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Die richtige Dimensionierung einer Dachentwässerungsanlage ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Regenwasser effizient abgeleitet wird und keine Schäden am Gebäude entstehen. Die Dimensionierung basiert auf mehreren Faktoren, darunter die Größe der Dachfläche, die regionale Niederschlagsmenge und die Neigung des Daches. Hier sind die wesentlichen Schritte und Überlegungen zur Dimensionierung:
1. Ermittlung der relevanten Dachfläche
Berechnung der effektiven Dachfläche (Aeff): Die effektive Dachfläche wird durch die Formel berechnet: Aeff=L×B×CA_{eff} = L \times B \times CAeff=L×B×C
- L: Länge des Daches
- B: Breite des Daches
- C: Faktor für die Dachneigung, der wie folgt berechnet wird: C=cos(θ)C = \cos(\theta)C=cos(θ) wobei θ\thetaθ der Winkel der Dachneigung ist.
2. Bestimmung der regionalen Regenspende
Regenspende (r): Die Regenspende ist die Menge an Niederschlag, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums fällt, normalerweise in Liter pro Sekunde pro Hektar (l/(s·ha)). Diese Werte werden in regionalen Klimadatenbanken oder von meteorologischen Diensten bereitgestellt.
3. Berechnung der erforderlichen Abflussmenge
Abflussmenge (Q): Die Abflussmenge wird mit der Formel berechnet: Q=Aeff×rQ = A_{eff} \times rQ=Aeff×r
- Q: Abflussmenge in Litern pro Sekunde (l/s)
- Aeff: Effektive Dachfläche in Quadratmetern (m²)
- r: Regenspende in Litern pro Sekunde pro Hektar (l/(s·ha))
4. Auswahl der geeigneten Dachrinnen und Fallrohre
Dachrinnen: Die Größe der Dachrinnen richtet sich nach der berechneten Abflussmenge. Gängige Nenngrößen (z.B. 100, 125, 150 mm Durchmesser) haben spezifische Abflusskapazitäten, die in Herstellerangaben oder Normen zu finden sind.
Fallrohre: Auch die Dimension der Fallrohre richtet sich nach der Abflussmenge. Häufig verwendete Durchmesser sind 75 mm, 87 mm, 100 mm und größer. Die Anzahl der Fallrohre und deren Durchmesser müssen so gewählt werden, dass die gesamte Abflussmenge sicher abgeleitet wird.
5. Überprüfung der Dimensionierung
Sicherheitspuffer: Es ist sinnvoll, bei der Dimensionierung einen Sicherheitsfaktor zu berücksichtigen, um außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen bewältigen zu können.
Normen und Vorschriften: Die Dimensionierung muss den örtlichen Bauvorschriften und Normen entsprechen. In Deutschland gibt beispielsweise die DIN 1986-100 Richtlinien für die Bemessung von Dachentwässerungsanlagen vor.
Beispielberechnung:
- Dachmaße:
- Länge (L): 10 m
- Breite (B): 8 m
- Neigungswinkel (θ): 30°
- Berechnung der effektiven Dachfläche: Aeff=L×B×cos(30∘)=10×8×0,866=69,28 m2A_{eff} = L \times B \times \cos(30^\circ) = 10 \times 8 \times 0,866 = 69,28 \, \text{m}^2Aeff=L×B×cos(30∘)=10×8×0,866=69,28m2
- Regionale Regenspende:
- Angenommene Regenspende (r): 300 l/(s·ha) = 0,03 l/(s·m²)
- Berechnung der Abflussmenge: Q=69,28 m2×0,03 l/(s\cdotpm2)=2,08 l/sQ = 69,28 \, \text{m}^2 \times 0,03 \, \text{l/(s·m}^2\text{)} = 2,08 \, \text{l/s}Q=69,28m2×0,03l/(s\cdotpm2)=2,08l/s
- Auswahl der Dachrinne und Fallrohre:
- Für eine Abflussmenge von 2,08 l/s wird eine Dachrinne mit einem Durchmesser von mindestens 125 mm und ein Fallrohr mit einem Durchmesser von mindestens 87 mm gewählt.
Weitere Überlegungen:
- Rinnenhalter-Abstand: Sicherstellen, dass die Rinnenhalter in einem geeigneten Abstand montiert werden, um die Stabilität und Funktionalität der Rinne zu gewährleisten.
- Gefälle: Die Dachrinne sollte ein leichtes Gefälle (ca. 3-5 mm pro Meter) aufweisen, um den Wasserabfluss zu unterstützen.
- Wartung: Regelmäßige Inspektion und Reinigung der Dachentwässerungsanlage, um Verstopfungen zu vermeiden und die Effizienz zu gewährleisten.
Durch diese systematische Herangehensweise kann eine Dachentwässerungsanlage korrekt dimensioniert werden, um sicherzustellen, dass Regenwasser effektiv abgeleitet wird und das Gebäude vor Feuchtigkeitsschäden geschützt ist.