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Der Bau eines Ausbauhauses ist eine attraktive Option für Bauherren, die ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen möchten und gleichzeitig Arbeiten in eigener Regie durchführen wollen. Diese selbst organisierten Arbeiten können kostensenkende, handwerkliche Eigenleistungen sein sowie bei Bedarf Leistungen durch selbst beauftragte Bauunternehmer oder Handwerker. Diese Bauweise bietet eine Kombination aus der Durchführung eines exakt definierten Leistungspaketes durch einen Bauunternehmer und nachgeschalteten durch die Bauherren eigenständig beauftragten oder selbst durchgeführten Arbeiten. Dabei sind sowohl der Umfang der vom Bauunternehmen zu erbringenden Leistungen als auch die Aufgaben, die in Eigenverantwortung vom Bauherren erbracht werden sollen sorgfältig zu planen und abzustimmen. Vorgehen und Zusammenarbeit aller Beteiligten müssen klar dokumentiert sein, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.
Was ist ein Ausbauhaus und für wen eignet sich diese Bauweise?
Zu den ersten Schritten beim Ausbauhaus gehört die Auswahl eines geeigneten Bauunternehmens, das Ausbauhäuser anbietet und den Bauherren Flexibilität bei der Leistungsauswahl ermöglicht. Viele Anbieter spezialisieren sich darauf, grundlegende Bauleistungen (z.B. Rohbau, Dachkonstruktion und Eindeckung, fertiggestellte Außenwände und Fenster) bereitzustellen und den Bauherren damit eine solide Basis für den weiteren Innenausbau zu übergeben. Die Wahl des passenden Bauunternehmens spielt eine wesentliche Rolle, da nicht nur die Bauqualität, sondern auch die Art der Zusammenarbeit und der reibungslose Übergabeprozess davon abhängen.
Ein entscheidender Punkt beim Ausbauhausbau ist die klare Festlegung der Leistungsumfänge. Hierbei muss genau definiert werden, welche Arbeiten vom Bauunternehmer und welche vom Bauherren selbst übernommen werden. Zu den typischen Eigenleistungen gehören oft der Innenausbau, Malerarbeiten, die Verlegung von Bodenbelägen und teilweise auch die Installation von sanitären Einrichtungen. Die Bauherren können so Kosten sparen und gleichzeitig ihre persönlichen Vorstellungen flexibel in das Bauprojekt einfließen lassen. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es jedoch wichtig, die Aufgabenteilung bereits vor Vertragsabschluss detailliert zu besprechen und schriftlich festzuhalten. Ein Festlegungsprotokoll kann hier Klarheit schaffen und die Übergabeschnittstellen sauber definieren.
Wie viel Eigenleistung ist bei einem Ausbauhaus möglich und worauf sollte man unbedingt achten?
Eine sinnvolle Übergabeschnittstelle ist ganz wichtig, damit die Bauherren nahtlos an die Arbeiten des Bauunternehmers anknüpfen können. Häufig wird vom Unternehmer der Bau bis zum Rohbau oder bis zur „geschlossenen Gebäudehülle“ übergeben. Das bedeutet, dass die Struktur steht, das Dach gedeckt ist und die Fenster eingebaut sind, sodass der Innenausbau in Eigenregie beginnen kann, ohne dass äußere Einflüsse den Baufortschritt beeinträchtigen. Ein klar definierter Übergabezeitpunkt und Zustand der zahlreichen Übergabeschnittstellen sind dabei von Vorteil, um unklare Zuständigkeiten zu vermeiden und den Ablauf zu koordinieren. Auch wenn sich durch diese Aufteilung Flexibilität und Kosteneinsparungen ergeben, ist es wichtig, den Zeitplan im Auge zu behalten, um Verzögerungen zu vermeiden, die durch parallele Arbeiten oder nicht eingehaltene Schnittstellen entstehen könnten.
Wie hoch ist der Eigenanteil an der Bauleitung bei einem Ausbauhaus?
Die gewerksinternen Schnittstellen, wie zum Beispiel zwischen Roh- und Fertiginstallation, erfordern ebenfalls eine präzise Abstimmung zum Übergabezustand. Gerade bei der Installation von Leitungen oder Anschlüssen müssen alle Arbeiten aufeinander abgestimmt sein, um keine doppelten Arbeitsschritte oder unklare Zuständigkeiten zu schaffen. Hier ist es hilfreich, dass die Bauherren gemeinsam mit dem Bauunternehmen und gegebenenfalls weiteren Handwerksbetrieben einen Ablaufplan erstellen, in dem die einzelnen Schritte festgehalten sind. So können eventuelle Rückfragen schnell geklärt und die Übergänge zwischen den Gewerken optimal gestaltet werden. Auch die Kontrolle, Abnahme und Dokumentation von bereits abgeschlossenen Arbeiten ist sinnvoll, damit die Eigenleistung problemlos daran anschließen kann und zwar ohne die Gefahr von nachträglich erkannten, versteckten Mängeln.
Insgesamt bietet das Ausbauhauskonzept Bauherren eine individuelle und kostensparende Bauvariante. Durch eine saubere Festlegung der Leistungsumfänge und eine klare Abstimmung aller Beteiligten können mögliche Konflikte oder Verzögerungen minimiert werden. Die gewählte Übergabeschnittstelle, die Organisation gewerksinterner Schnittstellen und die Festlegung eines realistischen Zeitplans tragen dazu bei, den Bauprozess effizient zu gestalten und die Eigenleistungen erfolgreich zu integrieren. So kann das Ausbauhaus zu einer wertvollen Möglichkeit werden, den Traum vom Eigenheim mit persönlichem Einsatz und individuellen Akzenten zu verwirklichen.
Wie flexibel sind Ausbauhäuser in Bezug auf spätere Änderungen, Umbauten oder Erweiterungen?