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Die Dichtigkeit von Anschlussdetails zwischen Dächern und Außenwänden in Bestandsbauten ist entscheidend, um Feuchtigkeitseintritt zu verhindern und die Bausubstanz zu schützen. Undichte Anschlüsse können zu erheblichen Schäden durch Feuchtigkeit, Schimmelbildung und Wärmeverlust führen. Hier sind verschiedene Maßnahmen, die ergriffen werden können, um die Dichtigkeit an diesen kritischen Übergangsstellen zu verbessern:
1. Überprüfung und Analyse der Anschlussdetails
Bevor Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden, sollte der Zustand der bestehenden Anschlüsse sorgfältig überprüft werden. Achten Sie dabei auf folgende Anzeichen von Problemen:
- Risse oder offene Fugen: Diese sind häufige Stellen, an denen Wasser eindringen kann.
- Abgenutzte oder beschädigte Dichtungen: Besonders an Dachanschlüssen und Durchdringungen sind abgenutzte Dichtungen oft die Ursache für Leckagen.
- Feuchtigkeitsschäden an Wänden oder Dachuntersichten: Diese weisen darauf hin, dass Wasser bereits eingedrungen ist.
2. Dachdurchdringungen abdichten
Dachdurchdringungen wie Kamine, Dachfenster, Lüftungsrohre oder Antennenmasten stellen Schwachstellen dar, die sorgfältig abgedichtet werden müssen.
A. Erneuerung der Dichtungen
- Dichtungsbänder und Manschetten: Verwendung von hochwertigen Dichtbändern und Dichtungsmanschetten, die speziell für Durchdringungen entwickelt wurden. Diese müssen UV-beständig und witterungsfest sein.
- Bleianschlüsse: Bleiwinkel oder -bahnen sind eine bewährte Methode, um Dachdurchdringungen sicher abzudichten. Sie sollten jedoch regelmäßig auf Risse und Materialermüdung überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.
B. Abdichtung mit Flüssigkunststoff
- Flüssigkunststoff: Flüssigabdichtungen sind besonders effektiv bei komplexen Dachdurchdringungen oder unebenen Flächen. Sie können nahtlos aufgetragen werden und härtet zu einer wasserdichten Membran aus. Besonders geeignet sind sie für schwer zugängliche Stellen, wo herkömmliche Dichtungsmaterialien schwer anzubringen sind.
3. Abdichtung des Trauf- und Ortgangsbereichs
Die Trauf- und Ortgangsbereiche sind besonders anfällig für Feuchtigkeitseintritt, da hier Regenwasser vom Dach abläuft und in Kontakt mit der Fassade kommt.
A. Traufbereich abdichten
- Traufbleche erneuern: Wenn die Traufbleche beschädigt oder verrostet sind, sollten sie durch neue Bleche aus langlebigem Material wie Zink oder Aluminium ersetzt werden. Diese leiten das Wasser sicher von der Wand weg.
- Windschutz und Dampfsperre: Der Einbau von Windschutzbahnen und Dampfsperren im Traufbereich verhindert, dass feuchte Luft in die Dachkonstruktion eindringt. Diese Materialien sollten winddicht montiert und an die übrigen Dachdämmmaterialien angeschlossen werden.
B. Ortgangabdichtung verbessern
- Verstärkte Ortgangbleche: Am Ortgang können speziell geformte Ortgangbleche installiert werden, um die Dachkonstruktion zu schützen und das Wasser sicher abzuleiten. Diese Bleche sollten witterungsbeständig und gut in die Dach- und Wandkonstruktion integriert sein.
- Abdichtungen mit Mörtel oder Bitumen: Wenn der Ortgangbereich undicht ist, können Bitumendichtungen oder Mörtel zur Abdichtung verwendet werden. Diese Materialien sollten auf die Gegebenheiten abgestimmt und fachgerecht aufgetragen werden.
4. Wandanschlüsse bei Schrägdächern
An den Übergangsbereichen zwischen Schrägdächern und Wänden ist eine besonders sorgfältige Abdichtung erforderlich, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.
A. Anschlussschienen und Abdeckprofile
- Anschlussschienen (Winkelbleche): An Stellen, an denen das Dach an die Wand stößt, sollten stabile, wetterfeste Anschlussschienen oder Winkelbleche angebracht werden. Diese leiten Regenwasser vom Übergangsbereich ab und verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit.
- Abdeckprofile: Spezielle Abdeckprofile aus Aluminium oder Zink bieten zusätzlichen Schutz, indem sie als Abdeckung über den Übergangsbereich zwischen Dach und Wand installiert werden.
B. Dampfsperren und Winddichtungen
- Einbau von Dampfsperren: An den Übergangsstellen zwischen Schrägdach und Wand sollte eine Dampfsperre oder Dampfbremse installiert werden, um das Eindringen von feuchter Luft in die Dach- und Wandkonstruktion zu verhindern.
- Winddichtungen: Die Abdichtung des Übergangsbereichs sollte ebenfalls winddicht ausgeführt werden, um Zugluft zu vermeiden, die Feuchtigkeit in das Gebäude transportieren könnte.
C. Kehldichtung
- Dachkehle abdichten: Die Kehle, also der Übergang zwischen zwei Dachflächen, die auf eine Wand treffen, ist besonders anfällig für Undichtigkeiten. Hier sollten Blechkehlen installiert oder erneuert werden, um das Wasser sicher abzuleiten. Die Kehldichtung sollte sowohl an die Dachdeckung als auch an die Wand anschließen.
5. Erneuerung und Verbesserung der Dachabdichtung
Bei älteren Dächern kann es notwendig sein, die gesamte Dachabdichtung zu erneuern, um Undichtigkeiten zu beseitigen und die Übergänge zur Wand besser abzudichten.
A. Bitumenbahnen oder Kunststoffabdichtungen
- Bitumenbahnen: Bei Flachdächern oder flach geneigten Dächern bieten mehrlagige Bitumenabdichtungen einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit. Sie sollten an den Übergangsstellen zur Wand sorgfältig verschweißt oder verklebt werden.
- Kunststoffdachbahnen (PVC, TPO): Kunststoffdachbahnen sind widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und UV-Strahlung. Diese sollten nahtlos an die Wandanschlüsse geführt und mechanisch oder durch Schweißen befestigt werden.
B. Flüssigabdichtungen auf Flachdächern
- Flüssigkunststoff auf Flachdächern: Flüssigabdichtungen sind eine gute Lösung für Flachdächer, insbesondere an den Übergängen zu Wänden. Sie bilden eine nahtlose, elastische Membran, die Risse und Fugen sicher abdichtet.
6. Verstärkte Dämmung und Luftdichtheit an Übergangsstellen
Feuchtigkeitseintritt ist häufig mit mangelnder Dämmung und Luftdichtheit verbunden. Durch eine nachträgliche Dämmung und Verbesserung der Luftdichtheit an den Übergängen zwischen Dach und Wand kann das Eindringen von Feuchtigkeit und Kaltluft vermieden werden.
A. Verklebung und Verpressung der Dämmung
- Lückenlose Dämmung: An den Übergängen zwischen Dach und Außenwand sollte eine lückenlose Dämmung installiert werden. Der Dämmstoff sollte dabei fest verpresst und geklebt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.
- Einbau von Dämmkeilen: Dämmkeile an den Übergangsstellen sorgen für eine zusätzliche Wärmedämmung und helfen, die Fugen besser abzudichten.
B. Einbau von Luftdichtungsbahnen
- Luftdichtheit sicherstellen: Luftdichtungsbahnen sollten sorgfältig an den Übergangsstellen zwischen Dach und Außenwand installiert werden. Diese Bahnen verhindern, dass feuchte Luft in die Konstruktion eindringt und dort kondensiert.
- Verklebung der Dichtungsbahnen: Alle Dichtungsbahnen sollten sauber und durchgängig verklebt werden, um eine vollständige Luftdichtheit zu gewährleisten.
7. Regelmäßige Wartung und Inspektion
Die Dichtigkeit von Anschlussdetails sollte regelmäßig überprüft werden, insbesondere nach starker Beanspruchung durch Witterungseinflüsse wie Starkregen oder Stürme.
A. Wartungspläne
- Regelmäßige Inspektion: Mindestens einmal im Jahr sollte eine Inspektion der Dachanschlüsse erfolgen. Hierbei wird überprüft, ob Dichtungen intakt sind und keine Risse oder Undichtigkeiten entstanden sind.
- Schnelle Reparaturen: Bei entdeckten Schäden sollte unverzüglich gehandelt werden, um größere Feuchtigkeitsschäden zu verhindern.
Fazit:
Die Verbesserung der Dichtigkeit von Anschlussdetails zwischen Dächern und Außenwänden erfordert sorgfältige Planung und die Verwendung hochwertiger Materialien. Die Kombination aus Dichtungsbändern, Blechen, Flüssigabdichtungen und sorgfältiger Dämmung kann das Eindringen von Feuchtigkeit wirksam verhindern. Regelmäßige Wartung und Inspektion sind unerlässlich, um den langfristigen Schutz der Gebäudehülle zu gewährleisten.