www.baukosten.com > Bestandsbau-Projekt > Zustandsaufnahme > Installationen sanieren
Eine veraltete Sanitärinstallation kann die Wasserqualität in einem Gebäude auf verschiedene Weise beeinträchtigen. Die Hauptprobleme ergeben sich durch den Zustand der Rohre und die Materialien, aus denen sie bestehen. Hier sind die wichtigsten Faktoren, wie alte Installationen die Wasserqualität negativ beeinflussen können:
1. Korrosion und Ablagerungen
- Metallrohre (z.B. Stahl, Eisen) korrodieren mit der Zeit, insbesondere wenn sie alt sind. Dies führt zur Bildung von Rost, der das Wasser bräunlich färben kann und Ablagerungen im Wasser hinterlässt. Diese Rostpartikel können das Trinkwasser verunreinigen und den Geschmack beeinflussen.
- Ablagerungen in den Rohren, wie Kalk oder Schmutz, können sich im Laufe der Jahre aufbauen und die Wasserleitungen verengen. Diese Ablagerungen können Mikroorganismen beherbergen und so das Wasser potenziell kontaminieren.
2. Blei in alten Leitungen
In vielen älteren Gebäuden wurden Bleirohre verwendet. Blei kann sich im Laufe der Zeit im Wasser lösen und ist hochgradig gesundheitsschädlich, insbesondere für Kinder und Schwangere. Bereits geringe Mengen Blei im Trinkwasser können zu schweren Gesundheitsproblemen wie Nervenschäden oder Entwicklungsstörungen führen.
3. Biofilm und bakterielle Verunreinigung
Veraltete oder beschädigte Rohre bieten ideale Bedingungen für die Bildung von Biofilmen, einer Schicht aus Mikroorganismen, die sich an den Innenwänden der Rohre festsetzen. Diese Biofilme können die Ausbreitung von krankheitserregenden Bakterien wie Legionellen oder E. coli fördern, die beim Verzehr oder Kontakt mit kontaminiertem Wasser Gesundheitsprobleme verursachen können.
4. Mikrobrüche und Leckagen
Alte oder veraltete Wasserleitungen sind anfällig für Mikrobrüche oder Undichtigkeiten, durch die Verunreinigungen von außen in das Wasser gelangen können. Dies gilt besonders, wenn die Leitungen durch feuchte, kontaminierte Bereiche wie Keller oder Erdböden verlaufen. Mikroorganismen und Schadstoffe können so in das Wassersystem eindringen.
5. Veränderte Wasserchemie
Alte Rohrmaterialien, wie galvanisierter Stahl, können mit dem Wasser chemisch reagieren, besonders wenn das Wasser einen bestimmten pH-Wert hat (z.B. saures Wasser). Diese chemischen Reaktionen können Metallionen ins Wasser freisetzen, die das Trinkwasser verunreinigen. Auch der Geschmack des Wassers kann durch solche chemischen Reaktionen metallisch oder unangenehm werden.
6. Schwermetallbelastung
Neben Blei können auch andere Schwermetalle wie Kupfer und Zink, die in einigen alten Rohrsystemen vorhanden sind, ins Wasser gelangen. Dies geschieht vor allem durch Korrosion oder wenn das Wasser eine hohe Säurekonzentration aufweist. Übermäßige Mengen dieser Metalle im Wasser können gesundheitsschädlich sein und das Wasser ungenießbar machen.
7. Wasserdruckprobleme
Verstopfte oder korrodierte Rohre können zu einem niedrigen Wasserdruck führen, was oft dazu führt, dass Wasser langsamer fließt. Ein langsamer Fluss kann die Ansammlung von Ablagerungen und die Bildung von Biofilmen begünstigen, wodurch die Wasserqualität weiter verschlechtert wird.
8. Temperaturveränderungen in Warmwasserleitungen
In veralteten Warmwassersystemen kann es zu Temperaturschwankungen kommen, was die Bildung von Legionellen begünstigt. Diese Bakterien gedeihen besonders gut in lauwarmen Wassertemperaturen (zwischen 25 und 50 Grad Celsius) und stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, wenn sie durch das Einatmen von Wasserdampf in die Lunge gelangen (z.B. beim Duschen).
Fazit
Eine veraltete Sanitärinstallation kann also die Wasserqualität stark beeinträchtigen, indem sie Schwermetalle, Korrosionsprodukte, Bakterien oder andere Verunreinigungen ins Wasser abgibt. Es ist daher wichtig, alte Rohrsysteme regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und die Trinkwasserqualität zu gewährleisten.