Wie werden nichttragende Wände in Feuchträumen wie Bädern oder Küchen errichtet?

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Das Errichten von nichttragenden Wänden in Feuchträumen wie Bädern oder Küchen erfordert spezielle Materialien und Techniken, um Feuchtigkeitsbeständigkeit und Langlebigkeit sicherzustellen. Hier sind die wichtigsten Schritte und Überlegungen:

1. Verwendung feuchtigkeitsbeständiger Materialien

  • Feuchtraum-Gipskartonplatten (grüne Platten):
    • In Feuchträumen werden spezielle Gipskartonplatten verwendet, die für den Einsatz in feuchten Umgebungen konzipiert sind. Diese sogenannten „grünen Platten“ sind mit feuchtigkeitsbeständigen Zusätzen behandelt, die sie widerstandsfähiger gegen Schimmel und Feuchtigkeit machen.
  • Zementgebundene Bauplatten:
    • Eine Alternative zu Gipskarton sind zementgebundene Bauplatten, die noch widerstandsfähiger gegen Wasser und Feuchtigkeit sind. Diese Platten eignen sich besonders gut für Bereiche mit direkter Wassereinwirkung, wie Duschen oder hinter Küchenarbeitsplatten.
  • Feuchtigkeitsbeständiger Putz:
    • In bestimmten Fällen können Wände auch mit feuchtigkeitsbeständigem Putz verkleidet werden, der speziell für Feuchträume entwickelt wurde.

2. Dampfsperren und Abdichtungen

  • Dampfsperren anbringen:
    • Eine Dampfsperre oder Dampfbremse wird auf der warmen Seite der Wand installiert, um zu verhindern, dass feuchte Luft in die Wand eindringt und dort kondensiert. Dies ist besonders wichtig, wenn die Wand eine Außenwand ist oder an kalte Räume grenzt.
  • Flüssige Abdichtungen (Dichtschlämme):
    • In Bereichen, die direkt mit Wasser in Kontakt kommen (z.B. Duschen), wird die Wand mit einer flüssigen Abdichtung behandelt. Diese wird auf die Oberfläche aufgetragen und bildet eine wasserdichte Schicht unter den Fliesen oder anderen Oberflächenmaterialien.
  • Dichtbänder und -manschetten:
    • An den Übergängen zwischen Wand und Boden oder um Durchdringungen (z.B. Wasserleitungen) werden spezielle Dichtbänder und Manschetten angebracht, um eine durchgehende Abdichtung sicherzustellen.

3. Ständerwerk und Unterkonstruktion

  • Verzinkte Metallprofile:
    • In Feuchträumen sollten vorzugsweise verzinkte Metallprofile anstelle von Holzständern für das Ständerwerk verwendet werden, da diese korrosionsbeständiger sind und nicht verrotten.
  • Korrosionsbeständige Befestigungsmittel:
    • Es ist wichtig, in Feuchträumen nur rostfreie oder korrosionsgeschützte Schrauben und Dübel zu verwenden, um die Lebensdauer der Wandkonstruktion zu gewährleisten.

4. Verklebung und Verfugung

  • Wasserdichte Verfugung:
    • Fliesenfugen und Silikonabdichtungen müssen wasserdicht ausgeführt werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit hinter die Verkleidung zu verhindern.
  • Fugendichtbänder verwenden:
    • Bei der Verlegung von Fliesen in Feuchträumen können zusätzlich Fugendichtbänder verwendet werden, um die Fugen noch widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit zu machen.

5. Installation von Sanitäranlagen

  • Vorwandinstallation:
    • Sanitärinstallationen wie Waschbecken, Toiletten oder Duschen werden häufig in einer Vorwandinstallation untergebracht. Diese bietet Platz für Rohre und Leitungen und kann leicht abgedichtet werden.
  • Einbau von Inspektionsklappen:
    • Um späteren Zugang zu Installationen zu gewährleisten, werden Inspektionsklappen eingebaut, die wasserdicht verschlossen werden können.

6. Oberflächenbehandlung und Endbearbeitung

  • Fliesen und wasserabweisende Beschichtungen:
    • Die Oberflächen von Wänden in Feuchträumen werden oft gefliest oder mit speziellen wasserabweisenden Farben beschichtet. Fliesen bieten eine dauerhafte und pflegeleichte Oberfläche, die Feuchtigkeit abhält.
  • Belüftung sicherstellen:
    • Eine gute Belüftung ist entscheidend, um Feuchtigkeit im Raum zu reduzieren und Schimmelbildung zu verhindern. In Feuchträumen sollte auf eine ausreichende Belüftung geachtet werden, entweder durch Fenster oder eine mechanische Belüftungsanlage.

7. Überprüfung und Wartung

  • Regelmäßige Kontrolle:
    • Feuchträume sollten regelmäßig auf Undichtigkeiten und Feuchtigkeitsschäden überprüft werden, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
  • Wartung von Fugen und Abdichtungen:
    • Silikonfugen und Dichtungen sollten regelmäßig gewartet und bei Bedarf erneuert werden, um die Abdichtung langfristig zu erhalten.

Fazit:

Nichttragende Wände in Feuchträumen erfordern spezielle Materialien und Techniken, um die Feuchtigkeitsbeständigkeit und Langlebigkeit zu gewährleisten. Die Wahl feuchtigkeitsbeständiger Materialien, die sorgfältige Abdichtung und die Verwendung korrosionsbeständiger Komponenten sind entscheidend für den Erfolg und die Dauerhaftigkeit solcher Wände