret berechnet werden.
- Energieeffizienz: Die angestrebte Energieeffizienzklasse des Gebäudes (z.B. KfW-Effizienzhaus) und die damit verbundenen baulichen und technischen Anforderungen (z.B. Dämmung, Fenster, Heizsystem) müssen detailliert in die Kostenplanung einfließen.
5. Berücksichtigung von behördlichen Auflagen und Sonderanforderungen
- Genehmigungs- und Planungskosten: Die Kosten für behördliche Auflagen (z.B. Denkmalschutz, Brandschutz, Naturschutzauflagen) und die erforderlichen Genehmigungen sollten in der Entwurfsphase bereits detailliert berücksichtigt werden. Diese Auflagen können erhebliche Mehrkosten verursachen und müssen daher in die Planung einfließen.
- Besondere Anforderungen: Sonderanforderungen des Bauherrn (z.B. besondere architektonische Gestaltungen, luxuriöse Innenausstattung, Sicherheits- oder Smart-Home-Systeme) sollten ebenfalls so detailliert wie möglich kalkuliert werden, da diese oft erhebliche Auswirkungen auf das Gesamtbudget haben.
6. Planung von Reserven und Unvorhergesehenem
- Kostenpuffer: Trotz der Genauigkeit der Kostenplanung in der Entwurfsphase ist es ratsam, einen Puffer für unvorhergesehene Kosten einzuplanen. Ein Kostenpuffer von etwa 5-10 % des Gesamtbudgets ist üblich, um das Risiko von Kostenüberschreitungen abzufangen.
- Nachtragskosten: Auch mögliche Nachtragskosten sollten in der Entwurfsphase bereits berücksichtigt werden, um spätere Änderungen am Bau oder zusätzliche Arbeiten finanziell abzusichern.
7. Detaillierte Ausschreibungsvorbereitung
- Erstellung von Leistungsverzeichnissen: In der Entwurfsphase wird oft bereits das Leistungsverzeichnis vorbereitet, das als Grundlage für die Ausschreibung der Bauleistungen dient. Ein detailliertes Leistungsverzeichnis ermöglicht es, Angebote von Bauunternehmen zu vergleichen und eine präzisere Kostenplanung vorzunehmen.
- Kostenschätzungen basierend auf Angeboten: Wenn möglich, sollten bereits in der Entwurfsphase erste Angebote von Bauunternehmen eingeholt werden, um die Kostenkalkulation zu verfeinern. Die Angebote geben realistische Anhaltspunkte für die tatsächlichen Baukosten und ermöglichen eine fundierte Budgetplanung.
8. Kostenplanung für Außenanlagen
- Außenanlagen und Erschließung: Die Kosten für Außenanlagen (z.B. Gärten, Terrassen, Zuwegungen) und die Erschließung des Grundstücks (z.B. Wasser, Abwasser, Strom) sollten bereits in der Entwurfsphase so detailliert wie möglich geplant werden, da sie einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtkosten ausmachen.
9. Zeit- und Bauablaufplanung
- Bauzeitenplan: Die Bauzeit und die damit verbundenen Baukosten (z.B. für Arbeitskräfte, Maschinen, Baustelleneinrichtung) sollten ebenfalls in der Entwurfsphase detailliert erfasst werden. Verzögerungen oder beschleunigte Bauprozesse können die Baukosten erheblich beeinflussen und müssen entsprechend eingeplant werden.
- Meilensteine und Zahlungspläne: Der Bauzeitenplan hilft bei der Erstellung eines Zahlungsplans, der auf Meilensteinen basiert. Die Kostenplanung sollte sicherstellen, dass die Zahlungen im Einklang mit dem Baufortschritt stehen und keine Überzahlungen erfolgen.
10. Langfristige Betriebskosten und Nachhaltigkeit
- Betriebskosten: Neben den reinen Baukosten sollten in der Entwurfsphase auch die langfristigen Betriebskosten des Gebäudes berücksichtigt werden (z.B. Energiekosten, Wartungskosten). Eine nachhaltige Planung kann zwar höhere Baukosten verursachen, langfristig aber zu Einsparungen führen.
- Fördermöglichkeiten: Geplante Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder zur Nutzung erneuerbarer Energien können in der Entwurfsphase auch in Bezug auf Fördermöglichkeiten geprüft werden, die die Baukosten senken könnten.
Fazit:
Die Kostenplanung in der Entwurfsphase sollte bereits ein hohes Maß an Detaillierung aufweisen, um sicherzustellen, dass das Projekt finanziell realisierbar ist und keine großen Kostenabweichungen auftreten. Die Planung muss die wesentlichen Gewerke, Materialien, technischen Ausstattungen, behördlichen Auflagen und Erschließungskosten so genau wie möglich berücksichtigen. Es ist wichtig, dass alle Planungsaspekte detailliert aufgeschlüsselt und mit realistischen Kostenansätzen versehen werden, um eine präzise Grundlage für die Ausschreibung und spätere Bauausführung zu schaffen.