Wie könnte eine effektive Verbesserung der Wärmedämmung erfolgen, wenn ein Bestandsbau eine zweischalige Außenfassade mit 5 cm Mineralwolle und 7 cm Luftschicht hat.

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Die Verbesserung der Wärmedämmung bei einem Bestandsbau mit einer zweischaligen Außenfassade, bestehend aus 5 cm Mineralwolle und 7 cm Luftschicht, kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden. Eine zweischalige Fassade bietet bereits eine gewisse Dämmwirkung, die durch gezielte Sanierungsmaßnahmen deutlich verbessert werden kann. Hier sind die effektivsten Möglichkeiten zur Verbesserung der Wärmedämmung:

1. Einblasdämmung in die Luftschicht (Kerndämmung)

Die Einblasdämmung ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, um die Dämmwirkung der Luftschicht in einem zweischaligen Mauerwerk zu verbessern.

a) Verfahren

  • Die 7 cm Luftschicht zwischen den beiden Mauerschalen wird nachträglich mit Einblasdämmmaterial gefüllt. Geeignete Dämmstoffe sind:
    • EPS-Granulat (expandiertes Polystyrol)
    • Perlite (Mineralgestein)
    • Mineralwolle
    • Schaumglasgranulat
  • Die Einblasdämmung erfolgt durch kleine Bohrungen in der äußeren oder inneren Mauer, durch die das Dämmmaterial gleichmäßig eingeblasen wird. Anschließend werden die Bohrlöcher wieder verschlossen.

b) Vorteile

  • Einfacher Einbau: Die Einblasdämmung erfordert keine umfangreichen Bauarbeiten und kann schnell durchgeführt werden.
  • Wärmebrückenreduktion: Die Hohlräume in der Luftschicht werden vollständig gefüllt, was die Entstehung von Wärmebrücken verhindert und die Dämmleistung erheblich verbessert.
  • Kostenersparnis: Diese Methode ist relativ kostengünstig, da keine größeren baulichen Veränderungen erforderlich sind.
  • Kurze Amortisationszeit: Durch die stark verbesserte Dämmwirkung sinken die Heizkosten, und die Investition amortisiert sich meist innerhalb weniger Jahre.

c) Nachteile

  • Die Luftschicht wird vollständig gefüllt, was die Lüftungsfunktion des zweischaligen Mauerwerks beeinträchtigen kann. In manchen Fällen kann dies zu Feuchtigkeitsproblemen führen, wenn keine ausreichende Dampfdiffusion gewährleistet ist.

2. Ergänzung der Außendämmung (Wärmedämmverbundsystem – WDVS)

Eine zusätzliche Außendämmung ist eine weitere Möglichkeit, die Wärmedämmung erheblich zu verbessern. Dies kann durch das Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) erfolgen.

a) Verfahren

  • Auf die bestehende Fassade wird ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht. Dies besteht aus Dämmplatten (z. B. EPS, Mineralwolle, Polyurethan), die auf die äußere Mauer geklebt und/oder gedübelt werden.
  • Anschließend wird das WDVS mit einem Armierungsgewebe und einer Putzschicht versehen, um die Dämmung zu schützen und eine ansprechende Fassadenoptik zu bieten.

b) Vorteile

  • Hohe Dämmleistung: Die zusätzliche Außendämmung verbessert die Gesamtwärmedämmung erheblich, da die gesamte Fassade eingepackt wird und Wärmebrücken vermieden werden.
  • Langfristige Lösung: Ein WDVS bietet eine langfristige Dämmverbesserung und schützt gleichzeitig die Fassade vor Witterungseinflüssen.
  • Gestaltungsfreiheit: Es können unterschiedliche Putzarten und Farben verwendet werden, um die Fassade optisch zu gestalten.

c) Nachteile

  • Kosten: Die Anbringung eines WDVS ist kostenintensiver als die Einblasdämmung. Es sind zusätzliche Arbeiten wie Gerüstaufbau und Fassadenverkleidung erforderlich.
  • Denkmalgeschützte Gebäude: Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder bestimmten baulichen Vorgaben kann die Außendämmung das äußere Erscheinungsbild verändern, was unter Umständen nicht zulässig ist.

3. Innendämmung als Alternative

Falls eine Außendämmung aus baulichen oder ästhetischen Gründen nicht möglich ist, kann eine Innendämmung angebracht werden.

a) Verfahren

  • Die Innendämmung wird auf die Innenwände der Außenfassade aufgebracht. Hierzu werden Dämmplatten aus Kalziumsilikat, Mineralwolle, Holzfaserplatten oder Dämmputz verwendet.
  • Die Dämmung muss luftdicht angebracht werden, um Kondenswasserbildung und Feuchtigkeitsschäden zu verhindern.

b) Vorteile

  • Alternative bei denkmalgeschützten Fassaden: Innendämmung ist eine Lösung, wenn die äußere Fassade nicht verändert werden darf.
  • Gezielte Dämmung: Innendämmung kann gezielt in Bereichen eingesetzt werden, die besonders hohe Wärmeverluste aufweisen.

c) Nachteile

  • Raumverlust: Durch die Innendämmung wird der nutzbare Raum im Gebäude verringert.
  • Feuchtigkeitsprobleme: Eine unsachgemäße Ausführung der Innendämmung kann zu Kondenswasserbildung und Schimmelproblemen führen, da die Dampfdiffusion behindert wird.
  • Aufwendigere Planung: Die Planung und Ausführung einer Innendämmung erfordert besondere Sorgfalt, um Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden.

4. Optimierung von Fenstern und Türen

Eine verbesserte Dämmung der Fassade sollte immer in Kombination mit der Optimierung der Fenster und Türen erfolgen, da diese ebenfalls erhebliche Wärmeverluste verursachen können.

a) Fenstertausch

  • Alte, undichte Fenster sollten durch moderne, dreifach verglaste Fenster mit thermisch getrennten Rahmen ersetzt werden.
  • Rollladenkästen und Fensteranschlüsse sollten ebenfalls gedämmt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.

b) Türendämmung

  • Alte, schlecht isolierte Außentüren sollten durch gedämmte Türen mit einem guten U-Wert ersetzt werden.

5. Luftdichtung und Vermeidung von Wärmebrücken

Neben der Verbesserung der Dämmung muss auch die Luftdichtheit der Gebäudehülle optimiert werden, um ungewollte Wärmeverluste zu vermeiden.

a) Luftdichtheit

  • Bei der Sanierung sollte auf eine luftdichte Ausführung geachtet werden, insbesondere bei Fensteranschlüssen, Türen, Dachdurchdringungen und anderen Bauteilanschlüssen.
  • Ein Blower-Door-Test kann dazu verwendet werden, Leckagen in der Gebäudehülle zu identifizieren und zu schließen.

b) Wärmebrücken beseitigen

  • Wärmebrücken (z. B. an Fensterstürzen, Balkonen, Gebäudeecken) sollten bei der Sanierung gezielt gedämmt werden, um Energieverluste und Kondenswasserbildung zu vermeiden.

Fazit

Eine effektive Verbesserung der Wärmedämmung bei einem Bestandsbau mit einer zweischaligen Außenfassade kann durch eine Einblasdämmung in die Luftschicht oder durch das Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) erfolgen. Alternativ kann eine Innendämmung verwendet werden, wenn die äußere Fassade nicht verändert werden soll. Die Wahl der richtigen Methode hängt von den baulichen Gegebenheiten, den Kosten und den ästhetischen Anforderungen ab. Die Optimierung der Fenster und Türen sowie die Vermeidung von Wärmebrücken und Luftleckagen sind ebenfalls wichtige Maßnahmen, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern.