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Um möglichst schnell in deine Bestandsimmobilie einziehen zu können, solltest du die Renovierung so priorisieren, dass zuerst die essentiellen, funktionsrelevanten Arbeiten abgeschlossen werden. Andere, weniger dringende oder kosmetische Maßnahmen können später durchgeführt werden, wenn du bereits eingezogen bist. Hier ist eine schrittweise Anleitung, wie du den Ablauf priorisieren kannst:
1. Fokus auf Sicherheit und Funktionalität
Bevor du in die Immobilie einziehst, müssen die grundlegenden Sicherheits- und Funktionsaspekte des Hauses gewährleistet sein. Ohne diese wäre das Wohnen unsicher oder unbequem. Folgende Punkte sollten ganz am Anfang stehen:
1.1. Elektrik und Sanitärinstallationen
- Warum zuerst? Unsichere oder veraltete elektrische Leitungen und Sanitärsysteme stellen ein Sicherheitsrisiko dar und können später nur mit großem Aufwand repariert werden. Alle Leitungen, Steckdosen, Lichtschalter und Wasseranschlüsse sollten vor dem Einzug funktionsfähig und sicher sein.
- Typische Arbeiten: Erneuerung der elektrischen Verkabelung, Installation von Steckdosen, Überprüfung und Modernisierung von Wasser- und Abwasserrohren.
1.2. Heizungsanlage
- Warum zuerst? Eine funktionierende Heizung ist vor allem in kälteren Monaten essenziell für den Einzug. Du solltest sicherstellen, dass die Heizungsanlage funktioniert und eventuell modernisiert oder ausgetauscht wurde.
- Typische Arbeiten: Wartung oder Austausch der Heizungsanlage, Installation von Heizkörpern oder Fußbodenheizung.
1.3. Fenstertausch und Türen
- Warum zuerst? Gut isolierte Fenster und Türen sind wichtig, um das Haus vor Kälte, Lärm und Einbrüchen zu schützen. Undichte Fenster lassen viel Wärme entweichen, was die Heizkosten unnötig in die Höhe treiben kann.
- Typische Arbeiten: Austausch alter oder undichter Fenster und Türen, Verbesserung der Dämmung im Fensterbereich.
2. Küche und Badezimmer nutzbar machen
Küche und Badezimmer sind die zentralen Funktionsräume, die du für deinen Alltag brauchst. Sie sollten vor dem Einzug renoviert und vollständig funktionsfähig sein.
2.1. Küche
- Warum so früh? Eine nutzbare Küche ist essentiell für den Alltag. Selbst wenn du noch nicht alle kosmetischen Details abschließt (wie z. B. Fliesen oder Schränke), sollte die Küche funktionsfähig sein.
- Typische Arbeiten: Installation von Kochgeräten, Spüle, Arbeitsflächen und grundlegender Stauraum. Du kannst die Küche nach dem Einzug weiter verbessern, wenn der Grundbetrieb gewährleistet ist.
2.2. Badezimmer
- Warum so früh? Ein vollständig funktionierendes Badezimmer ist für den täglichen Gebrauch unabdingbar. Auch hier gilt: Bevor du einziehst, sollten alle Sanitäranlagen (Toilette, Dusche/Badewanne, Waschbecken) installiert und betriebsbereit sein.
- Typische Arbeiten: Installation der Sanitäranlagen, eventuell Erneuerung von Fliesen, falls nötig. Kleinere Arbeiten wie das Streichen oder die Installation von Deko-Elementen können später erfolgen.
3. Schlafzimmer bereit machen
Das Schlafzimmer sollte als Rückzugsort bereit sein, bevor du einziehst. Es muss nicht perfekt sein, aber du solltest einen sauberen, komfortablen Schlafbereich haben.
3.1. Hauptschlafzimmer
- Warum so früh? Ein funktionsfähiges Schlafzimmer ist für einen komfortablen Einzug unerlässlich. Du brauchst einen Ort, an dem du schlafen kannst, während andere Renovierungsarbeiten im Haus noch laufen.
- Typische Arbeiten: Streichen oder Tapezieren der Wände, Verlegen des Bodenbelags, Installation von Lampen und eventuell Einbauschränken. Die Dekoration kann später erfolgen.
3.2. Weitere Schlafzimmer
- Wann renovieren? Die Renovierung weiterer Schlafzimmer (für Kinder oder Gäste) kann nach dem Einzug schrittweise erfolgen, sofern diese nicht dringend benötigt werden.
4. Minimal funktionsfähige Wohnbereiche
Wohnräume wie das Wohnzimmer oder Esszimmer sind wichtig, aber nicht unbedingt essenziell für den unmittelbaren Einzug. Diese Räume können, solange sie nutzbar sind, auch nach dem Einzug schrittweise renoviert werden.
4.1. Wohnzimmer
- Warum nicht so dringend? Solange das Wohnzimmer bewohnbar ist (z. B. durch Streichen der Wände und den Einbau einer Grundbeleuchtung), kann es später noch weiter verfeinert werden. Dies ermöglicht es dir, den Wohnkomfort zu verbessern, während du bereits im Haus lebst.
- Typische Arbeiten: Streichen, Verlegen von Böden, einfache Beleuchtung. Größere Dekorationen oder der Einbau von maßgefertigten Möbeln können später erledigt werden.
5. Wichtige strukturelle Maßnahmen
Manche strukturellen Arbeiten müssen frühzeitig erledigt werden, damit sie später nicht die fertigen Renovierungsarbeiten beeinträchtigen. Hierzu zählen Dachreparaturen und wichtige Dichtungsmaßnahmen.
5.1. Dach und Abdichtung
- Warum so früh? Ein undichtes Dach oder feuchte Wände können langfristige Schäden an der Bausubstanz und den Renovierungen verursachen. Bevor du einziehst, solltest du sicherstellen, dass das Dach und die Abdichtung des Hauses in gutem Zustand sind.
- Typische Arbeiten: Reparatur von Dachschäden, Abdichtung von Keller und Außenwänden gegen Feuchtigkeit.
5.2. Böden und Wände
- Warum so früh? Böden und Wände sollten in den Räumen, die du als Erstes nutzt, fertiggestellt sein. In weniger genutzten Räumen können Bodenbeläge nach dem Einzug verlegt werden.
- Typische Arbeiten: Verlegen von Bodenbelägen (z. B. Fliesen, Parkett, Laminat) und Wandarbeiten wie Verputzen und Streichen.
6. Kosmetische und nachrangige Arbeiten
Nachdem die wichtigsten Bereiche renoviert und nutzbar sind, kannst du nach dem Einzug schrittweise weitere Arbeiten durchführen.
6.1. Flur und Eingangsbereich
- Warum zuletzt? Flure und Eingangsbereiche werden oft stark genutzt, aber sie beeinträchtigen den Wohnkomfort weniger als funktionale Räume. Diese Bereiche kannst du renovieren, wenn der Rest des Hauses schon fertig oder nutzbar ist.
- Typische Arbeiten: Streichen, Verlegen neuer Bodenbeläge, Austausch von Türen.
6.2. Keller, Dachboden und Nebenräume
- Warum zuletzt? Diese Bereiche werden oft als Lagerraum genutzt oder haben keine unmittelbare Wohnfunktion. Sie können daher nachrangig renoviert werden, wenn die Hauptwohnräume bereits bewohnbar sind.
- Typische Arbeiten: Abdichtung, Dämmung, Ausbau als Wohnraum oder Stauraum.
Fazit: Reihenfolge zur schnellen Bewohnbarkeit
- Elektrik, Sanitär, Heizung und Fenster: Sicherheit und Funktionalität zuerst gewährleisten.
- Küche und Badezimmer funktionsfähig machen: Diese Räume müssen für den Alltag bereit sein.
- Schlafzimmer: Einen komfortablen Rückzugsort schaffen, der schnell nutzbar ist.
- Wohnzimmer minimal funktionsfähig gestalten: Wohnräume müssen bewohnbar, aber nicht perfekt sein.
- Strukturelle Maßnahmen (Dach, Feuchtigkeitsschutz): Wichtige Schäden beheben, um spätere Probleme zu vermeiden.
- Kosmetische Arbeiten in Flur, Keller und Nebenräumen: Diese können später, nach dem Einzug, erfolgen.
Durch diese Priorisierung kannst du schnell in die Immobilie einziehen und nach und nach weniger dringende Renovierungen fortsetzen.