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Die Sicherheit bei veralteten Elektroleitungen in einem Bestandsbau kann durch eine Reihe von Maßnahmen erheblich verbessert werden, ohne zwangsläufig eine komplette Neuinstallation durchzuführen. Diese Maßnahmen helfen, die Risiken von elektrischen Bränden, Kurzschlüssen und Stromschlägen zu minimieren. Hier sind einige der wichtigsten Schritte:
1. Installation von FI-Schutzschaltern (Fehlerstrom-Schutzschaltern)
- Schutz vor Stromschlägen: FI-Schutzschalter (RCD, Residual Current Device) sind eine der effektivsten Sicherheitsmaßnahmen. Sie schützen vor lebensgefährlichen Stromschlägen, indem sie den Stromkreis unterbrechen, sobald ein Fehlerstrom festgestellt wird.
- Nachrüstung: Auch in älteren Gebäuden können FI-Schalter nachgerüstet werden, um den Schutz der Bewohner zu gewährleisten, selbst wenn die Leitungen selbst noch alt sind.
2. Überprüfung und Verbesserung der Erdung
- Erdungssystem prüfen: Viele ältere Gebäude haben unzureichende oder keine Erdung. Eine gute Erdung ist essenziell, um das Risiko eines elektrischen Schlags zu verringern.
- Nachträgliche Erdung: Eine fehlende oder mangelhafte Erdung kann durch eine Nachrüstung oder Verbesserung des Erdungssystems behoben werden.
3. Austausch von alten Sicherungen durch moderne Leitungsschutzschalter
- Ersetzen von Schraubsicherungen: Ältere Installationen verwenden oft Schraubsicherungen, die bei Überlastung langsamer reagieren. Moderne Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) bieten besseren Schutz gegen Überlast und Kurzschlüsse und können einfach in den Sicherungskasten eingebaut werden.
- Schutz gegen Überlast: Leitungsschutzschalter sorgen dafür, dass überlastete Stromkreise automatisch abgeschaltet werden, bevor es zu gefährlichen Situationen wie Kabelbränden kommen kann.
4. Überlastung der Stromkreise vermeiden
- Leistung prüfen: Ältere Installationen sind häufig nicht für den modernen Strombedarf ausgelegt. Überlastung durch viele angeschlossene Geräte kann zu gefährlichen Überhitzungen führen.
- Lastverteilung verbessern: Eine Prüfung der Lastverteilung und ggf. das Hinzufügen zusätzlicher Stromkreise kann die Sicherheit deutlich verbessern.
- Verwendung von Mehrfachsteckdosen minimieren: Zu viele Geräte an Mehrfachsteckdosen erhöhen das Brandrisiko. Es sollte versucht werden, die Anzahl der Mehrfachsteckdosen zu reduzieren und feste Steckdosen nachzurüsten.
5. Isolierung und Anschlüsse überprüfen
- Zustand der Isolierung prüfen: Alte Kabel können brüchig werden und ihre Isolierung verlieren. Eine Überprüfung durch einen Elektriker zeigt, ob die Kabel noch sicher sind.
- Schadhafte Leitungen ersetzen: Wo nötig, sollten beschädigte oder veraltete Leitungen abschnittsweise ausgetauscht werden, ohne gleich die gesamte Anlage erneuern zu müssen.
6. Ergänzung von Überspannungsschutz
- Schutz vor Überspannungen: Die Nachrüstung eines Überspannungsschutzes in der Hauptverteilung schützt elektronische Geräte und die Verkabelung vor Schäden durch Spannungsspitzen, etwa durch Blitzeinschläge oder Netzschwankungen.
7. Fachgerechte Installation und regelmäßige Wartung
- Elektriker beauftragen: Laienhafte Installationen oder Reparaturen bergen erhebliche Gefahren. Alle Arbeiten an der Elektroanlage sollten von einem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden.
- Regelmäßige Prüfung: Es ist wichtig, die Elektroinstallation regelmäßig von einem Fachmann überprüfen zu lassen, um frühzeitig potenzielle Gefahrenquellen zu erkennen. Nach DIN VDE 0105-100 wird empfohlen, Elektroinstallationen in älteren Gebäuden alle vier Jahre zu prüfen.
8. Brandmelder installieren
- Rauchmelder anbringen: Unabhängig vom Zustand der Elektroinstallation ist die Installation von Rauchmeldern eine einfache und effektive Maßnahme, um im Fall eines elektrischen Brandes frühzeitig gewarnt zu werden.
9. Schutzleiter und Potenzialausgleich nachrüsten
- Potenzialausgleich sicherstellen: In älteren Installationen fehlt oft der Schutzleiter oder der Potenzialausgleich ist unzureichend. Der Potenzialausgleich verbindet alle metallischen Teile im Haus (z. B. Wasserleitungen, Heizkörper) und leitet gefährliche Spannungen sicher ab. Die Nachrüstung eines solchen Systems kann die Sicherheit erheblich verbessern.
10. Erweiterung des Sicherungskastens
- Moderner Sicherungskasten: In vielen älteren Gebäuden sind Sicherungskästen nicht für moderne Schutzmaßnahmen wie FI-Schalter oder Überspannungsschutz ausgelegt. Der Einbau eines neuen, modernen Sicherungskastens kann das System auf den neuesten Stand bringen, ohne die gesamte Verkabelung auszutauschen.
Fazit:
Um die Sicherheit veralteter Elektroinstallationen in Bestandsbauten zu verbessern, sollten gezielte Maßnahmen wie die Nachrüstung von FI-Schaltern, der Austausch alter Sicherungen, die Verbesserung der Erdung und die Überprüfung der Lastverteilung durchgeführt werden. Regelmäßige Inspektionen und fachgerechte Wartung durch einen Elektriker sind essenziell, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu beheben.